Wenn Golfschläger zu Instrumenten werden

8. September 2013

GK1Von Antje Rußbüldt-Gest

Göhren-Lebbin. Sogar die Grillen haben rhythmisch gezirpt und die Mücken piksten im Dreiviertel-Takt: Rund 1100 Besucher erlebten mit der vierten Auflage von „Golf & Classics“ gestern Abend ein grandioses Konzert, bei dem nicht nur die Musiker der Philharmonie Neubrandenburg im Mittelpunkt standen, sondern 14 Golflehrer des Land Fleesensee, kurz „Golfonics“ genannt, die Stars waren.

Man muss kein Klassik-Fan sein, um dieses deutschlandweit einmalige Event zu lieben. Das perfekte Zusammenspiel von Golfabschlägen und Musik zieht einfach jeden in seinen Bann. Noch dazu, wenn rot leuchtende Bälle in den spätsommerlichen Abendhimmel fliegen, farbig angestrahlte Bäume ein ganz besonderes Flair vermitteln und der Dirigent der Philharmonie nicht nur etwas von seinem Fach versteht, sondern noch dazu ein perfekter Entertainer ist. „So etwas habe ich noch nie erlebt und ich bin regelmäßig bei Konzerten. Das ist einfach genial“, schwärmte Brigitte Bleiser aus Nordrhein-Westfalen schon in der Pause.

Ein kleines Wunder

Und tatsächlich gibt’s „Golf & Classics“ nur in Göhren-Lebbin. Erfinder sind Daniel Bojahr, Chef des Radisson Blu Resort Schloss Fleesensee, und Dirigent Stefan Malzew. Zwar mussten die Beiden anfangs doch einige Skeptiker überzeugen, vor allem, weil sich niemand so richtig vorstellen konnte, dass ein gemeinsames Konzert von Golfern und Philharmoniker funktioniert, aber spätestens nach der Premiere vor fünf Jahren verstummten auch die letzten Kritiker . „Das ist schon etwas besonderes. Normalerweise  schlägt ein Golf-Spieler ab, wann er möchte und nicht auf Kommando. Wenn hier gleich 14 Golflehrer auf die Sekunde genau gleichzeitig abschlagen, grenzt das ein bisschen an ein Wunder“, kommentierte Stefan Malzew.

Damit das auch alles so klappt, wie es der „große Meister“ wünscht, ist viel Training nötig. Schon im März haben die „Golfonics“ – 2 Frauen und 12 Männer – mit den Vorbereitungen begonnen. Zunächst alle mit einem Knopf im Ohr, über den sie die Anweisungen zum Abschlag erhielten. Diesen Knopf brauchten sie gestern Abend natürlich nicht mehr. Sie ließen ihre Leuchtbälle gekonnt Walzer tanzen oder im Polka-Rhythmus fliegen und schmetterten zum großen Hummelflug-Finale hunderte Bälle durch den inzwischen tiefdunklen Nachthimmel. Stehende Ovationen waren ihr Dank. Und die Gewissheit, auch Nicht-Klassik-Fans von der Musik und dem besonderen Konzert begeistert zu haben.

Wir zeigen hier eine Bildergalerie und drei kleine Videos, die unseren Lesern einen Eindruck von dem phantastischen Konzerterlebnis vermitteln und vielleicht auch Appetit auf das nächste Konzert machen sollen.


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