Jeder muss mal renovieren, selbst im Museum. Im DDR-Museum in Malchow kommen im nächsten Jahr das Wohnzimmer und die „Phono-Ecke“ an die Reihe. Das hat Museumsleiterin Susanne Reichert angekündigt. In diesem Jahr war schon das Kinderzimmer dran, in dem viele Besucher in ihren Erinnerungen schwelgen, ähnlich wie vor dem „Medaillenzimmer“, dem Bad und dem Raum mit Uniformen. „Wir hören immer ganz viel ‚Ohs‘ und Ahs‘ oder ‚Ja das hatten wir auch“, erzählt die Leiterin des Hauses in dem ehemaligen Malchower Filmpalast.
2022 war da keine Ausnahme. Mit mehr als 21 000 Besuchern konnte das Haus sein zweitbestes Ergebnis überhaupt erzielen.

So wurde im Kinderzimmer erstmals eine Modelleisenbahn aufgebaut, wie sie auch in der DDR üblich war. Von solch robuster DDR-Modelleisenbahn -Technik könnte das Haus auch selbst noch Exemplare für seine Sammlung vertragen, sagte Reichert.

Nichtsdestotrotz kommen immer wieder Filmemacher, die die Utensilien und Erfahrungen des DDR-Museum nutzen. So wurden Szenen von „Käthe und ich“ hier gedreht. Auch bei einer Sendung der Reihe „Wunderschön“ mit Judith Rakers kam das DDR-Museum prominent vor.
Damit das so bleibt, wird ein FSJler nun die DDR-Musiksammlung durcharbeiten und ordnen, denn Schallplatten mit Ost- und West-Musik gibt es genug. Zu den Dingen, die man noch gebrauchen könnte, zählt Reichert DDR-Kinderspielzeug, echte DDR-Kinderwagen, aber auch inzwischen sehr rare Alltagsdinge wie Zigarettenschachteln. Hier gab es ja Marken wie Juwel, Salem, Karo, F6, cabinet oder die vornehmeren Duett-Schachteln. Für thematische Ausstellungen werden außerdem noch Fotos gesucht, denn nur sehr selten finden private Fotoalben ihren Weg in das Haus. Dabei sind dort manchmal echte Schätze enthalten, die zeigen könnten, wie die Leute in der DDR gelebt, gearbeitet und auch gefeiert haben.

Wer sich die DDR-Alltagsschau im Filmpalast ansehen will, kann das ab April wieder. Derzeit wird schon an einem weiteren Thema für 2023 gearbeitet: Dann soll es eine Ausstellung zur DDR-Friedensfahrt geben. Diese habe einmal auch durch Malchow geführt, sagte Reichert. Mit Hilfe eines Friedensfahrt-Museums in Sachsen-Anhalt hoffen die Museumsmacher dann darauf, vielleicht einen der „Großen“ von damals – wie Olaf Ludwig – in Malchow begrüßen zu können.














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