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Rekordverdächtig: Beschäftigte in MV immer länger krank

25. Januar 2020

Husten, Schnupfen, Rücken: Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern sind immer länger krankgeschrieben. Die durchschnittliche Fehlzeit pro Krankheitsfall stieg 2019 laut einer Auswertung der KKH Kaufmännische Krankenkasse auf ein Rekordniveau. Demnach fielen Beschäftigte durchschnittlich 15 Tage pro Jahr im Job aus. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 0,5 Tage mehr, im Vergleich zu 2015 ist das ein Plus von 0,8 Tagen. Die Analyse zeigt außerdem, dass Frauen in Mecklenburg-Vorpommern offenbar deutlich häufiger krank sind: Sie fehlten im vergangenen Jahr durchschnittlich 6,5 Prozent ihrer Sollarbeitszeit, ihre männlichen Kollegen dagegen nur 5,1 Prozent.

Laut KKH-Statistik war 2019 der Krankenstand in Sachsen-Anhalt mit 6,4 Prozent am höchsten, in Hamburg und Baden-Württemberg dagegen am niedrigsten. Dort fehlten Beschäftigte nur 4,1 Prozent ihrer Sollarbeitszeit. Mecklenburg-Vorpommern liegt mit einem Krankenstand von 5,9 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 5 Prozent.
Spitzenreiter in Sachen durchschnittliche Krankheitsdauer ist das Saarland mit 17,4 Tagen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Brandenburg mit je 15,9 Tagen. Bayern schneidet mit der kürzesten Fehlzeit (im Schnitt 13,9 Tage) am besten ab. Ein möglicher Grund für diese Unterschiede ist die Jobstruktur in den jeweiligen Regionen. So werden Menschen beispielsweise häufiger krank, wenn sie körperlich anstrengende Arbeiten erledigen. Auch die Arbeitslosenquote, die etwa im Osten nach wie vor höher ist, spielt eine Rolle.

Die Krankheitsursachen

Die meisten Krankheitsfälle registrierte die KKH im Jahr 2019 aufgrund von Atemwegsinfekten wie Erkältungen und Grippe, gefolgt von Leiden des Muskel-Skelett-Systems und Magen-Darm-Erkrankungen. Am längsten fielen Mitarbeiter wegen der Diagnose Krebs (durchschnittlich 68,6 Tage) und psychischer Leiden (40,3 Tage) aus.

Ausgewertet wurde die Zahl der Kalendertage mit ärztlichem Attest von pflicht- und freiwillig versicherten Mitgliedern der KKH Kaufmännische Krankenkasse, neu für das Jahr 2019 – ohne Arbeitslose und Rentner. Der Krankenstand beschreibt das Verhältnis von Sollarbeitstagen und Arbeitstagen, an denen Beschäftigte krankgeschrieben sind. Beträgt der Krankenstand in einem Bundesland beispielsweise 5 Prozent, fehlten Arbeitnehmer dort im Schnitt 5 Prozent ihrer Sollarbeitszeit. Die Krankheitsdauer beschreibt hingegen die durchschnittliche Fehlzeit pro Krankheitsfall.

Die KKH Kaufmännische Krankenkasse ist eine der größten bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen mit 1,7 Millionen Versicherten insgesamt und rund 45.000 Versicherten in Mecklenburg-Vorpommern.


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