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Neustrelitz wird Sitz von Bundesstiftung für Ehrenamt – Palais soll saniert werden

2. Juni 2020

Eines der prägendsten Gebäude in der Nachbarstadt Neustrelitz soll in den nächsten Monaten grundlegend saniert werden – das Carolinen-Palais. Der rund 170 Jahre alte Bau direkt gegenüber vom Schlossgarten wird Sitz der neuen Bundesstiftung für Ehrenamt und Engagement. Das hatten Bundestag und Bundesrat vor mehreren Monaten beschlossen, seit Anfang April ist das Gesetz auch in Kraft.
Damit will der Bund auch die Ansiedlung von Behörden in den neuen Bundesländern vorantreiben, wie es Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere Politiker schon länger gefordert haben und wie es nun auch aus den drei zuständigen Ministerien in Berlin heißt. Konkret soll das etwa 75 Arbeitsplätze und viel Arbeit von Neustrelitz aus bedeuten. Zum Vorstand gehört unter anderem der jetzige Leiter der Ehrenamtsstiftung MV, die ein Vorbild für die Bundesstiftung sein soll, der 39-jährige Jan Holze.

Mit dem Carolinen-Palais hat sich die Stiftung ein wichtiges Gebäude aus der Mecklenburg-Strelitzer Geschichte, des nun in Landesbesitz ist,  vorgenommen. Die Ästhetik des markanten, aber noch recht unauffällig grauen Gebäudes wird erst deutlich, wenn man vom Schlossgarten hinübersieht und zugleich die Skulpturen bemerkt und die Schlossstraße bis zum Markt mit der Stadtkirche hinaufblicken kann.

Hier lebte – nach ihrer Scheidung als 35-jährige Frau – Caroline Marianne, einst als Prinzessin von Mecklenburg-Strelitz. Sie wurde 1821 in Neustrelitz geboren. Die Eltern waren Großherzog Georg von Mecklenburg-Strelitz und dessen Gemahlin Prinzessin Marie von Hessen-Kassel. Caroline hatte Friedrich VII. (1808-1863), den Kronprinz und späteren König von Dänemark Anfang Juni 1841 in Neustrelitz geheiratet. Die kinderlose Ehe hielt aber nicht, so dass Caroline 1846 wieder geschieden wurde.

Für sie ließ der Großherzog das Palais durch Hofbaumeister Friedrich Wilhelm Buttel bauen, der auch die Schlosskirche und viele markante Gebäude in Mecklenburg-Strelitz entwarf und baute. Caroline hat Historikern zufolge die Gelder gegeben, mit denen das Carolinenstift – ein Krankenhaus – gebaut wurde. Sie starb  am 1. Juni vor 144 Jahren in Neustrelitz und wurde in der Fürstengruft in Mirow beigesetzt.

In dem Palais war in der DDR-Zeit die Bezirks-Hygiene-Inspektion untergebracht. Noch hat das Landesgesundheitsamt hier Büros. Ein Erker wurde bereits erneuert. Wie teuer die Gesamtsanierung wird, steht noch nicht fest. Der Residenzschlossverein ist aber froh, dass ein weiteres Gebäude wieder hergerichtet wird. Auch in der Orangerie soll die Restaurierung in Kürze beginnen.

Internet zur MV-Stiftung, die Vereinen helfen soll: https://www.ehrenamtsstiftung-mv.de/


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