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Diktaturfolgen wirken bis heute fort

14. Februar 2021

Die Beratungsangebote der Landesbeauftragten für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur wurden unter den schwierigen Bedingungen der Pandemie auch im 30. Jahr der Deutschen Einheit weiterhin von zahlreichen Bürgern wahrgenommen. Insgesamt 654 Betroffene haben die Bürgerberaterinnen im letzten Jahr in Mecklenburg-Vorpommern betreut, mit Gesprächen, bei Verfahren und Recherchen. Unverändert hoch ist die Zahl der Betroffenen, die intensivere Begleitung benötigen.
Bei der Anlauf- und Beratungsstelle für die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ sind mit 354 neuen Meldungen bis Jahresende 2020 insgesamt 1.406 Betroffene registriert. Noch bis zum 30. Juni 2021 können Betroffene, die als Minderjährige in der DDR in sonderpädagogischen, psychiatrischen oder Behinderteneinrichtungen untergebracht waren, Ansprüche bei der Stiftung anmelden.

Das „Corona-Jahr“ 2020 wurde für die Behörde der Landesbeauftragten zum Jahr der Publikationen. Mit den fünf Neuerscheinungen im Jahr 2020 sind in der Schriftenreihe der Landesbeauftragten seit 1993 insgesamt 62 Publikationen erschienen, darunter aktuell zwei neue Publikationen zur Situation von behinderten Minderjährigen in der DDR.

„Für viele Menschen, die in der SBZ und in der DDR politisches Unrecht erleiden mussten, wirken die Folgen der Diktatur bis heute fort“, sagte die Landesbeauftragte Anne Drescher. „Sprechen können Betroffene über ihr Schicksal in einer Beratung, in der sie sich angenommen und verstanden fühlen. Neben der Unterstützung in Antragsverfahren ist für viele Betroffene bei ihrer persönlichen Aufarbeitung die Biografiearbeit anhand recherchierter Unterlagen sehr hilfreich. Belastet durch die Verfolgungsschicksale ihrer Angehörigen sind aber auch Familien und selbst folgende Generationen. Auch hier sind Klärung und Gespräch notwendig, müssen Beschweigen und Verdrängung aufgebrochen werden“, sagte Anne Drescher. „Die Sensibilisierung für die Belange der Betroffenen von Leid und Unrecht durch die SED-Diktatur stärkt unsere freiheitliche und demokratische Zivilgesellschaft.“

An die Landesbeauftragte können sich Bürger mit ihren Fragen und Anliegen im Zusammenhang mit der DDR und SED-Unrecht wenden. Dazu gehören politische Häftlinge ebenso wie Betroffene, die durch Verfolgungsmaßnahmen gesundheitlich, im Vermögen oder in Ausbildung und Beruf geschädigt wurden. Beraten werden ebenfalls ehemalige Sportler, die dem DDR-Dopingsystem unterworfen waren und auch ehemalige Heimkinder, die in Jugendhilfeeinrichtungen Unrechtserfahrungen machen mussten.


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