Verbrechen lohnt sich wohl doch nicht – auch wenn die Mühlen der Justiz manchmal ziemlich lange mahlen. Zwei mutmaßliche Diebe, die vor Jahren Solarplatten und nagelneue Fernsehgeräte in größerer Menge nach Osteuropa bringen wollten, müssen sich in wenigen Tagen vor zwei Amtsgerichten verantworten.

Am Amtsgericht Waren muss sich nun am 4. Mai ein 29 Jahre alter Mann aus Polen wegen Solar-Diebstahls im besonders schweren Fall verantworten. Er soll mit einem Komplizen damals den Zaun bei Walow aufmontiert haben. Beide sollen die 353 Module im Wert von 48 000 Euro ausgebaut und in zwei Transporter verladen haben. Dem 29-Jährigen droht eine mehrjährige Haftstrafe.
Der Fernsehdieb hat einen noch längeren Anfahrtsweg gehabt. Der Bulgare soll die vielen Fernseher im Wert von 60 000 Euro von dem Brummi der Spedition von der Müritz irgendwo unterwegs „abgeladen“ haben. Dann war er mit einem wohl gestohlenen Lastwagen samt Beute nach Polen unterwegs. Auf der A11 endete die „TV-Tour“. Sein Prozess beginnt am 16. Mai in Pasewalk. Weil die Ermittlungen sich nach dem Aufgriff hinzogen, konnte der Mann zeitweise untertauchen.
Deshalb wurde EU-weit nach ihm gefahndet. Schließlich wurde er Anfang 2017 auf dem Flughafen in Köln geschnappt, wo er nach Bulgarien fliegen wollte.
Dem 1951 geborenen Angeklagten droht ebenfalls einen Haftstrafe. Ob für die Spedition aus Waren mit der TV-Ladung etwas wie Schadensersatz dabei herauskommt, das dürfte wohl erst ein Zivilverfahren klären.







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