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Eine junge Warener Chefin und ihr Einsatz für eine Auszubildende

14. September 2018

Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Die Richtigkeit dieses alten Sprichwortes haben die selbstständige Logopädin Inga Bauch aus Waren und ihre neue Auszubildende Lea Funk jetzt ganz eindrucksvoll bewiesen. Denn dass Lea seit einigen Tagen ihren Traumberuf lernen kann, ist alles andere als selbstverständlich. Aber da war der Wille von ihr, da gab es die Unterstützung ihrer rührigen Chefin und da wird jetzt ein Weg beschritten, der in dieser Form noch einmalig in Mecklenburg-Vorpommern ist.

Inga Bauch ist seit 11 Jahren Logopädin und hat sich vor acht Jahren mit ihrer eigenen Praxis für Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen „Kid’s Voice“ in Waren selbstständig gemacht. Ein Schritt, den sie bislang nach eigenen Aussagen nicht bereut hat. Zwar war und ist es nicht immer leicht, als Mutter von zwei Kindern auch noch die Selbstständigkeit auf- und auszubauen, doch mit Unterstützung ihrer Mitarbeiter und ihres Mannes klappt alles bestens.

Nur der Fachkräftemangel macht Inga Bauch Sorgen. „Viele Mitarbeiterinnen sind sehr jung, haben irgendwann andere Pläne oder gründen auch Familien. Deshalb wollte ich gerne jemanden von hier, der auch gerne bleiben möchte“, erzählt die sympathische Chefin. Und da kam ihr Lea Funk, die in diesem Jahr ihr Abitur gemacht hat, wie gerufen. Denn Lea bewies während verschiedener Praktika bei „Kid’s Voice“, dass sie diesen Beruf will und vor allem, dass sie ihn kann. Das hängt sicher auch mit ihrer kleinen Schwester Anna zusammen, die mit einer Behinderung lebt und um die sich Lea sehr oft kümmert.

Doch es ist leider nicht so leicht, Logopädin zu werden. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es zwei Privatschulen, die diese Ausbildung anbieten. Allerdings zu einem Preis, den weder die 18-Jährige Lea noch ihre Mutter aufbringen können: 550 Euro im Monat – 22 000 Euro für die gesamte Ausbildung.

Aufgeben kam für Inga Bauch und Lea Funk aber nicht in Frage. Die 32-Jahre alte Chefin setzte sich unter anderem mit Verantwortlichen der Hochschule Rostock zusammen und fand einen Weg, damit Lea ihren Wunschberuf lernen kann. So erhält die junge Müritzerin über ein spezielles Programm einen 50prozentigen Zuschuss für die Ausbildung und hat sich im Gegenzug verpflichtet, nach ihrer Ausbildung noch mindestens drei Jahre bei „Kid’s Voice“ zu bleiben. „Davon haben beide Seite etwas: Lea die Ausbildung und ich mehr Sicherheit bei der Personalplanung“, sagt Inga Bauch, die mit ihren Mitarbeiterinnen in der Woche rund 120 Patienten betreut – angefangen vom kleinen Baby bis zum 85 Jahre alten Senior.

Der Wille ist da, der Weg jetzt zum Glück auch – wir wünschen Lea für ihre Ausbildung alles Gute und begleiten sie in den kommenden Jahren gerne weiter.

Foto: Inga Bauch (Mitte) mit ihrem Team: Juliane Lüttich, Lea Funk, Jennifer Riemann und  Johanna Fröhlich (von links)


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