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Den Kranichen ist das Jahr 2019 noch zu trocken – Schwierige Brut befürchtet

4. März 2019

Der trockene Sommer 2018 hat der Tourismusbranche zwar Höchstwerte bei Übernachtungen beschert, sorgt aber in der Tierwelt immer noch für Probleme. Weil der Herbst und der Winter das enorme Regendefizit auch in der Mürit-Region noch immer nicht ausgleichen konnten, dürften die Kraniche im Jahr 2019 viele Probleme bekommen, wie auf der Jahrestagung der Kranichexperten am Wochenende in Karow deutlich wurde. Die trompetenden Vögel sind zwar zurück und balzen schon, aber die Trockenheit hat viele Feuchtgebiete, in denen die majestätischen Großvögel ihre Nester haben, immer noch ausgetrocknet liegen lassen.

Das werde nach jetzigem Ermessen wohl 2019 für deutlich weniger Nachwuchs als in den Vorjahren sorgen, erklärten die Experten. Die Graukraniche, die derzeit im Süden der Müritz häufiger zu beobachten sind als nördlich der Müritz, brüten eigentlich am liebsten in Erlenbrüchen und einsamen Ackersöllen, weil sie wegen des Wassers um das Nest herum guten Schutz vor natürlichen Feinden haben. Dazu gehören vor allem Füchse, die wegen der Tollwutimpfung immer zahlreicher werden, sowie Waschbären oder ganze Rotten von Wildschweinen, die die brütenden Kraniche zu oft aufscheuchen.

Da diese Feinde nun zu leichter an die Nester gelangen haben die Kraniche ihre eigene Strategie: Sie legen gar keine Eier. Damit dürften Elterntiere mit Jungen, wie man sie im Karower Meiler als präparierte Familiue sehen kann, 2019 wohl seltener auf Feldern zu sehen sein – wenn es nicht in den nächsten Tagen noch besonders ergiebig regnet.

Aber solch eine Tierart, die anpassungsfähig ist und schnell lernt, wie sie trotz aller Probleme Nahrung findet, werde auch solche mageren Nachwuchsjahre überstehen, schätzen die Experten. Bisher steigt die Population in Deutschland jährlich um drei bis vier Prozent, in den westlichen Ländern sogar noch schneller.

Die Kranichentwicklung ist seit Jahrzehnten positiv: Mit rund 5000 Brutpaaren hat Mecklenburg-Vorpommern die Hälfte aller in Deutschland brütenden Kraniche. Dazu kommen Brandenburg (2750), Niedersachsen (1500), Sachsen-Anhalt (660), Schleswig-Holstein (550), Sachsen mit rund 300 Brutpaaren sowie Thüringen mit 8 Paaren, Nordrhein-Westfalen (17 Brutpaare) und Bayern mit schon 21 Paaren.

 


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