
Immer mehr Landwirte planen deshalb Schutzmaßnahmen ganz selbstverständlich in ihre Arbeitsabläufe ein. Mähtermine werden frühzeitig mit den Jägern abgestimmt, Flächen vorbereitet und die Bewirtschaftung an die Situation vor Ort angepasst. Auch Wärmebilddrohnen sind im Einsatz.
„Wildtierrettung ist Teil einer modernen und verantwortungsbewussten Landwirtschaft“, sagt Marco Gemballa, Vizepräsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern. „Unsere Betriebe arbeiten mit hoher Professionalität und großem Einsatz daran, Ernteerfolg, Tierwohl und Artenschutz miteinander zu verbinden.“
Zusammenarbeit und Technik stärken die Betriebe
Besonders Wärmebilddrohnen ermöglichen es, Grünlandflächen schnell und gezielt vor der Mahd zu kontrollieren – ein großer Fortschritt für die Praxis.
In Mecklenburg-Vorpommern ist in den vergangenen Jahren gemeinsam mit der Jägerschaft ein starkes Netzwerk ehrenamtlicher Rettungsteams entstanden. Im Jahr 2025 konnten so knapp 3000 Rehkitze, 80 Junghasen, 40 Rotwildkälber und 40 Damkälber vor dem Mähtod bewahrt werden. Hinzu kamen zahlreiche gerettete Gelege von Feldlerche, Stockente, Kranich und Fasan.
2021 waren erst vier spezialisierte Drohnenteams im Einsatz. Inzwischen sind es 41 Teams in allen Kreisen Mecklenburg-Vorpommerns. Diese Teams haben in der vergangenen Saison 40 000 Hektar Grünland abgesucht.
„Diese Entwicklung zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich die Zusammenarbeit zwischen Jägerschaft, Landwirtschaft und freiwilligen Helfern im Tier- und Artenschutz sein kann. Die Jungwildsuche mittels Wärmebilddrohne während der Frühjahrsmahd hat sich dabei im Vergleich zu herkömmlichen Vergrämungsmethoden als effektivste und zugleich sicherste Maßnahme erwiesen“, erklärt Jan Grundmann, Pressesprecher des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern und Vorstandsmitglied der Deutschen Wildtierrettung. „Wo Betriebe frühzeitig informieren und Flächen organisieren, können Helfer gezielt unterstützen.“
Weitere Mitstreiter gesucht
Es würden jedoch noch viel mehr solcher Rettungsteams benötigt, werben Jan Grundmann und Marco Gemballa für neue Mitstreiter. Der Appell von Bauernverband und Landesjagdverband richtet sich daher an alle landwirtschaftlichen Betriebe, sich bei der Deutschen Wildtierrettung zu registrieren – auch wenn sie bereits mit eigener Drohne arbeiten. Das verbessere die Koordination, ermögliche politische Unterstützung und erhöhe die Wirksamkeit von Förderprogrammen.
Landwirte können zusätzlich helfen, indem sie frühzeitig ihre Mahdtermine bekannt geben, sich finanziell beteiligen – etwa mit einer Patenschaft über die Deutsche Wildtierrettung für örtliche Teams – oder selbst in eine Drohne investieren.
Kontakte zu den lokalen Drohnenteams und Infos zu den Patenschaften finden Landwirte und Jäger über die Internetseite der Deutschen Wildtierrettung (www.deutsche-wildtierrettung.de) sowie über die Kreisjägerschaften.
@Deutsche Wildtierrettung






