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Zwei Monate nach Schul-Beschluss schon 5,5 Millionen mehr Kosten

27. Juni 2019

Das ist schon ein Hammer, den Warens Bürgermeister Norbert Möller den neuen Stadtvertretern gestern Abend „serviert“ hat: Zwei Monate, nachdem sich die Politiker nach heftigen Diskussionen für die Sanierung von den beiden Schulen in Waren-West entschieden haben, ist das Konzept hinfällig. Zur Erinnerung: Obwohl sich Elternvertreter, Lehrer und auch zahlreiche Stadtvertreter für den Neubau von zwei Schulen aussprachen, entschied sich eine Mehrheit unter anderem aus CDU und SPD für die Sanierung der Käthe-Kollwitz-Schule und der Regionalen Schule Waren/West. Das Ganze sollte 16 Millionen Euro kosten – 7 Millionen steuert das Land bei. Doch diese Kosten werden schon jetzt, nur zwei Monate später, um sage und schreibe 5,5 Millionen überschritten. Schuld sind die Mieten für Container, in denen die Kinder vorübergehend unterrichtet werden sollten.
Jetzt ist guter Rat teuer.

„Wir sind in unserer Planung davon ausgegangen, dass wir für die Containermiete jeweils 500 000 Euro, also zusammen eine Million Euro zahlen müssen. Die uns jetzt vorliegenden Angebote sehen leider anders aus. Danach kostet die Containermieter für die Kollwitzschule für drei Jahre 3 Millionen Euro und für die Regionale Schule 3,5 Millionen Euro“, verkündete Bauamtsleiter Ingo Dann und erntete ein Raunen der Stadtvertreter.

Für Warens Bürgermeister Norbert Möller ist klar: „Wir werden keine 6,5 Millionen Euro für etwas ausgeben, das uns dann nicht gehört.“ Doch die Zeit drängt, denn die Schulen müssen einer Landes-Vorgabe zufolge bis Ende Dezember 2022 fertig sein. Da zählt jetzt jeder Monat.

„Sie präsentieren uns hier eine Kostensteigerung von 1 Million Euro auf 6,5 Millionen Euro. Das ist eine Frechheit. Wer hat denn die erste Planung gemacht, der Hausmeister“, wetterte CDU-Mann René Drühl, fügte aber schnell hinzu, dass er mit dieser Aussage die Arbeit der Hausmeister auf keinen Fall abwerten wolle. Möller entgegnete, dass die erste Kostenberechnung von einem Planungsbüro gemacht worden sei, Ingo Dann sprach von damaligen „Hochrechnungen“ und von Firmen, die die Not der Kommunen ausnutzen würden.

Entsetzen auch bei Toralf Schnur, für den sich die Reihe der Kostenexplosionen fortsetzt: „Ich sage nur Bahnhofsvorplatz und Warener Hafen.“

Die MUG-Stadtvertreter Ingo Warnke und Olaf Gaulke – beide haben sich Anfang des Jahres sehr für zwei Neubauten in Containerbauweise engagiert – schlugen einen runden Tisch vor, um schnell Ideen zu sammeln und einen geeigneten Weg zu finden. SPD-Fraktionschefin Christine Bülow möchte einen Arbeitskreis.

Auf jeden Fall wird die Sommerpause für die Stadtvertreter jetzt deutlich kürzer als geplant, denn viel Zeit, die „Kuh vom Eis“ zu kriegen, haben sie nicht.

Foto oben: Auch für Stadt-Kämmerin Wera Ulm sind die neuen Nachrichten, die Amtsleiter Ingo Dann (rechts) verkündet hat, zum Haare raufen.


2 Antworten zu “Zwei Monate nach Schul-Beschluss schon 5,5 Millionen mehr Kosten”

  1. Gustav Gans sagt:

    Kannste nix mehr zu sagen.
    Und das sind auch keine Unternehmen, die Kommunen ausnutzen. Da lief bei der Planung was falsch und man will es jetzt nicht zugeben.
    Entweder hat man mit weniger Containern gerechnet oder kürzerer Dauer oder es wurden einfach utopisch günstige Preise angenommen.
    Manchmal kommt man beim Lesen der Nachrichten schon mächtig ins Grübeln.
    Entweder sind da unfähige Leute dran (externes Planungsbüro aber auch Amtsmitarbeiter denen zu niedrige Zahlen auffallen sollten) oder aber es ist Absicht um bestimmte Projekte zu ändern (Politik durch die Hintertür).

  2. K.D. sagt:

    Das ist wirklich lächerlich . Wir sind reif für Mario Barth .

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