
Dazu Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Die Untersuchung liefert uns eine Argumentationshilfe, um wiederholt auf die zwingend notwendigen Verbesserungen der Radinfrastruktur aufmerksam zu machen. Doppelter Boden, denn schon die bundesweite Radreiseanalyse des ADFC zeigt seit Jahren, dass Mecklenburg-Vorpommern als Radreiseland an Beliebtheit eingebüßt hat. Die aktuelle Untersuchung zeigt erneut, dass wir zwingend noch stärker in die Qualität der Radwege investieren müssen.“
Aus Sicht der Befragten kann Mecklenburg-Vorpommern mit einer reizvollen Kulisse für Radbegeisterte aufwarten – die Landschaft wurde mit 4,43 von möglichen 5 Punkten als sehr gut bewertet. Allerdings gab es für die Qualität der Radwege nur 2,79 Punkte. Ebenso wurde die Qualität der Beschilderung (2,91 Punkte) eher kritisch gesehen. „An dieser Stelle zeigt sich die Diskrepanz zwischen dem Angebot der Radwege und deren empfundener Qualität am deutlichsten. Das Radurlaubsland Mecklenburg-Vorpommern sollte mehr aus seinen Möglichkeiten machen, sonst verlieren wir Gäste im großen Stil in diesem nachgefragten Segment“, so Woitendorf.
Radler bleiben länger als andere Urlauber
Die Auswertung der 16 stationären Zählstellen, Hauptgegenstand der Zwischenauswertung, ergab, dass 2021 insgesamt 1,5 Millionen Radler im Land unterwegs waren – ein leichter Rückgang zu 2020 (1,7 Millionen Radler). Zugleich ließ sich jedoch feststellen, dass der Radtourismus in der Pandemie einen deutlichen Aufwind verspürte. Trotz weniger Ankünfte und Übernachtungen in den Jahren 2020 und 2021 fuhren im Vergleich zu 2019 knapp zehn Prozent mehr Menschen Rad. „In der Pandemie nahmen wir eine deutlich höhere Nachfrage nach Urlaubsformen wahr, bei denen sich die Gäste frei in der Natur bewegen können. Das betraf neben Camping- und Hausboot-Urlaub maßgeblich den Radurlaub“, so Woitendorf weiter.
Ferner wurde deutlich, dass die Radurlauber durchschnittlich immerhin 11,2 Tage in Mecklenburg-Vorpommern verbrachten. Das ist deutlich mehr als der klassische MV-Urlauber (7,0 Nächte). Dabei haben sie an 7,3 Tagen ihres Urlaubs das Urlaubsland auf dem Rad erkundet. Drei Viertel aller Radfahrenden waren als so genannte Regioradler von einer festen Unterkunft aus unterwegs. Zudem waren 40 Prozent der Radreisenden mit dem E-Bike unterwegs. Das waren im Vergleich zu den 32 Prozent, die in der ADFC Radreiseanalyse 2021 ausgewiesen wurden, etwas mehr.
In diesem Jahr wird die vom Unternehmen absolut GPS vorgenommene Radverkehrsuntersuchung fortgesetzt.








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