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Nach dem Abitur eine Ausbildung statt ein Studium

3. Juli 2020

„Für mich war es die beste Entscheidung, mit Abitur eine Ausbildung anzufangen.“ – Dieses Fazit zieht Elisa Tabea Hartke, die sich derzeit im 2. Ausbildungsjahr zur Industriekauffrau bei den Stadtwerken Greifswald befindet. Für die 22-Jährige war nach dem Abitur klar: „Ich studiere, wieso wusste ich eigentlich gar nicht so recht. Jedoch stellte ich nach einem Semester fest, dass das Studium an einer Universität mich nicht glücklich macht und brach das Studium ab. Das lag daran, dass mir das Studium zu theoretisch ablief und ich das Gefühl hatte, nicht voran zu kommen und mit den Aufgaben zu wachsen.“ – Deshalb entschied sie sich für eine Ausbildung.

Heute sagt Tabea: „Ich bin damit unglaublich zufrieden. Ich habe das Gefühl, Menschen zu helfen, meine Arbeit wird anerkannt und ich kann das Gelernte aus der Berufsschule direkt anwenden. So ergänzen sich Praxis und Theorie perfekt! Ich werde in meiner Ausbildung viel mehr individuell in meinen Stärken gefördert und gefordert. Und außerdem: Eine Ausbildungsvergütung zu erhalten ist super.“

Mit dieser Meinungsäußerung wendet sich Elisa Tabea Hartke direkt an die Abiturientinnen und Abiturienten dieses Jahres, sich ebenfalls für eine duale Ausbildung zu entscheiden.

„Das duale Berufsausbildungssystem hat bislang in allen Krisensituationen seine Belastungsfähigkeit unter Beweis gestellt und zeigt sich aktuell auch den jetzigen Herausforderungen der Corona-Krise gewachsen“, so der Tenor einer gemeinsamen Aktion der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, der Agenturen für Arbeit Neubrandenburg und Greifswald, der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern und des Bauernverbandes.

Diese Partner rufen in diesen Tagen ausdrücklich die diesjährigen Schulabgänger der Gymnasien auf, sich jetzt für eine Berufsausbildung im östlichen Mecklenburg-Vorpommern zu bewerben. Trotz der momentanen Corona-Situation ist die Ausbildungsbereitschaft der vielen Ausbildungsbetriebe ungebrochen hoch. Es gebe eine Vielzahl noch unbesetzter Ausbildungsstellen in den Ausbildungsbörsen der Partner, die nur auf die richtigen Bewerber warten.

Duale Ausbildung ist ein Karrieresprungbrett für alle Leistungsniveaus mit den jeweils passenden Einstiegs- und Durchstiegsmöglichkeiten. Es gibt kürzere und längere Ausbildungszeiten, je nachdem welche Leistungen und Vorlieben mitgebracht werden. Es gibt zudem immer die Möglichkeit, die Dauer einer klassischen Berufsausbildung unter bestimmten Voraussetzungen zu verkürzen und damit noch schneller zum Abschluss zu kommen.

Statements der Partner der Aktion #DualKarriereStarten:

Torsten Haasch, Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern: Nach der dualen Berufsausbildung ist noch lange nicht Schluss auf der Karriereleiter in den Unternehmen der Region. Denn die Nachfrage in den Firmen steigt, eigene Nachwuchskräfte über den Weg der Berufsausbildung und anschließender Fortbildung heranzubilden.
Nach einer tollen Berufsausbildung kann mit der Höherqualifizierenden Berufsbildung durchgestartet werden – zum Beispiel als „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“. Mit diesen Qualifikationen können direkt wichtige spezielle Fach- und Führungsaufgaben in Unternehmen übernommen werden.

Jens-Uwe Hopf, Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern:
Das Handwerk offeriert mit seinen 130 Ausbildungsberufen vielfältige berufliche Einstiegschancen für Jugendliche, ihre Talente und Fähigkeiten in gestalterischen, technischen und dienstleistungsorientierten Berufen zu entwickeln und darauf aufbauend ihren persönlichen Karriereweg zu planen. Mit dem Meister und dem Betriebswirt bietet das Handwerk Abschlüsse, die weltweit anerkannt und dem Bachelor und Master gleichgestellt sind. Wer im Handwerk eine Ausbildung erhält, der wird weltweit geschätzt. Auslandsaufenthalte und Praktika und längere Berufsaufenthalte in fremden Ländern bereichern den Erfahrungsschatz auf persönlicher und beruflicher Ebene. Die zunehmende Anzahl von Abiturienten in handwerklichen Berufen ist ein deutlicher Beleg, dass ihnen vom Augenoptiker, über den Elektrotechniker bis zum Zahntechniker spannende Berufs- und Karrierewege in der Region offenstehen und die zudem weitere Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Hoch qualifizierte Nachwuchskräfte wie Meisterinnen und Meister werden auch in Führungspositionen des Handwerks gesucht. So stehen allein im Bereich der Handwerkskammer rund 3.000 Betriebe in den nächsten Jahren vor dem Generationswechsel. Die Ausbildungsberater der Handwerkskammer stehen Lehrstellensuchenden und deren Eltern gern beratend zur Seite.

Thomas Besse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Neubrandenburg: Jungen Menschen mit Abitur stehen nach dem Ende der Schulzeit zahlreiche Wege offen. Die beruflichen Chancen sind so gut wie schon lange nicht mehr. Unsere Wirtschaft braucht dringend Auszubildende zur Sicherung der Fachkräftebedarfe. Eine duale Ausbildung kann für vielen junge Menschen mit Abitur eine tolle Alternative zum Studium sein – und die Karrierechancen mit einer Ausbildung sind vielfältig. Man kann seinen Meister machen, einen Betrieb übernehmen oder einen Fachwirt aufsetzen. Das müssen wir Jugendlichen und Eltern noch stärker bewusst machen. Meine Empfehlung: Junge Menschen sollen den Weg einzuschlagen, der zu ihnen und ihren Talenten passt.“

Andreas Wegner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Greifswald:
Die Unternehmen in unserer Region suchen weiterhin intensiv nach Fachkräften. Daran hat auch die Covid-19 Pandemie nichts geändert. Denn dahinter liegen langfristige Trends. Jedes Jahr gehen bei uns im Landkreis mehr als doppelt so viele Menschen in Rente wie gleichzeitig aus der Schule kommen. Viele Firmeninhaber*innen müssen perspektivisch leitende Positionen neu besetzen oder halten Ausschau nach einer potentiellen Nachfolge. Duale Ausbildungen bieten vielfältige Karrierechancen. Auf einen guten Ausbildungsabschluss kann man draufsatteln, seinen Meister machen, sich zum Techniker oder Fachwirt weiterbilden. Unsere Region bietet jungen Menschen viele gute berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, mit und ohne Abitur.“

Rotraud Geiger, Bildungsreferentin beim Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern:
Gleich drei Möglichkeiten stehen Abiturienten im Bereich der Landwirtschaft offen: Berufsausbildung, duales Studium oder Vollzeit-Studium. „Bei der Ausbildung zum Landwirt, Tierwirt, Pflanzentechnologe oder zur Fachkraft Agrarservice können Abiturienten auf Antrag gleich ins zweite Ausbildungsjahr einsteigen“, berichtet Rotraud Geiger, Bildungsreferentin beim Bauernverband MV. „Wir bieten eine Vielzahl an Ausbildungsplätzen in allen Landkreisen von der Ostseeküste bis an die polnische Grenze in großen Unternehmen und Familienbetrieben.“ Das duale Studium an der Hochschule Neubrandenburg verknüpft zudem eine verkürzte Berufsausbildung mit dem Studium der Agrarwirtschaft.


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