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Brückenfrage scheidet sie Geister: Fällt sie oder bleibt sie? Streit um Herrenseebrücke

Abreissen oder nicht abreißen – das ist in Waren derzeit die Frage: Ende November musste die für Waren so wichtige  Verbindung zwischen der Alt-und Nordstadt für den komplettem Verkehr gesperrt werden, weil man Risse entdeckt hatte. Seither schlängeln sich Fahrzeug aller Art über viel zu enge Straße, die Entlastungsstrecke zwischen Möwe und Backstuben lässt wohl auch noch eine Weile auf sich warten.
Vor wenigenTagen habe Experten erste Untersuchungsergebnisse vorgestellt und diskutierten dabei nicht nur mit dem Stadtvertretern, sondern auch Mitarbeitern des Straßenbaumtes Neustrelitz und der Deutschen Bahn. Schnell kristallisierten sich zwei Lager heraus: Einige Stadtvertreter und Gutachter sowie auf der anderen Seite Bahn, Bürgermeister und Straßenbauamt Neutelitz. Das hat einen Grund.

Denn sollte die Brücke nicht halten, könnte, sie laut Bahn und Straßenbauamt im Spätherbst gleich mit abgerissen werden, denn fällt  zweite Teil der Eisenbahnbrücke in der Strelitzer Straße planäßig. Die Strecke Berlin-Rotstck würde dann ohnehin einige Wochen dicht sein.

Sollte die Herrenseebrücke aber vielleicht wieder für den normalen Autoverkehr geöffnet werden und es stellen sich dann größere Schäden ein, könnte es problematisch werden. Eine weitere Sperrung, so die Bahn, sei erst wieder in fünf Jahren möglich. Kinkt in den Ohren einiger Stadtvertreter schon ein bisschen nach Erpressung zumal auch Schadenersatztforderungen im Raum stehen.

Der beauftragte Professor aus Wismar erklärt zwar, dass die Herrenseebrücke alt sei, aber sie halte mit einem entsprechenden Monitoring noch eine Weile.  Lkw dürften aber keine Rolle spielen. Den Gutachtern zufolge seien acht Spanndrähte beschädigt – acht von mehr als 2000. Doch das Straßenbauamt Neustrelitzt wüscht eine 100prozentige Sicherheit, aber die gibt es wohl bei keiner der Brücken in ihrem Zuständigkeitsbereich der Behörde.

Ein weiteres Argument der Abriss-Befürworter: Die Preise für den Neubau steigen weiter. Das mag stimmen, immerhin geht man mit Abriss und Neubau von bis zu 80 Millionen Euro aus.

Ende September, so wurde es jetzt angekündigt, soll es eine große Belastungsprobeme auf der Brücke mit schwerem Gerät geben.

Unterdessen gefällt vielen Stadtvertretern dieser Druck nicht:  „Wir können einem Abriss erst zustimmen, wenn klar ist, dass wir auch eine neue Brücke bekommen. Wenn es da keine Sicherheit gibt, besteht die Gefahr, dass sie abgerissen wird und wir über Jahre oder sogar Jahrzehnte keine neue bekommen und in de Röhre“, befürchtet beispielsweise Toralf Schnur von der UBW-Fraktion. Das hat auch einen Grund.

Denn für Verwunderung sorgte zuvor eine Aussage von Bürgermeister auf die Frage von Ralf Spohr (CDU), ob denn nun inzwischen klar sei, wem die Brücke gehört. „Nein, wissen wir nicht“, musste Norbert Möller zugeben. Heißt also auch, dass unklar ist, wer Abriss und Neubau zahlen muss. Geld fließt allerdings jetzt schon, nämlich für die Untersuchung des Bauwerkes. Möller sprach von einer sechsstelligen Summe und meinte, dass die Stadt eine neue Brücke auf keinen Fall zum Nulltarif bekomme.

Die Herrenseebrücke wurde in den Jahren 1974 bis 1976 erbaut. In den Jahren 1997 bis 1999 fand eine grundhafte Erhaltungsmaßnahme statt.

Ob sie in Kürze fällt oder bleibt, wollen die Stadtvertreter am kommenden Mittwoch, 27. Mai, ab 18 Uhr ihrer Sitzung entscheiden.

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