
foodwatch fordert seit Langem eine Zuckersteuer, genau wie etliche medizinische und wissenschaftliche Organisationen. Hersteller sollen einen Anreiz haben, zuckerärmere Produkte anzubieten. Vorbild ist Großbritannien. Getränkeproduzenten zahlen dort seit 2018 eine Abgabe, gestaffelt nach dem Zuckergehalt. Seitdem ist der Zuckergehalt in Getränken um 35 Prozent gesunken. Beispiel Fanta: In Deutschland enthält sie 7,6 Gramm Zucker, in Großbritannien nur 4,5 Gramm – fast halb so viel. Auch der Zuckerkonsum über Limo, Cola und Co. ist in Großbritannien deutlich gesunken und ist niedriger als in Deutschland: Pro Kopf und Tag sind es nur rund 16 Gramm.
Zuckergetränke machen krank
Zuckergesüßte Getränke sind einer der größten Risikofaktoren für Adipositas und Typ-2-Diabetes. Sie erhöhen zudem das Risiko für Herzerkrankungen, Leberkrebs und Gicht. Besonders problematisch: Zuckergetränke liefern Kalorien, machen aber nicht satt. Viele Menschen trinken dadurch enorm viel Zucker – sind sich dessen aber kaum bewusst.
In Deutschland leben rund 8,9 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes; etwa jeder vierte Erwachsene ist krankhaft übergewichtig. Allein Adipositas verursacht laut der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina jährlich etwa 113 Milliarden Euro Folgekosten in Deutschland.
Österreich auf Platz 2, Südeuropa schneidet besser ab
Hinter Zucker-Spitzenreiter Deutschland folgen Österreich mit knapp 23 Gramm pro Tag und die Niederlande (20 Gramm). Die Menschen in Südeuropa trinken am wenigsten Zucker über Getränke.
Die zehn bevölkerungsreichsten westeuropäischen Länder im Vergleich (Gramm Zucker pro Tag über Erfrischungsgetränke):
Deutschland (25,7)
Österreich (22,8)
Niederlande (20,4)
Schweden (17,5)
Belgien (17,45)
Großbritannien (16,1)
Frankreich (14,7)
Spanien (12,6)
Portugal (9,8)
Italien (9,5)







Neueste Kommentare