Müritzer schniefen und husten um die Wette

9. März 2018

So langsam aber sicher wird’s in einigen Firmen der Müritz-Region kritisch: Viele Mitarbeiter liegen nämlich flach. Wie eine Umfrage von „Wir sind Müritzer“ ergeben hat, scheint die Grippewelle am größten Binnensee Deutschland jetzt ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Das bestätigten auch von uns befragte Allgemeinmediziner, deren Wartezimmer momentan proppevoll sind. „Wir bräuchten eigentlich noch ein zweites Wartezimmer dazu“, sagte ein Hausarzt. Die Zahlen des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGus) sprechen eine deutliche Sprache.

So gab es alleine in der Woche vom 26. Februar bis 4. März fast 1500 neue Influenza-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern, im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wurden in einer Woche fast 140 neue Fälle gemeldet. Eine deutliche Zunahme gegenüber der Vorwoche. Die Dunkelziffer übrigens noch gar nicht mit eingerechnet.

In ganz Mecklenburg-Vorpommern, so das Landesamt, gab es bisher drei Grippe-Todesfälle. Alle drei Betroffenen waren im höheren Alter und hatten chronische Vorerkrankungen.

Im letzten Winter starben in Mecklenburg-Vorpommern zehn Menschen im Zusammenhang mit der Grippe.

Insgesamt wurden dem Landesamt in MV in der derzeitigen Grippesaison seit Oktober 4741 Influenza-Infektionen gemeldet. In der Vorsaison 2016/17 waren es zum gleichen Zeitpunkt nur 3191 2015/16 sogar nur 1151.

Auch viele Patienten, die sich gegen die Grippe impfen lassen haben, sind nach Auskunft der Mediziner erkrankt. Sie haben den Dreifach-Wirkstoff erhalten, inzwischen weiß man aber, dass der nicht ausreicht.

Neben der „richtigen“ Grippe quälen sich viele Müritzer zudem mit schweren Erkältungen herum, die meist sogar mehr als zwei Wochen andauern.

„Wenn ich nicht so tolle Mitarbeiter hätte, müsste ich meinen Pflegedienst schließen. Unsere Leute fangen die Ausfälle zum Glück auf, arbeiten aber auch am Limit“, so die Chefin eines Pflegedienstes der Region auf Nachfrage.
Auch an dem einen oder anderen Geschäft standen Kunden bereits vor verschlossenen Türen und fanden dann Schilder: „Wegen Krankheit geschlossen.“


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