Bauern melden Trockenschäden und erste Notschnitte

26. Juni 2023

Der Regen der letzten Tage war auch für Bauern und ihre Kulturen sehr wichtig. So wichtig, dass MV-Agrarminister Till Backhaus ihn in Schwerin sogar als „Segen“ bezeichnet hat. Denn die wochenlange Trockenheit hat vor allem bei Ackerpflanzen und Wiesen auf sandigen Böden – wie es sie an der Müritz recht häufig gibt – schon deutliche Spuren hinterlassen. So kann man im Weizen zwischen Waren und Möllenhagen und auch weiter Richtung Neubrandenburg viele deutliche braune Verfärbungen sehen. Auch zwischen Röbel und Sietow gibt es etliche braune Inseln im Getreide.

Auf vielen Feldern sind zum Teil recht große Flächen trockengefallen, wie Bauernverbands-Pflanzenexperte Frank Schiffner gegenüber „Wir sind Müritzer“ sagte. Dem Wintergetreide fehlte im Mai und Juni gerade in der Phase, wo die Körner gefüllt werden sollten, das Wasser. Das betrifft nicht nur die Seenplatte und ist auch kein Einzelfall. Nach Informationen von Backhaus und des Bauernverbandes haben erste Landwirte in MV bereits Getreideflächen abgehäckselt, weil die Ähren keine Körner ausgebildet hatten.

Damit soll der Futtermangel ausgeglichen werden – auch schon für den kommenden Winter, wie Backhaus sagte. Denn auf den Wiesen wuchs nach dem ersten Schnitt kaum noch etwas, als es sechs Wochen lang nicht regnete. Dies betraf beim Getreide vor allem Roggen und Weizenschläge. Die Gerste, die als immer als erstes und diesmal vermutlich auch schon Ende Juni gedroschen werden wird, hatte vielleicht noch mehr Glück, heißt es.

Die meisten Futterbaubetriebe in MV zehren derzeit von den Futterreserven aus dem Vorjahr, sagte Backhaus. Inwieweit die neuen Niederschläge den Grünflächen und dem Getreide und Mais noch nutzen, wird sich erst in den nächsten Wochen und beim Dreschen zeigen und hängt stark von der Bodengüte ab.

Dem Waldbrandschutz hat der Regen aber schon geholfen: Im Leitforstamt Mirow, zu dem auch Waren und Umgebung gehören, ist die Warnstufe von fünf auf eins gesunken. Im Nachbarforstamt Neubrandenburg liegt die Warnstufe noch bei zwei von fünf Stufen.

Gerste, Weizen und Raps werden im Nordosten auf mehr als einer halben Million Hektar angebaut und sind sonst die  größten Einnahmequellen der Pflanze-Agrarbetriebe. Der Mais auf den Feldern ist laut Verband bisher auch noch recht klein, weshalb er bei der Trockenheit aber auch noch weniger Wasserbedarf hatte. Nun beginnt das Aufholen – in der Hoffnung, dass es weiterhin ab und zu mal regnet. Dann könnte auch das Futter für die Nutztiere im Winter reichen. 


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