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Drogenbanden-Prozess: Angeklagte legen Geständnisse ab

5. Dezember 2018

Nach fast zwei Stunden Verzögerung war es heute so weit: Die drei Männer aus Waren und Möllenhagen, denen bandenmäßiger Drogenhandel in großem Stil vorgeworfen wird, zeigten sich geständig. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit nahm das Landgericht Neubrandenburg unter Vorsitz von Richterin Nicola Schmidt-Nissen die Einlassungen des 39-jährigen Mannes, der wohl die Hauptrolle im Drogenhandel spielte, und seiner Komplizen entgegen.
Was die Angeklagten plötzlich zu dieser Einsicht brachte? Die drei Männer hatten vorher mit ihren Verteidigern eine Absprache mit dem Gericht getroffen. das könnte den Prozess merklich abkürzen.

So soll der 30-Jährige aus Waren, dessen Bekannte mit einem Kleinkind bei Gericht erschien, mindestens 30 Monate und maximal dreieinhalb Jahre Haft bekommen. Der 28 Jahre alte Angeklagte soll zwischen drei und vier Jahren Haft erhalten. Der mit 39 Jahren Älteste, der wegen einschlägiger Delikte bereits vorbestraft ist, muss mit vier und fünf Jahren Haft rechnen. „Ich stimme dem zu“, lauteten unisono die Antworten von der Anklagebank auf die Fragen der Richterin.

Der Fall hatte Mitte Juni für viel Aufsehen gesorgt (WsM berichtete): Die Polizei durchsuchte 15 Immobilien, davon die meisten in Waren, Möllenhagen, Lansen, Groß Plasten und auch in Hamburg. Laut Anklage werden den Männern Drogenbeschaffungsfahrten angelastet, die nach Gransee (Brandenburg), Hamburg, Rheinsberg und in weitere Orte führten, mit weiteren Komplizen.

Von dort seien große Mengen Marihuana, Amphetamine, Kokain und Ecstasy-Tabletten „besorgt“ und „vertickt“ worden. Bei der Razzia waren große Mengen der Drogen sichergestellt und auch Geld in sechsstelliger Höhe beschlagnahmt worden, was vermutlich mit den „Geschäften“ zu tun hatte.

Völlige Klarheit darüber, wer alles in die Geschäfte verstrickt war, konnten Zuhörer aber nicht erlangen. Das Gericht schloss dei Öffentlichkeit für die Zeit, in der die Geständnisse abgelegt wurden, aus. Es gehe um die Sicherheit der Angeklagten und von deren Angehörigen, hieß die Begründung, die unter anderem Peter-Michael Diestel als Verteidiger vorlas. Am nächsten Prozesstag, dem 10. Dezember, soll die Öffentlichkeit wieder zugelassen sein.


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