
Verbraucher können ab sofort online ihre Stimme für die „Mogelpackung des Jahres“ abgeben. Die Verbraucherzentrale Hamburg ruft zur jährlichen Abstimmung auf. Ziel der Wahl ist es, besonders dreiste Fälle von versteckten Preiserhöhungen – sogenannte Shrinkflation – sichtbar zu machen und aufzuklären. Die Wahl basiert auf einer von der Verbraucherzentrale erstellten Shortlist von fünf Produkten, bei denen Hersteller oder Händler den Preis intransparent erhöht haben, meist durch geringere Füllmengen bei gleichbleibendem oder sogar steigendem Preis.
Das sind die Kandidaten:
Kandidat 1: Milka Schokolade von Mondelez
Bei der Milka Alpenmilch sinkt die Füllmenge von 100 auf 90 Gramm, während der Preis der Schokoladentafel nahezu zeitgleich von 1,49 auf 1,99 Euro steigt. Das ergibt eine Preiserhöhung von über 48 Prozent. Zudem ist das neue Gewicht auf der Verpackung oft vom Umkarton verdeckt.
Kandidat 2: Käse-Streusel Backmischung von Dr. Oetker
Dr. Oetker verkauft die Backmischung Käse-Streusel als neues Produkt, obwohl sich an der Rezeptur kaum etwas geändert hat. Dafür ist der fertig gebackene Kuchen nur noch etwa halb so groß. Bezogen auf die Füllmenge steigt der Preis um knapp 90 Prozent.
Kandidat 3: XXL Schoko Hafer-Müsli von Kölln
Kölln macht aus einem „Vorratspack“ einen „XXL Pack“ und reduziert die Füllmenge drastisch – von 1.700 auf 1.050 Gramm. Trotz des gesenkten Verkaufspreises im Handel ist das Müsli knapp 30 Prozent teurer.
Kandidat 4: Penne Pomodoro Mozzarella von Knorr
Ein Störer auf dem Nudel-Fertiggericht verspricht mehr Inhalt, doch für Verbraucherinnen und Verbraucher wird es teurer. Der Preis steigt stärker als die Füllmenge. Unterm Strich eine Preiserhöhung von 29 Prozent.
Kandidat 5: 3in1 Classic Kaffeesticks von Jacobs
Zwar bleibt die Anzahl der Sticks bei Jacobs 3in1 Classic gleich, doch in jedem Stick ist weniger Kaffeepulver. Insgesamt schrumpft der Inhalt von 180 auf 120 Gramm. Bezogen auf die Füllmenge wird das Instantgetränk bei einem etwas höheren Verkaufspreis um 56 Prozent teurer.
Im vergangenen Jahr erweiterte die Verbraucherzentrale Hamburg ihre Mogelpackungsliste um 77 neue Produkte – die zweithöchste Zahl seit Beginn der Erhebungen. Das entspricht einem Anstieg von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders alarmierend: Die durchschnittliche versteckte Preiserhöhung der veröffentlichten Produkte lag bei 28,4 Prozent. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes betrug die offizielle Teuerungsrate für Nahrungsmittel bis einschließlich Ende November im Durchschnitt lediglich 2,1 Prozent.
„Diese Zahlen zeigen deutlich, dass Hersteller und Händler versteckte Preiserhöhungen gezielt nutzen, um Verbraucherinnen und Verbraucher besonders stark zur Kasse zu bitten“, erklärt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg.
Politik muss endlich handeln
Auch aus Sicht der Verbraucher ist Shrinkflation inakzeptabel. 76 Prozent der Deutschen fühlen sich laut einer Studie des Portals Lebensmittelklarheit durch versteckte Preiserhöhungen getäuscht, weil man weniger Inhalt in einer Verpackung schnell übersieht. Die Verbraucherzentrale Hamburg unterstützt die Forderungen nach klaren gesetzlichen Regeln. Dazu zählen:
- eine verpflichtende Kennzeichnung von Mengenreduktionen auf der Verpackung,
- gut sichtbare Hinweisschilder im Handel,
- kleinere, ressourcenschonende Verpackungen, die dem Inhalt entsprechen.
„Keiner kauft gern Luft – und niemand sollte für weniger Inhalt mehr bezahlen, ohne es klar zu erkennen“, so das Fazit von Verbraucherschützer Valet.
Die Online-Wahl läuft bis Dienstag, den 20. Januar 2026 um 16 Uhr. Verbraucher können mit ihrer Stimme dazu beitragen, besonders dreiste Fälle von Shrinkflation öffentlich zu benennen und den Druck auf Hersteller, Handel und Politik zu erhöhen.
Abstimmungsformular für „Mogelpackung des Jahres“: https://umfrage.vzhh.de/webform/mogelpackung2025
Infos zu den für das Jahr 2025 nominierten Kandidaten: https://www.vzhh.de/mogelpackung-des-jahres







Moin.
Das selbe Spiel treibt doch Haribo seit Jahren.
Von 200 gr auf 180 gr und 170 gr. und sogar auf 165 gr.
Und ändert sich da was ? Nein. Zum Glück benötige ich solche Artikel nicht.
Nein. Die Politik muss nicht handeln. Das regelt der Wettbewerb. Kunden, die die Katze im Sack kaufen, gab es schon immer. Wer lesen kann…