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„Aqua Regia Park“ nimmt weitere Beschluss-Hürde – Investor will Ende 2019 fertig sein

24. Januar 2017

Keine Gegenstimme für den Riesen-Tauchturm: Die Stadtvertreter von Waren haben heute Abend eine der letzten Hürden für das Projekt „Aqua Regia Park“mit Tauchturm und Schwimmbad ohne Streit weggeräumt. Auf der Sonder-Stadtvertretersitzung waren – nachdem Investor Gregor Schmidt noch einmal erläutert hatte, wie er sich den weiteren Ablauf und die Kosten vorstellt – keine Fragen mehr offen. Ohne Diskussion und einstimmig wurde beschlossen, dass es einen „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ geben soll.

„Es kommt nicht oft vor, dass wir wegen eines Bauvorhabens eine Sondersitzung machen“, sagte Bürgermeister Norbert Möller (SPD). Aber dies sei „ein bedeutsames Vorhaben.“ Schmidt unterstrich, dass er jetzt konkreter mit Banken über die Finanzierung reden könne. „Die Investitionssumme ist 88 Millionen Euro netto, also rund 100 Millionen Euro brutto mit Mehrwertsteuer“, erläuterte der Geschäftsmann die unterschiedlichen Zahlen, die in der Öffentlichkeit kursieren.

Er selbst gehöre zu der Gruppe von Investoren, zu denen „reine Geldgeber und Fachkompetenzträger“ gehören. CDU-Abgeordneter Jürgen Seidel hob vor allem hervor, dass sogar Röbel als Nachbarstadt das Vorhaben begrüßt habe, obwohl eine Schwimmhalle durchaus auch eine Konkurrenz zur Müritz-Therme sein könne.

Vom Ablauf her soll der Bau noch 2017 beginnen und Ende 2019 fertig sein, sagte Schmidt. Nun wären noch die Satzung des Bebauungsplans und ein Durchführungsvertrag zu erarbeiten und dann zu beschließen.

Kern des „Aqua Regia Parks“ soll ein 35 Meter hoher Tauchturm sein. Dieser würde der bisher größte in Deutschland sein, aber aufgrund der abschüssigen Lage und kombiniert mit einem 140-Zimmer-Luxushotel kaum auffallen. In dem Gebäude soll es ein Schwimmbad geben, was die veranschlagten Kosten um etwa 15 Millionen Euro verteuert habe. Dazu sind ein Veranstaltungszentrum sowie Therapie- und Wellnessangeboten geplant, in die auch die Reha-Klinik und das Kurzentrum auf dem Nesselberg einbezogen werden sollen.

Auf den Wunsch von Anwohnern hin sollen bestimmte Abstände zur Bebauung nochmal überprüft werden. In Deutschland gebe es bisher vor allem bis zu 20 Meter hohe Tauchtürme. Die Investoren rechnen allein bei Tauchern mit 53 000 Interessierten im Jahr, allein wegen der nötigen Nachweise bestimmter Genehmigungen und Befähigungen.


6 Antworten zu “„Aqua Regia Park“ nimmt weitere Beschluss-Hürde – Investor will Ende 2019 fertig sein”

  1. Norbert Bluhm sagt:

    Grundsätzlich: Nichts gegen Unternehmertum.
    a) Was die Baukosten betrifft: Schon in der allerersten Präsentation vor ca. 1 1/2 Jahren war das 5-6-Bahnen-Schwimmbad (auf ausdrücklichen Wunsch der Stadtverwaltung) inklusive der seinerzeit angepeilten 64 Mio. € Baukostensumme (netto/brutto).
    b) Wenn ich 12.18.-„Maremüritz“ ansehe, so trommeln die Bauherren an jeder Ecke um Investoren für ca. 300 T€ bis ca. 1 Mio. €/Wohnung.
    c) Wer sich auf intensivere www-Recherche begibt, was Gregor Schmidt und sein Riesenunternehmen „RP-Entwicklungsgesellschaft Radolfzell“ dagegen in der Öffentlichkeit „auf die Beine“ stellen, muss der Mann gleich mehrere Goldadern oder unkritische Banken/Investoren angezapft haben. – Oder?
    d) Nun soll es fast 100 Mio. € kosten? „Gut“, auch „Maremüritz“ wird etwas größer, teurer und anders – aber nicht in solchen Relationen, mit denen weder Banker, Investoren noch StadtvertreterInnen (nebst den „Entscheidungsträgern öffentlicher Belange“) nicht mitgehen könnten. – Die „Welless-Oase“, ein wesentliches Kriterium für das AUS von Investor W.-D. Böhm, soll dort gänzlich entfallen?
    e) Vor den Hintertüren der geraden C.-Hainmüller-Str.-Hausnummern liegen seit den 1990er Jahren die Überreste von Spatenstichen und Erdaushüben für einen gewaltigen Sportpark herum. Auch WWG-Reihenhäuser sollten dort entstehen, was die Stadtverwaltung schon vor einigen Jährchen (unter Rhein) für „etwas Größeres“ verhinderte. – Viele Pläne, aus denen nichts wurde.
    f) Sehr viele Pläne sind schon sang- und klanglos allein in Waren (Müritz) gescheitert; vergessen. Die X-Varianten um das Filetstück zwischen Müritz und Feisneck oder um den Stadthafen mit Wasserstofftankstelle und Riesenschiffen? „Kristall-“ oder „Schwantherme“ auf dem Papenberg?
    g) Nichts gegen Unternehmenspläne – aber bitte gern für viel Spürsinn, weshalb Warener und Betuchte gern hier (möglichst mit unmittelbarem Wasserzugang) wohnen wollen. Wegen der Natur und des (noch) relativ Unverbauten.
    h) Meint irgendwer, man käme hierher, um sich statistisch an 100 Tauchern/Tag an einem viel zu kleinen „Schiffswrack“ in einem „Tauchturm“ zu ergötzen? Meint irgendwer, diese Mega-Projekte würden zu weniger Verkehr und dementsprechend weniger Frust und kleineren Preisen führen? Meint irgendwer, „Otto Normalo“ könnte die Luxus-Tempel betreten? Meint irgendwer, die „Urlauber“ würden sich daran erfreuen, mit Kindern, Reha-Gruppen und Senioren ihr Spaßbad oder Sportzentrum – zu welchem Preis auch immer – zu „teilen“?
    i) Übrigens: Die gewaltige 3-D-Animation des Tauchturmgeländes entstand – auf Nachfrage – auf Wunsch des Investoren. Laub- statt Kiefernwald am Feisneckufer. Sandstrand statt Wildwuchses. Große Boote + Hafen im Naturschutzgebiet „Müritz Nationalpark“/Feisneck.
    h) Was die Träumer betrifft; man entsinne sich an die salbungsvollen Versprechungen zur „Heilbad“-Werdung: Jeder Warener/Tourist könne im „Kurzentrum“ planschen; das sei Voraussetzung für die Anerkennung als „Heilbad“ (gewesen).

  2. Tanni sagt:

    Bravo Blümchen, ich teile deine Meinung voll und ganz! Super ausgedrückt!

  3. Bernd sagt:

    Muss dieser Scheiss sein.Brauchen wir nicht Geld für andere sinvolle Dinge?

  4. Micha sagt:

    Ja, jetzt heißt es wieder warten was kommt oder nicht …. Man kann es sehen wie man will, Befürworter gibt es einige einmal die , die Geld dran verdienen logisch …. Oder die ,wo hoffen dass da wirklich was gescheites entsteht um es zu nutzen oder nicht . Tauchturm ,kann ich mir persönlich nicht vorstellen dass so etwas in hohen Zahlen genutzt wird ! Aber gut abwarten eben….. Könnte mir vorstellen, dass Hauptaugenmerk der Stadt und ihrem (Oberhaupt ) liegt bei einer Schwimmhalle ohne die wäre es wohl schwieriger geworden eine Mehrheit zu bekommen für solch Schwindelerregende Projekte . Jetzt ist der Weg erstmal frei um die Banken und mögliche Inwestoren um Geld zu fragen . Und sollte es klappen, dann gibt es wieder das große Schulterklopfen für ein persönliches Denkmal was so eigentlich hier wohl eher weniger gebraucht wird . Da kann man nur hoffen , dass es bei Maremueritz jetzt auch zu Sinnvollen Vortschritten kommt um aktuelle Bebauung abzuschließen .

  5. Manu sagt:

    Ich schließe mich auch voll und ganz dem ersten Beitrag an. Wieviel Natur soll denn bitte noch zubetoniert werden. Dieser Riesenbau und die passende Infrastruktur kommt auch noch dazu. Bald müssen wir Warener uns ins Auto setzen, um ein Stück unberührte Natur zu erreichen, um Ruhe zu finden. Ich denke Waren hat zudem mehr als genügend Unterkünfte für Urlauber. Man sollte sich lieber darum bemühen, dass die Kurklinik, wie angedacht für Warener und Besucher zugänglich ist. Das o. g. Projekt kann doch bestimmt auch woanders entstehen.

  6. Elimar sagt:

    Was regt ihr Euch auf. Der Tauchturm ist ganz klar eine saisonverlängernde Maßnahme. Unbedingt steigt die Auslastung aller Hotels und Ferienwohnungen im Umkreis von 25 km auf 110% rund um´s Jahr.
    Hier der Beweis:
    https://www.youtube.com/watch?v=RKSZhIQ_bdg

    Um das Schlimmste abzufedern: unbedingt Betonbettenburgen bauen lassen, und bloß kein Geld für Hallenbad, Kultur, ihres Namens würdige Kultur und Kunst, tatsächlichen Ausgleich für verloren gehende Biotope und sonstige Träumereien ausgeben! Wir Bürger wollen nicht, dass es bei der Schlacht um die jetzt schon raren Betten im November und März körperlich zugeht. Dafür nehmen wir auch mal was in Kauf: Die Bezahlung der Infrastruktur für die Bauherren, wir verzichten auf den zugigen Blick auf´s Wasser und glauben sogar, dass es zwischen Investoren, öffentlichen Bediensteten und Volksvertretern keine Interessenkonflikte gibt.

    In diesem Sinne wünsche ich unseren in sicherer Mehrheit schwimmenden und hervorragend vernetzten Volksvertretern GrünSPCDU: Weiter so mit der überaus verantwortungsvollen Genehmigungspraxis.

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