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Warnung vor Betrugsmasche mit „Sicher bezahlen“

22. Januar 2023

Hier die alten Kristallgläser von Oma, dort die Briefmarkensammlung von der Großtante aus Buxtehude – was macht man damit, wenn all diese Dinge nicht mehr benötigt werden? Richtig, man verkauft oder entsorgt sie. Und wo geht der Verkauf einfacher und schneller als im Internet.  Zumeist wird für den Verkauf ein Online-Marktplatz wie Ebay Kleinanzeigen genutzt. Diese funktioniert wie ein Anzeigenteil in der Tageszeitung – Käufer und Verkäufer kommen zusammen, verhandeln, kaufen und verkaufen.
Doch es gibt einige Tücken. Selbst beim angeblich „sicheren Bezahlen“. Ein Pärchen aus Mecklenburg-Vorpommern hat deshalb jetzt knapp 40 000 Euro verloren.

Im Oktober 2020 wurde bei Ebay Kleinanzeigen unter dem Namen „Sicher bezahlen“, eine Bezahlfunktion nach dem Treuhandprinzip eingeführt. Der Käufer zahlt eine Gebühr, überweist das Geld auf ein Konto von Ebay Kleinanzeigen, der Verkäufer reicht Fotos von Bankkarte/Kontoauszug und Personalausweis ein, und das Geld wird ihm in einigen Werktagen auf sein Konto überwiesen. Mit dieser Funktion wollte Ebay Kleinanzeigen seine Verkaufsplattform sicherer gestalten und zugleich seine Käufer und Verkäufer schützen. Doch Kriminelle machen sich diese Funktion immer wieder zu eigen und ergaunerten so am 13. Januar von einem Pärchen aus der Gemeinde Ramin knapp 40.000 Euro.

Auch sie nutzten Ebay Kleinanzeigen, um ihre Waren zum Verkauf anzubieten. Auf das Inserat reagierte eine vermeintliche Käuferin und nahm Kontakt zum Pärchen auf. Die Mobilfunknummern wurden ausgetauscht. Am Folgetag erhielt die 40-jährige Geschädigte eine SMS von „EbayKA“. Aus dieser ging hervor, dass die vermeintliche Käuferin den Betrag mit der Funktion „Sicher bezahlen“ bezahlen möchte. Hierzu sollte die Verkäuferin auf den beigefügten Link klicken, um Ebay mit dem Konto zu verbinden. Dies tat die Geschädigte – und schon schnappte die Falle zu.

Noch am selben Abend erhielt die Frau eine Nachricht ihrer Bank mit der Bitte, eine Überweisung zu bestätigen. Dies lehnte die Geschädigte ab. Zudem erhielt sie die Mitteilung, dass es zu verdächtigen Kontobewegungen gekommen sei.

Sie kontaktierte daraufhin am nächsten Tag die Bank, welche sie beruhigt. Es würde öfter mal zu solchen Fehlermeldungen kommen, das System sei nicht perfekt.

Am Nachmittag erhielt die Geschädigte einen Anruf von der (korrekten) Hotline-Nummer ihrer Bank. Hier sagte ihr eine männliche Stimme, dass er von der IT-Sicherheit sei und sich um ihr Problem kümmern würde. Auf ihrem Smartphone sei ein Trojaner, welcher die Funktionen „Bestätigen“ und „Ablehnen“ vertausche. Zunächst kam der Geschädigten der angebliche Mitarbeiter verdächtig vor, doch als er jede Abbuchung der letzten Tage exakt benennen konnte, vertraute sie ihm. Der Mann schickte der Geschädigten, um alles rückgängig zu machen, einen Überweisungsauftrag, den sie nun bestätigen sollte. Dies tat die Geschädigte. Insgesamt autorisierte die Geschädigte auf diese Weise unbewusst vier Überweisungen in Höhe von rund 40.000 Euro auf vier verschieden Konten.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

In diesem Zusammenhang rät die Polizei zur Vorsicht mit Links: Klicken Sie einen Link, den Sie per SMS oder WhatsApp bekommen, nie an. Die Gefahr ist sehr hoch, dass sie auf eine betrügerische Webseite weitergeleitet werden.

Weitere Tipps von der Polizei zum Schutz vor dieser Masche:

  • Abwicklung von Zahlungsdaten ausschließlich auf der Seite von Ebay Kleinanzeigen und über die Nachrichtenfunktion von Ebay-Kleinanzeigen.
  • Niemals Kreditkartendaten rausgeben.
  • Keinen Zahlungsaufforderungen folgen, die nicht unmittelbar auf der Internetseite oder den Apps von Ebay Kleinanzeigen angezeigt werden.

Was tun, wenn man Opfer eines Betrugs geworden ist:

  • Wer auf diese Betrugsmasche hereingefallen ist, sollte sofort seine Bank (Sperrhotline Telefon: 116116) verständigen, um die Kreditkarte sperren zu lassen.
  • Außerdem sollten man Anzeige bei der Polizei erstatten.
  • Falls auch Logindaten von eBay Kleinanzeigen eingegeben worden sind, sollten diese sofort geändert werden.

Wichtig zu wissen:

Ebay Kleinanzeigen verschickt im Zusammenhang mit „Sicher bezahlen“ keine Nachrichten per SMS oder Messenger. Verkäufer werden auch nie zur Eingabe von Kreditkartendaten aufgefordert.


2 Antworten zu “Warnung vor Betrugsmasche mit „Sicher bezahlen“”

  1. Florian Weiß sagt:

    Leider bin ich auch Opfer eines Kreditkartenbetrugs über ebay Kleinanzeigen geworden. Ähnlicher Ablauf, glücklicherweise ein niedrigerer Betrag.
    Herzliches Beileid!

  2. Büttner sagt:

    Dies ist mir leider auch schon öfters aufgefallen .
    Ich hatte auch versucht dies an eBay weiter zu leiten . Jedoch ist dies ein schwieriges Unterfangen …
    Genauso ist mir persönlich schon des Öfteren
    passiert , dass z B bei Google diverse Fake
    Anbieter Waren zu extrem günstigen Preisen anbieten .. Lieferung frei Haus , aber immer Vorkasse… Lieferungen erfolgen nie .. Hier müssten bessere Recherchen z B von ?? Google oder andereSuchmaschinen unternommen werden

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