
„Das wollten wir nun ändern, denn ein Denkmal das immer nur weiter verfällt, nutzt auch keinem“, sagte der Minister. So sei der Denkmalschutz zu Kompromissen bereit.
Nun gebe es einen Interessenten, der zwei der drei Gebäude so erhalten und nutzen und ein paar kleinere Gebäude errichten wolle. Dies könne im Einklang mit dem Denkmalschutz erfolgen, glaubt der Minister.
Ganz genau sagen, wer das ist und aus welcher Branche der Investor kommt, wollte noch niemand. Aber soviel: Der Unternehmer komme aus der Region, das Grundstück soll für alle frei zugänglich bleiben, die Stadt kann endlich zeitgemäß auf ihren Ursprung hinweisen – denn bisher sucht man ein Schild zur Bedeutung des Geländes vergeblich – und „es wird kein neues Gefängnis“, sagte Meyer.
Außerdem sollen die beiden großen denkmalgeschützten Hafthäuser weitgehend original erhalten bleiben. Ob wirklich die alten Gitter vor den Fenstern bleiben müssen, das soll noch erörtert werden. Immerhin waren früher auch Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime und auch der Schriftsteller Hans Fallada hier eingesperrt. Innerhalb der Häuser erinnern originale Hafttüren, vergitterte Flure und bunter Malereien an die Häftlingszeiten.
Vor rund 800 Jahren siedelten hier die ersten Strelitzer, bauten später eine Wasserburg. Als das Großherzogtum 1701 entstand, war hier der Schlosssitz der Herzöge. Er brannte aber 1712 schon ab. Dann zogen die Adligen ins Schloss Neustrelitz, wo ab 1733 die ganze Stadt neu entstand. Die Herrscher zeigten sich wenig zimperlich: Aus dem historischen Schlossgelände wurde das Landesgefängnis und -zuchthaus MST. Zur Haft wurde es auch in der NS-, in der DDR- und in der Nachwendezeit bis in die 1990er Jahre genutzt.
















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