Dieser Leserbrief von Christin aus der Region Röbel sollte zum Nachdenken anregen: „Von Zeit zu Zeit gehen wir mit Müllbeuteln, je nach Verschmutzungsgrad auch mit Schubkarre, ein kleines Stück die Straße zwischen Bollewick und der B198 entlang, um diese auf gerade einmal 600 Metern zwischen zwei Ortsein- und ausgangsschildern von Müll zu befreien. Man bedenke – die Straße wird meist nur von Einheimischen befahren.
Schon längst sammeln wir nicht nur die gewohnten Schnapsflaschen, Kaffeebecher und Bockwurstpapier der umliegenden Tankstelle ein, nein, zuweilen findet man auch blaue Säcke, gefüllt mit Entenfedern, Knochenresten eines fachmännisch zerlegten Schweines und viel anderen unerfreulichen Unrat.
Vergangenes Wochenende haben wir diesen Fund (Foto) an einer bereits oft genutzten Stelle zur vielfachen Entsorgung gemacht, einfach die Böschung bis auf den Acker hinabgeworfen. Daher haben wir, lieber VW-Fahrer, deinen Beifahrersitz samt Kindersitz wieder zur Abholung bereitgestellt. Als Wiedergutmachung kannst Du die anderen Fahrzeugteile netterweise gleich mitnehmen und diese im dafür gedachten Werkstoffhof abliefern. Muss der Landwirt, bevor er seine Fläche bewirtschaften kann, ansonsten diese erst beräumen?
Wann, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ist eure Schamgrenze endlich erreicht? Ihr fahrt täglich diese Allee entlang und habt gänzlich den Sinn und Blick für die Natur verloren.








Vielen Dank für diesen eindringlichen Leserbrief. Auch als Warenerin ist mir in den letzten Monaten aufgefallen, dass es hier bei uns im Heilbad viele Ecken gibt,wo der Schmutz wochenlang auf der Erde und in den Büschen liegt und vom Wind verweht wird. Gerade auf dem Papenberg, aber auch an der Shell Tankstelle an der Strelitzer Straße ist es mir besonders aufgefallen! Das ist kein schönes Bild für einen Kur- und Tourismusort.
Man kann diese Leute teilweise verstehen. Es wird einem heute so schwer gemacht solche Sachen loszuwerden. Z.B. bin ich letzte Woche zum Wertstoffhof inTeterow mit brauchbarenTextilien in 4 Säcken gefahren. Die Dame dort sagte mir dass ich die Säcke entleeren muß, damit sie sehen kann, dass dort keine verschmutzte oder zerissene Kleidung drin ist. Danach fragte sie mich wo ich wohne, als ich den Ort nannte, sagte sie mir dass sie für meinen Landkreis, nächstgelegener Wertstoffhof für mich, keine Wertstoffe annehmen darf, ich soll nach Malchin fahren. Dort angekommen, es war der Dienstag nach Ostern, es herrschte dort normaler Betrieb, gab mir ein Mitarbeiter einen Zettel mit den Öffnungszeiten „Dienstags keine Annahme“ Montags wäre göffnet aber da war ja Ostern, Also hat mich die Rundreise knapp 60 Km. gekostet und ich durfte alles wieder mit nach Hause nehmen.
Hallo, wir wohnen ebenfalls in der Region, haben wie beschrieben ebenfalls den einfach abgeladenen Müll bemerkt… Es ist richtig, das die Straße meist von Einheimischen, so wie den Bauern genutzt wird. Mich ärgert allerdings zunehmend, dass sämtliche Besucher der Scheune anscheinend ebenfalls dort lang fahren, und keine Rücksicht auf Fahrradfahrer, Landtechnik usw. nehmen… Man muss fast von der Straße springen, da Touristen oft glauben, sie haben hier immer Vorrang!! Etwas Rücksicht wäre schön!
Die Frage von Christin, wann die Schamgrenze bei den Verursachern solche Schweinereien erreicht sei, läßt sich mit einem Wort beantworten: NIE! Für diese Umweltverdrecker gibt es so etwas nicht. Es sind rücksichtslose, gewissenlose und zivilisatorisch absolut unterentwickelte Typen. Vielleicht fühlen die sich auch in ihren verdreckten Höhlen wohl. Das passt aber irgendwie in den Zustand allgemeiner Rücksichtslosigkeit und Verrohung in Teilen unserer Gesellschaft. Zum Glück ist das aber immer noch eine recht kleine Minderheit.
Die Müll-Schamgrenze scheint bei sehr vielen Einwohnern überhaupt nicht mehr zu existieren. Ich kann das nicht nachvollziehen. Bei uns in Peenehagen entsorgen Mitbewohner ihren Bauschutt, Plastemüll, Betonreste, Schrott usw. direkt hinter ihrem Grundstück in der Natur. Aus den Augen – aus dem Sinn.
Entschuldigung für mein schlechtes französisch: das ist das Gleiche, als wenn ich zum Nachbarn gehe und in seinen Garten sche****!
Leute: was läuft hier schief?
Das Vermüllungsproblem zieht sich durch die ganze Region.
Auch in der Stadt.
Leider auch auffällig heftig bei Jugendlichen, die in Röbel an und um den Hafen, am Sitzplatz Eingang Großkeller Drift, abgebauter Rastplatz, in der Drift, Weidehang, Schwarzer Weg, usw die dort ihren Müll verteilen.
Das Gebüsch voll. Brandgefährliche Flaschen(können wie Lupen wirken) überall.
Leider stehen Touristen dem in nichts nach.
An der Müritz sind die Badestellen mit ihrem Gebüsch im Sommer buchstäblich „zugeschissen“. Die genutzten Reinigungsmittel liegen dann auch dort.
Das Problem mit der schwierigen Entsorgung kann ich nur bestätigen. Zudem ist es wirklich teuer, weil für was weiß alles zusätzliche Gebühren erhoben werden.
Hinzu kommt, dass nicht jeder Transportkapazitäten hat, die Werkstoffhöfe zu erreichen. Das verursacht ggf noch nehr Kosten.
Eine undurchsichtige Flut von Vorschriften macht Abfallentsorgung zur Wissenschaft.
Hinzu kommt das immer dringender werdende Problem, von im Sommer explodierender Anzahl von Hunden.
Es ist sehr eng geworden, an der Müritz.
Die Hundebeutelspender werden viel genutzt, aber leider nicht von allen. Es liegt enorm viel Kot in den Anlagen, auf den Wegen, überall. Die Kotbeutel fliegen auch oft herum, großflächig verteilt, ungenutzt, aber auch genutzt. Zudem halten sich bedauerlicher Weise viele Mitmenschen nicht an die Leinenpflicht. Zusammen mit der übergroßen Zahl Fahrräder, E-Räder, teils E-Tretrollern und Fußgängern, entsteht eine wenig entspannende und belastende Situation.
Es ist m.M.n. zu eng im Sommer, an der Müritz.
Abhilfe wäre in sofern möglich, nicht, wie geschehen, etliche Mülleimer abzubauen, sondern wieder aufzustellen.
Mit Kindern, ab Einschulalter regelmäßig ihre Schulwege zu begehen und Müll sammeln. Einbinden in den Sach-und Biologieunterricht, wie verheerend sich Müll in Flora und Fauna auswirkt, um Bewusstsein zu schärfen!
Reinigungsabgabe zur Kurtaxe dazu.
Ordnungsamt: verstärkte Kontrollen am Hafen, der Promenade, bis Marienfelde, zur Durchsetzung von Leinenpflicht, Hundekotaufsamneln und Müllorganisation.
Trennung von Rad-und Fusswegen, wie ja angedacht, an der Röbler Müritzpromenade.
Und GANZ WICHTIG:
ENDLICH TREFFMÖGLICHKEITEN für die KIDS und jungen Leute!
Offene Jugendarbeit mit ein, zwei Sozialarbeitern die präsent sind, die ansprechbar sind und ansprechen.
Veranstaltungsangebote auf junge Leute zugeschnitten, MIT ihnen entwickelt, sie in Mitverantwortung nehmend, ohne politische Überfrachtung.
M.M.n. könnte das bürgerschaftlich begleitet werden, z.B. in dem Eltern und offene Erwachsene ganz unverbindlich, aber zugewandt mit den jungen Leuten um und am Hafen ins Gespräch kommen.
Sozialarbeiterstellen kosten, das stimmt, aber ich sehe das als Investition und nicht als Last.
Was ich auch einmal gut fände, wäre die Bauhofleute reden lassen, was sie so alles finden und wie sie mit dem Hinterherräumen von Müll belastet sind.
Als letzter Punkt:
Abfallbeseitigung muss JEDEM barrierefrei und finanziell zumutbar sein.
Die jetzige Praxis ist zu umständlich, zu vorschriftsüberladen und für nicht wenige Bürger schwer bis kaum umsetzbar.
Hier gilt es tatsächlich auch von politischer und verwaltungsvorschriftsseitig zu entrümpeln, zu straffen und pragmatische, barrierefreie Lösungen zu finden.
60km für vier Säcke Altkleider, wie im vorherigen Kommentar beschrieben, illustrieren das Problem deutlichst.
Das darf so nicht bleiben.
Sie sind dann sicherlich am Sonntag beim gemeinsamen Spaziergang und dem dazugehörigen Müllsammeln, in Röbel anzutreffen, oder?
Wäre doch schade diese Gelegenheit, seinen Worten auch Taten folgen zu lassen, verstreichen zu lassen.