
Der Trinkwasserbedarf der privaten Haushalte und der Wirtschaft lag in Mecklenburg-Vorpommern 2022 bei knapp 92 Mill. m³ (91,7 Mill. m³). Beinahe alle Einwohner im Land (99,8 Prozent) waren an das öffentliche Netz angeschlossen. Sie benötigten 2022 gut drei Viertel des Trinkwassers (68 Mill. m³). Daraus leitet sich ein Wasserbedarf pro Kopf von 115 Liter am Tag ab. Das sind zwar 2 Liter weniger als 2019, im Vergleich zu 1998 oder 2007 – den Jahren mit dem geringsten Pro-Kopf-Wert – dagegen 15 Liter mehr. Es liegt nahe, dass der Klimawandel mit den wärmeren und niederschlagsärmeren Sommern der vergangenen Jahre diesen Mehrbedarf erklärt. Etwa ein Viertel des Trinkwassers ging an Gewerbe- und Industriebetriebe zum Beispiel für die Versorgung der Belegschaft sowie an öffentliche Einrichtungen und sonstige Abnehmer (24 Mill. m³).
Von rund 6 Mill. m³ in das öffentliche Netz eingespeisten Wassers konnten die Versorger den Verbleib nicht im Einzelnen erfassen. Dazu gehören die tatsächlichen Verluste, zum Beispiel Rohrbrüche, und die scheinbaren Verluste, zum Beispiel Mess- und Ablesefehler oder Wasserdiebstahl. Rund 2 Mill. m³ Wasser deckten den betriebsinternen Bedarf der Versorger, zum Beispiel für Rohrnetzspülungen.
Gewinnungs- und Verbrauchsort des Wassers können auseinanderliegen. Alle 49 Versorger im Land unterhielten 2022 eigene Gewinnungsanlagen. Knapp 60 Prozent der Versorger (29 Versorger) bezogen Wasser von mindestens einem anderen Versorger und rund 76 Prozent (37 Versorger) gaben Wasser an andere Versorger ab. Der Wasseraustausch unter den Versorgern belief sich 2022 auf rund 8 Mill. m³. Dabei werden Mengen mehrfach gezählt, wenn ein Versorger das bezogene Wasser wieder an andere Versorger abgibt. Die Resilienz der Trinkwasserversorgung kann gestärkt werden, indem sich die Versorger untereinander vernetzen.







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