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Bittere Pille für Warener Schulen: Kein gesundes Frühstück mehr

10. Januar 2019

Das ist wirklich mehr als schade: Rund zehn Jahre lang hat die Warener Tafel an Schulen der Stadt „Gesundes Frühstück“ angeboten. Seit Beginn dieses Jahres ist aber Schluss. Das bestätigte André Rath, Leiter der Warener Tafel, gegenüber „Wir sind Müritzer“. Als Grund nennt er auf Nachfrage fehlende finanzielle Mittel. „Wir können das nicht mehr stemmen, weil eine jährliche großzügige Spende weggefallen ist“, so Rath.
In den drei betroffenen Warener Schulen – Friedrich-Dethloff-Schule, Regionale Schule Waren/West sowie Förderzentrum – steckt man aber nicht auf.

Die Idee für das „gesunde Schulfrühstück“ hatte der einstige Tafelchef Günther Hoffmann, und seine Argumente überzeugten. „Es gibt leider viele Mädchen und Jungen, die mit leerem Magen in die Schule kommen und manchmal auch keine Versorgung dabei haben“, meinte er seinerzeit und ging „Klinken putzen“, um an das nötige Geld zu kommen. Denn zum einen brauchte es pro Schule zwei geringfügig beschäftigte Mitarbeiter, zum anderen wurden Brot, Brötchen, Aufschnitt sowie viel Obst und Gemüse täglich frisch gekauft.

Hoffmann gelang, was viele nicht für möglich hielten: Er bekam das Geld zusammen, startete zunächst in der Detloff-Schule mit dem ehrgeizigen Projekt und erweiterte es schließlich auf die Regionalschule West und das Förderzentrum. Die Resonanz war enorm. Und blieb es auch. Was allerdings nicht geblieben ist, sind die nötigen Spenden. Vor allem eine.
Der Robinsonclub Fleesensee veranstaltete viele Jahre im Spätherbst ein so genanntes Genuss-Festival, auf dem verschiedene Spitzenköche Deutschlands kochten und bei dem vor allem durch eine große Tombola immer viel Geld zusammenkam. Eine fünfstellige Summe, die Robinson an die Warener Tafel für das gesunde Frühstück spendete. Dieses Festival gab’s im Herbst 2018 aber nicht und damit auch das Geld nicht.

Schüler schreiben Unternehmen an

„Wir haben versucht, die Spenden anderswo einzuwerben, aber ohne Erfolg“, so Tafel-Chef André Rath. „Die Entscheidung, das Projekt zu beenden, haben wir uns wirklich nicht leicht gemacht, aber es gab keinen anderen Weg, die jährlichen Kosten von mindestens 20 000 Euro können nicht finanziert werden.“

An den betroffenen Schulen war und ist die Enttäuschung natürlich enorm. In der Friedrich-Dethloff-Schule wollten die Schüler aber nicht einfach nur traurig sein und den Kopf in den Sand stecken. Jugendliche der Klasse 9R1 nahmen die Sache in die Hand, schrieben Unternehmen an und schickten auch eine Unterschriftensammlung an die Stadt. In der kommenden Woche bekommen sie im Kultur- und Bildungsausschuss die Möglichkeit, ihre Argumente vorzutragen und um die Unterstützung der Stadt zu werben. Denn sie wollen das „Gesunde Frühstück“ auch weiterhin anbieten.

Und auch wenn sie schon Zusagen von Unternehmen haben – alleine schaffen sie es nicht, fünf Mal in der Woche „Gesundes Frühstück“ in der Schule anzubieten. So suchen sie unter anderem ehrenamtliche Helfer, aber natürlich auch Sponsoren, die sich gerne direkt in der Schule melden können.


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