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Hilfswerk: Armut in Deutschland hat zunehmend ein Kindergesicht

4. Mai 2019

Der prozentuale Anteil der Kinder und Jugendlichen in Hartz-IV-Haushalten ist in den letzten Jahren stetig angestiegen. Nach aktuellen Berechnungen des Deutschen Kinderhilfswerkes erhöhte sich der Anteil der Unter 18-jährigen in Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften auf jetzt 33,4 Prozent. Vor fünf Jahren hatte dieser Wert noch bei 31,3 Prozent gelegen. Zum Jahresende 2018 waren von 5.865.234 Personen in Bedarfsgemeinschaften 1.961.052 Kinder und Jugendliche. Deshalb braucht es aus Sicht der Kinderrechtsorganisation dringend eine Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland und eine bedarfsgerechte Kindergrundsicherung.

„Die Armut in Deutschland hat zunehmend ein Kindergesicht. Auch wenn die absoluten Zahlen der Kinder und Jugendlichen im Hartz-IV-Bezug nach vielen Jahren des Anstiegs im letzten Jahr endlich wieder etwas zurückgegangen sind, ist ihr prozentualer Anteil weiter angestiegen. Mittlerweile ist jeder dritte Hartz-IV-Empfänger ein Kind, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung in Deutschland nur bei rund 16 Prozent liegt. Damit sind Kinder und Jugendliche mit ihren Familien in besonderem Maße von Armut betroffen. Das kürzlich beschlossene ‚Starke-Familien-Gesetz‘ ist ein erster wichtiger Schritt zur Bekämpfung der Kinderarmut. Dem muss nun möglichst zügig eine Kindergrundsicherung folgen, die ihren Namen verdient. Die Förderung armer Familien und ihrer Kinder sowie unbürokratische Zugänge zu armutsvermeidenden Leistungen gehören auf der Prioritätenliste ganz nach oben. Mittelfristig kann die Lösung nur sein, die gesellschaftliche Teilhabe jedes Kindes eigenständig und unabhängig von der Hartz-IV-Gesetzgebung abzusichern“, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Kinderarmut wirkt sich in vielen Bereichen des Alltags aus, dementsprechend plädiert das Deutsche Kinderhilfswerk für eine Gesamtstrategie zur Bekämpfung der Kinderarmut mit aufeinander abgestimmten Infrastruktur- und Geldleistungselementen, die interdisziplinär an verschiedensten Stellen ansetzt.

Langfristig tritt das Deutsche Kinderhilfswerk für die Einführung einer bedarfsgerechten Kindergrundsicherung in Höhe von 628 Euro nach dem Modell des Bündnisses KINDERGRUNDSICHERUNG ein, die den bestehenden Familienlastenausgleich ablöst, bestehende kindbezogene Leistungen bündelt und das soziokulturelle Existenzminimum von Kindern unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Familie, der Familienform und dem bisherigen Unterstützungssystem bedarfsgerecht gewährleistet.


3 Antworten zu “Hilfswerk: Armut in Deutschland hat zunehmend ein Kindergesicht”

  1. Torsten Schwerbler sagt:

    Es wird bei Kindern alles angerechnet und abgezogen…Unterhalt und Kindergeld bei Hartz4 zum Beispiel…andererseits wirft der Staat,unsere Politiker, Milliarden zum Fenster raus siehe BER Stuttgart Flüchtlingspolitik oder Hamburg. Es wird Zeit das ein Paragraph der Steuerverschwendung eingeführt wird…ohne ein zweites 1989 wird sich nichts ändern wo die Menschen endlich aufgestanden sind und gesagt haben !!!Wir sind das Volk!!! Und da wundert es unsere Politiker von den beiden“großen Parteien“ das die Menschen AfD wählen???? sie sollten mal aufwachen Österreich zeigt uns vor in Sachen Steuer was Merkel in ihrer gesamten Zeit nicht geschafft hat siehe Soli wir brauchen einen Kanzler Kurz auch hier

  2. Silke sagt:

    Der Wunsch nach 628,-Euro Kindergrundsicherung ist voll verständlich allerdings hätte ich einen anderen Vorschlag. Es heißt ja immer mit Recht das alle Kinder die gleichen Möglichkeiten bekommen sollen ,also wäre mein Vorschlag keine Kosten für Kita ,Schulutensilien, kostenfreies Mittagessen ,Mensaessen und freie Studentenunterkünfte um nur einiges zu nennen. Zeitgleich wird kein Kindergeld mehr gezahlt . Freunde von mir hätten ohne die Hilfe von uns ihre beiden Töchter garnicht zum Studium gehen lassen können ,Miete, Verpflegung u.s.w. hätten sie mit ihrem Gehalt nicht aufbringen können. Mutter in der Pflege und der Vater Kraftfahrer . Außerdem würde sich auch manch Rentner wünschen 628,- Euro zu bekommen.

  3. W sagt:

    Herr Schwerbler,
    aus meiner Sicht zu KURZ gedacht. Auch der junge Herr macht dieselbe populistische Politik, die nur die Probleme kaschiert. Natürlich belastete die Flüchtlingswelle die Wirtschaft. Das darf und muss klar gesagt werden, wenn man ehrlich ist. Andererseits lenkt der Fingerzeig auf Menschen, denen es viel schlechter ging, als sie zu uns kamen, von landesinneren oder persönlichen Problemen ab. Das ist billig und schäbig. Leider zwingt unser Teil der Bevölkerung, die mit Flüchtlingen und politischen Asylanten nichts teilen wollen die Politiker zu einem Schlingerkurs, auch den Herrn Kurz. Volkswirtschaftlich ist das aber marginal. Dass sie dann ein Herz für anderer Leute Kinder haben, bezweifle ich. Stattdessen sollten wir den Blick darauf richten, dass systemimmanente Zwänge zu Wachstum und Konzentration ständig Gewinner und Verlierer produziert. Natürlich ist legitim, beim Einkauf im Netz auf niedrige Portokosten zu achten. Andererseits ist das der Grund für Dumpinglöhne bei der Logistik. Natürlich wollen wir einen Bauboom, für günstige Mieten. Dafür müssen hunderttausende Leiharbeiter aus Osteuropa ihre Familie daheim mit Billiglöhnen auf den Baustellen durchbringen. Natürlich wollen alle das Klima retten, aber auch Auto fahren und schnell mal irgendwohin fliegen und billig, also bloß keine CO2-Steuer.
    Ich habe auch keine Lösung, aber empfehle, so wie wir, wenig zu schimpfen und viel selbst zu tun, für den Zusammenhalt in der Gesellschaft, für die Umwelt, für Kinder, für Alte und für Geflüchtete. Dann darf man voller Stolz sicherlich einen redaktionellen Beitrag in Wir sind Müritzer platzieren.

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