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Arbeitsmarkt in guter Verfassung – Gute Job- und Ausbildungschancen an der Seenplatte

30. Juni 2018

„Zum Ende des Frühjahresaufschwungs sank die Zahl der arbeitslosen Menschen im Juni erstmals unter 12.000er-Marke. Und Fachkräfte werden immer gefragter im Seenplattelandkreis. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, die Arbeit zu verlieren, so gering, wie lange nicht – dagegen sind die Möglichkeiten, eine Arbeit zu finden, so gut wie selten zuvor,“ sagte der Chef der Neubrandenburger Arbeitsagentur, Thomas Besse.
Im Juni waren in der Seenplatte 11.980 Menschen ohne Job. 439 weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,1 Prozent. Im Juni 2017 lag die Quote bei 10 Prozent.
„Der Arbeitsmarkt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist in guter Verfassung und bietet viele Chancen“, sagte der Agenturchef. Zum Ende des Frühjahresaufschwungs – wenngleich er in den Vormonaten spürbarer war – ist die Zahl der arbeitslosen Menschen weiter gesunken. Diese Entwicklung hat Arbeitsmarktexperte Besse erwartet: „sie entspricht dem saisonalen Verlauf.“

Für Besse ist für die Bewertung der Entwicklung des Arbeitsmarktes der Vergleich mit dem Vorjahresmonat viel aussagekräftiger: „Hier steht ein Rückgang um fast 1.500 arbeitslosen Menschen zu Buche, das ist eine besonders erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt. Zumal wir mit unter 12.000 Arbeitslosen einen langjährigen Tiefstwert erreicht haben.“

Grund zur Sorge bereitet dem Agenturchef, dass etwa jeder dritte Arbeitslose im Landkreis keine abgeschlossene Berufsausbildung hat. „Sie können deshalb von der günstigen Beschäftigungsentwicklung nur teilweise profitieren.“

Für die kommenden Sommermonate erwartet Besse einen nur leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen: „Mit ein Grund ist das Ende der Ausbildung vieler junger Menschen. Sie melden sich vorübergehend arbeitslos, finden aber meist schnell eine Arbeit. Erste Anzeichen für diese Übergangsarbeitslosigkeit gibt es schon: Die einzige Gruppe, in der die Arbeitslosigkeit im Juni nicht gesunken, sondern geringfügig um 9 Personen angestiegen ist, sind Menschen unter 20 Jahren.“

Gut qualifiziert – seltener arbeitslos!

Zahlen der Bundesagentur für Arbeit bestätigen den Einfluss von Ausbildung und Qualifikation. In den Arbeitslosenquoten nach dem Qualifikationsniveau zeigt sich ganz klar: Gewinner in der Seenplatte haben einen Berufsabschluss. Für arbeitslose Männer und Frauen ohne Berufsabschluss zeigt sich im Landkreis der Mecklenburgischen Seenplatte ein dramatisches Bild.

Jugendliche, mit Berufsausbildung, haben beste Chance, schnell in Arbeit zu kommen, ist Besse überzeugt. Aber: „‘Gewinner‘ haben einen Berufsabschluss.“
Vom Rückgang bei den Jugendlichen unter 25-Jahren zum Vorjahr konnten ausschließlich die mit einem Berufsabschluss profitieren. Ihre Zahl verringerte sich um 62 (-30 Prozent). Anders bei den Jugendlichen ohne Berufsabschluss. Ihre Zahl ist um 88 (+12 Prozent) gestiegen.

Besse appelliert: „Wir müssen diesen gefährlichen Trend – gemeinsam mit allen Akteuren am Arbeitsmarkt – durchbrechen.“ Darum gibt es keinen Zweifel: „Kaum etwas schützt so sehr vor Arbeitslosigkeit wie eine Berufsausbildung“. Das spiegeln deutlich die aktuellen Zahlen der Arbeitsmarktstatistik. Acht von zehn der arbeitslosen jungen Menschen haben keinen Berufsabschluss. Vor fünf Jahren waren es noch fünf von zehn.

„Diese Entwicklung ist alarmierend. Arbeitslosigkeit wird zunehmend ein Problem mangelnder Bildung und Qualifizierung werden, nicht wegen fehlender Arbeitsplätze“, so Besse. Der Agenturchef kündigt an: „Wir werden nicht nachlassen und alles tun, um gerade junge Menschen möglichst für eine Ausbildung zu gewinnen.“

Die Arbeitslosenquote „Jüngerer“ lag im Juni bei 11,2 Prozent, im Juni 2013 noch bei 12,5 Prozent. Damit liegt sie jetzt 2,1 Prozent über der allgemeinen Quote.
Besse betonte deshalb: „Es ist wichtig, (jungen)Menschen ohne Berufsausbildung die Chance zu geben, einen Abschluss nachzuholen. Das ist sicher nicht einfach – doch es lohnt sich für jede Einzelne und jeden Einzelnen.“ Beratung bietet die Agentur für Arbeit und die Jobcenter im Landkreis. „Auch gute Unterstützungsangebote gibt es hier.“
Teilnehmende in Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik.

Zu- und Abgänge

Im Juni konnten 3.933 Männer und Frauen mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen unterstützt werden. Darunter 909 Menschen, denen die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit gefördert wird. 720 Männer und Frauen werden in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen fit für den Arbeitsmarkt gemacht. Insgesamt 1.107 Förderungen weniger als vor einem Jahr.
Ohne den Entlastungseffekt der arbeitsmarktpolitischen Förderinstrumente läge die Zahl der Arbeitslosen – ausgewiesen durch die so genannte „Unterbeschäftigung“ – um 3.850 höher und die Arbeitslosenquote bei 11,6 Prozent.

644 Männer und Frauen mussten sich im Juni nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes in der Seenplatte arbeitslos melden. Das sind 56 weniger als im Juni 2017. 886 Arbeitslose konnten ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Arbeit beenden. Das sind 17 mehr als im Vorjahresmonat.

Nach Personengruppen entwickelte sich die Arbeitslosigkeit recht unterschiedlich, allerdings waren bei allen Rückgänge gegenüber dem Vorjahresmonat zu verzeichnen. Die Spanne der Veränderungen reicht im Juni von –13 Prozent bei 50-Jährigen und Älteren bis –2 Prozent bei Ausländern.

Gemeldete Arbeitsstellen: Fachkräfte sind gefragt

Im Landkreis der Mecklenburgischen Seenplatte ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Zurzeit gibt es 2.705 freie Arbeitsstellen. 77 weniger als im Vormonat aber 151 mehr als im Mai des Vorjahrs.

Die größte Nachfrage gab es im Mai aus den Bereichen:   Callcenter und Zeitarbeit (819 freie Stellen im Bestand); Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (317); Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen (303); im verarbeitenden Gewerbe (284) sowie im Baugewerbe (279). Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber-Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Im Agenturbezirk Neubrandenburg entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Mai relativ einheitlich. In allen Regionen war im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Rückgang zu verzeichnen. Am günstigsten war die Veränderung der Arbeitslosigkeit in Altentreptow; dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 16 Prozent. Dem gegenüber steht die Entwicklung in Röbel mit einer Abnahme von 7 Prozent

Halbjahresbilanz Ausbildungsstellenmarkt

Aktuelle Daten weisen für das neue Berufsberatungsjahr 2017/18 auf eine stabile Situation hin. Von Oktober 2017 bis Juni 2018 meldeten sich bei den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern 1.401 Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 7,8 oder 101 Prozent mehr als vor einem Jahr. Gleichzeitig waren 1.592 Ausbildungsstellen gemeldet, ähnlich viele wie im Vorjahresmonat. 616 Bewerber waren unversorgt und 774 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Am häufigsten waren Ausbildungsstellen gemeldet für angehende Kaufleute im Einzelhandel (82); Verkäuferinnen und Verkäufer (70); Koch/Köchin (64) und Fachkräfte – Lagerlogistik mit 61 Ausbildungsangeboten.

Top 10 der unbesetzten Ausbildungsstellen:
Kaufmann/-frau im Einzelhandel
Verkäufer/in
Koch/Köchin
Fachkraft – Lagerlogistik
Kaufmann/-frau – Büromanagement
Kfz.-mechatroniker – PKW Technik
Restaurantfachmann/frau
Hotelfachmann/-frau
Mechatroniker/in
Kaufmann – Groß-/Außenhandel – Großhandel

Allen Spätentscheidern, die noch einen Ausbildungsplatz suchen oder sich über ihren beruflichen Weg noch nicht sicher sind, bietet die Berufs- und Studienberatung weiterhin Beratungstermine an. Bei Fragen zur ‚assistierten Ausbildung‘, den sogenannten ‚ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH)‘ oder der ‚Einstiegsqualifizierung (EQ)‘ können Personalverantwortliche die kostenlose Arbeitgeberservice-Rufnummer 0800 4 5555 20 nutzen.
Jugendlichen bietet die gebührenfreie Service- Rufnummer 0800 4 5555 00 die Möglichkeit, einen Beratungstermin bei der Berufsberatung zu vereinbaren.


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