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Wirtschaftsprüfer: Keine Verstöße des DRK Seenplatte

28. Februar 2018

Sozialministerin Stefanie Drese hat heute im Sozialausschuss erneut zu den Vorwürfen der Vetternwirtschaft im DRK-Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte e.V. berichtet.  „Landesmittel sind nicht zweckentfremdet worden“, so die Ministerin.
Anfang des Jahres gab es gegen das DRK Mecklenburgische Seenplatte anonyme Anschuldigungen, die allerdings nicht unbedingt Landesmittel betreffen. Vielmehr ging es allgemein um Vetternwirtschaft (WsM berichtete).
So hieß es, dass der Chef des Präsidiums zugleich eine Versicherungsagentur betreibe und das Gros aller Versicherungen des DRK-Kreisverbandes über ihn abgeschlossen worden sei. Darüber hinaus sei auch die Frau von DRK-Geschäftsführer Uwe Jahn im Präsidium, das eine Kontrollfunktion ausübe, tätig. Und sie betreue als Allgemeinmedizinerin diverse Heime des Roten Kreuzes. Ebenso wie die Frau von Stellvertreter Ronny Stier, die eine Physiotherapie in Wesenberg betreibe.

 

Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hat der DRK Landesverband eine unabhängige Prüfgesellschaft eingesetzt und die habe nun festgestellt, dass es keine Verstöße gegen Recht und Gesetz sowie die Satzungen des Deutschen Roten Kreuzes gebe.

Vier Wochen hatte die Trinavis Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Kiel) anonyme Vorwürfe gegen haupt- und ehrenamtliche Funktionsträger im DRK Mecklenburgische Seenplatte geprüft.

Dennoch nehme der Landesverband die aktuelle Diskussion zum Anlass, das vorhandene Regelwerk zu überprüfen und weiter zu verbessern. So werde ganz konkret ein landesweit einheitliches Risikomanagementsystem und ein Compliance Managementsystem etabliert.

Das Land hat den DRK-Kreisverband Mecklenburgische Seenplatte im Jahr 2017 über das LAGuS in acht Programmen mit insgesamt 207.197,28 Euro gefördert. Im Einzelnen sind das 103.274,60 Euro für die Schwangerschaftsberatungsstellen in Waren und Neustrelitz, 57.800,53 Euro für die Allgemeine und Politische Weiterbildung (in Zuständigkeit des Bildungsministeriums), 32.000 Euro für die Stärkung der ehrenamtlichen Mitarbeit, 7.000 Euro zur Förderung für die Beratungstätigkeit in integrativen Familienberatungsstellen/ Ehe- Familien- und Lebensberatungsstellen, 6.395,70 Euro als Förderung nach § 7 Landespflegegesetz, 620 Euro für Ferienfreizeiten und  106,45 Euro für die Arbeitsentgelterstattung für ehrenamtliche Tätigkeit in der Jugendhilfe.

„Bei diesen Zuwendungen kommen Berührungspunkte zu den vergebenen Landesmitteln ausschließlich im Zusammenhang mit den kritisierten Versicherungsverträgen in Betracht“, verdeutlichte Sozialministerin Drese. Weder in den beantragten Sachausgaben noch in den Personalkosten lassen sich jedoch Anhaltspunkte für die Mitfinanzierung von Versicherungen finden.

Ministerin Drese betonte, dass die Anschuldigungen gegenüber dem DRK Müritz aber auch zeigten, dass mehr Transparenz in der sozialen Arbeit notwendig sei: „Das vermittle ich den Wohlfahrtsverbänden seit meinem Amtsantritt. Ich bin der festen Überzeugung, wer für das Gemeinwohl tätig wird und dafür öffentliche Mittel oder Bürgerspenden in Anspruch nimmt, muss über die seiner Tätigkeit zugrundeliegenden Werte sowie die Gewinnung und Herkunft seiner finanziellen Mittel in verständlicher, übersichtlicher und leicht zugänglicher Form berichten“, so Drese.

Die Vorwürfe gegen die Geschäftsführung des DRK Mecklenburgische Seenplatte wurden übrigens laut, nachdem sich auch zahlreiche Rettungsassistenten und Notfallsanitäter über schlechte Bezahlung und Arbeitsbedingungen öffentlich beschwert hatten.


16 Antworten zu “Wirtschaftsprüfer: Keine Verstöße des DRK Seenplatte”

  1. HPF sagt:

    Der Sozialausschuß des Landes MV kommt nach Anhörung des Wirtschaftsprüfers und des DRK Landes Geschäftsführers zu dem Schuß, daß es bei der Verwendung der Landeszuschüsse keine Unregelmäßigkeiten nicht gekommen sei. Soweit, so gut.
    Übrig bleiben jedoch die zweifelhaften Führungsprobleme, die bemerkenswerte Vetternwirtschaft, die mangelnde Vergütung der Mitarbeiter/innen und die fehlende echte Miarbeitervertretung. Das war nicht Gegenstand der Beratung des Sozialausschusses und behält sein „Geschmäckle“.

  2. Maik sagt:

    Da kommt man ja nicht drauf: Das DRK bezahlt den Prüfer und der sagt das alles gut ist. Aha.

  3. Sado sagt:

    Aha. Ist jetzt gut, wie es ist? Scheint so. Mit einem blauen Auge davongekommen? Denke im Sinne der Auftragserteilung ja.
    Der bestellt bezahlt auch und bestimmt die Richtung und Preisgabe der Untersuchung.
    Wieder zeigt sich mal, die Unantasbarkeit und Undurchsichtigkeit des DRK. Gab mal ein Buch: „Konzern der Menschlichkeit“. Schon ein Weilchen her, doch auch heute noch Aktuell.
    Leider.
    Auf ein weiter so. DRK. Mir ist komisch im Bauch. Ach so:“Alles nur gefühlt“.

  4. Micha sagt:

    In 4 Wochen alles geprüft ???? Wer’s glaubt wird selig …. keine Fragen mehr !!!!

  5. U.h sagt:

    Könnt ihr jetzt nicht immer noch nicht einfach mal ruhig sein und euch um eigenen Probleme kümmern.Nach wie vor ist das DRK MSP ein sehr guter Arbeitgeber und gute Geschäftsführung.Und genau wegen solchen Kommentaren hat sich wahrscheinlich bisher gar keiner geäussert. Weil man jetzt als DRK sagen kann was man will es wird so hingedreht wie man es braucht.

  6. Rainer sagt:

    Was genau sollen denn ein einheitliches Risikomanagementsystem und ein Compliance Managementsystem bewirken?

  7. East West sagt:

    Es muß ja auch nicht immer gleich gegen Recht und Gesetz verstoßen werden. Es kommt einen manchmal so vor,als ob hier einige Leute immer nur was suchen um dann blöde Kommentare ab zugeben. Oder ist es doch Neid,weil man sich nicht alles Leisten kann wie andere.

  8. Maik sagt:

    U.h ich kenne selbst viele Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes. Die berichten von ganz anderen Erfahrungen, kriegen wenig Geld für viele Stunden und werden von den Herren Jahn und Stier regelrecht fertig gemacht.

  9. U.h sagt:

    Ich kenne beide Geschäftsführer persönlich und die machen ganz bestimmt niemanden fertig. Im Gegenteil manchmal ist es schon so das man sich fragt warum manche Kollegen nicht schön längst rausgeschmissen wurden.Weil man nach dem Prinzip aggiert,das jeder eine 2.Chance verdient hat. Und wenig Geld bekommt auch keiner,da sieht das in anderen Unternehmen anders aus.Aber es wird jetzt wieder nach irgendwas gesucht weil die ext. Wirtschaftsprüfer nicht’s gefunden haben oder angeblich mit Absicht was übersehen haben.Und wenn beim DRK nichts gefunden wurde kommt jetzt wahrscheinlich die Caritas.

    • Schulz sagt:

      Du kennst Sie persönlich ?Ich auch und ich muss sagen solche verlogenen Menschen gibt es selten und von Mitarbeiterführung absolut keine Ahnung.Diese Menschen können Dir nicht mal richtig in die Augen schauen,wenn sie mit Dir reden.

  10. T.S. sagt:

    „der Chef des Präsidiums zugleich eine Versicherungsagentur betreibe und das Gros aller Versicherungen des DRK-Kreisverbandes über ihn abgeschlossen worden sei. Darüber hinaus sei auch die Frau von DRK-Geschäftsführer Uwe Jahn im Präsidium, das eine Kontrollfunktion ausübe, tätig. Und sie betreue als Allgemeinmedizinerin diverse Heime des Roten Kreuzes. “

    Das ist doch das Problem.
    Das sind zwar keine „Landesmittel“, aber es sind Krankenkassenbeiträge (auch meine), die hier vielleicht zum Vorteil einiger eingesetzt wurden.
    Schon das mit den Versicherungen müsste von den Krankenkassen überprüft werden.
    Schließlich bekommt man normalerweise für jede abgeschlossene Versicherung eine Provision als Versicherungsmakler. Da ist der Verdacht auf „in die eigene Tasche wirtschaften“ schon sehr groß.

    Heißt natürlich nicht, dass das DRK und ALLE Mitarbeiter jetzt schlecht ist. Aber illegales muss nunmal aufgeklärt und abgestellt werden.

  11. HPF sagt:

    Man mg es drehen oder wenden wie man will ….. Verternwirtschaft bleibt neun mal Vetternwirtschaft. Und das ist nicht nur anrüchig, es ist unklug und auch nicht akzeptabel.

  12. U.h sagt:

    Das wurde doch alles kontrolliert von den ext. Wirtschaftsprüfern. Hier werden Probleme gesucht wo keine sind.

  13. Anja sagt:

    U.h < Es wurde nicht "alles kontrolliert"! Im Landtagsausschuß wurde lediglich die Ordnungsmäßigkeit der Verwendung der dem DRK zugeflossenen öffentlichen Zuschüsse geprüft. Alle übrigen öffentlich diskutierten Verfahrensweisen des DRK waren nicht Gegenstand der Prüfung des Ausschusses. Insofern sind diese nicht aus der Welt.

  14. Micha sagt:

    Genau Anja, gut aufgepasst , der ein oder andere bringt es auf den Punkt hier. Danke , dass es mal jemand erklärt hat was geprüft wurde . Und das ist eben lange nicht alles .

  15. Derwarener001 sagt:

    Wie wäre es, wenn die angesprochenen Damen und Herren der Geschäftsführunv und des Präsidiums sich mal zu den Vorwürfrn äußern würden ….Wenn alles rechtens ist , kann man es doch der Allgemeinheit mitteilen ….oder ist es vielleicht doch nicht so ?

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