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Mit Tempo 30 gegen den Verkehrslärm in Waren?

7. November 2018

Es muss ruhiger werden in Waren. Doch wie kann man es schaffen, den Lärm, insbesondere an der B 192, zu mindern? Mit dieser Frage setzen sich Experten unter anderem im so genannten Lärmaktionsplan auseinander. Der liegt bereits in der dritten Ausgabe vor, die Einwohner der Stadt hatten mehrere Wochen Gelegenheit, ihre Anregungen und Meinungen dazu abzugeben. 36 Einwohner haben das auch genutzt, einige ihrer Vorschläge sind nun in den Lärmaktionsplan eingeflossen.
Nach wie vor dreht sich – vor allem bei betroffenen Anwohnern – aber alles nur um ein Thema: Eine Ortsumgehung. Die ist nun auch auf Beschluss der Stadtvertretung wieder Bestandteil des Lärmaktionsplanes, ihre Umsetzung aber in weiter, weiter Ferne. Schneller könnte ein anderer Vorschlag umgesetzt werden: Tempo 30 in der Strelitzer Straße, auf dem Schweriner Damm, in der Mozartstraße und in der Röbeler Chaussee – und zwar nicht nur nachts, sondern rund um die Uhr.

Tatsächlich scheint die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h in einigen Bereichen Warens die Maßnahme zu sein, von der die Planer meinen, dass sie am wirkungsvollsten ist. Und zwar nicht nur auf der B 192, sondern auch in den Anwohnerstraßen wie der Karl-Marx- und Witzlebenstraße oder im Falkenhäger Weg. Um Tempo 30 tatsächlich durchzusetzen seien aber umfangreiche Kontrollen nötig. Aber auch die „Smileys“ am Straßenrad könnten helfen.

Weniger Krach, so stets in dem Werk, versprechen zudem Lärmschutzwände, unter anderem in der Röbeler Chaussee, neue Kreisverkehre wie an der Kreuzung Strelitzer Straße/Kiebitzberg oder Röbeler Chaussee/Warendorfer Straße sowie der so genannte Flüsterasphalt. Nicht zu vergessen neue Begrünung sowie optimierte Ampelschaltungen. Immer wieder ein Kritikpunkt in Waren ist nämlich die fehlende „Grüne Welle“. Dazu, so Bürgermeister Norbert Möller, habe es bereits Gespräche mit dem Straßenbauamt Neustrelitz gegeben, die Umsetzung jedoch sei nicht so leicht.

Die Planer aus Dresden haben am Montagabend ihren Maßnahmekatalog erneut der Öffentlichkeit vorgestellt und gezeigt, welche Hinweise von Bürgern berücksichtigt wurden und welche nicht. Wie nicht anders erwartet, nutzten die Befürworter der Ortsumgehung das Podium wieder, um ihrem Unmut über die fehlende Umgehung Luft zu machen. Bekanntlich haben die Warener die Umgehung in einem Votum abgelehnt, doch die Rechtsverbindlichkeit und auch die Art und Weise stehen in der Kritik.

Denn seinerzeit, so die Meinung, hätte man den Warenern suggeriert, dass sie darüber entscheiden, ob es eine Brücke über den Tiefwarensee als Ortsumgehung geben soll oder nicht. Es sei nicht generell über eine Umgehung abgestimmt worden.

Die Umgehungs-Befürworter kritisieren im Lärmaktionsplan darüber hinaus die Zahlen, die ihrer Meinung nach weder Hand und Fuß hätten. Denn die Zahl der Autos, die täglich durch Waren brausen, werde regelmäßig verändert. Mal seien es gut 10 000, dann wieder 18 bis 19 000. „Gerade so wie man es braucht“, kommentierte Jürgen Behrend, der an der Mozartstraße wohnt und sich seit Jahren für eine Umgehung engagiert. Auch, weil es um die Gesundheit vieler Einwohner gehe.

In Sachen Lärmschutz in Waren ist momentan nur eines klar: Es gibt keine Allround-Lösung. Nur ein Strauß verschiedener Maßnahmen kann in den kommenden Jahren Abhilfe schaffen.


10 Antworten zu “Mit Tempo 30 gegen den Verkehrslärm in Waren?”

  1. will 50 fahren sagt:

    wenn das Tempo 30 auf der B 192 durch die Stadt Waren kommen sollte, wird sich der Verkehr der Warener teilweise verlagern, betroffen werden Straßen sein die mit 50 km/h „noch“ befahrbar sind, dann werden diese betroffene Anwohner auch nicht glücklich sein, das Anliegen dann wird sein auch diese Straßen mit 30 km/h auszuschildern, irgendwann werden wir dann nur noch mit 30 km/h durch die gesamte Stadt bummeln, ganz schöner Schwachsinn !

  2. Peter Pol sagt:

    Wir sind schon seit Jahren Fahradtouristen in Waren ‚und finden das Verkehrsaufkommen sehr groß.

  3. Wir haben unser Straßenverkehrsamt in Strausberg vor dem Verwaltungsgericht verklagt, weil es die von der Gemeinde beschlossenen präzisen Maßnahmen im Lärmaktionsplan (LAP) nicht umsetzt und warten schon 1 Jahr auf den Prozessbeginn. Vorausgesetzt, das Ingenieurbüro hat Klartext gesprochen „es ist“ anstatt „könnte“ „wäre zu prüfen“, ist nach Abwägung aller eingegangen Einwände der Beschluss der Gemeinde nach EU-Recht bindend. Wie beim NOx/Dieselskandal liegt es allein an CDU/SPD, wenn EU-Recht nicht umgesetzt wird. Unsere Bürger hoffen den Prozess nicht nur für uns, sondern als Musterprozess für ganz Deutschland zu gewinnen!

    Wer Hilfe braucht, bitte melden. Unsere Bundestags-Petition zu diesem Thema ergab nur einen Teilerfolg, jetzt muss geklagt werden!

  4. Rudorf sagt:

    Wir haben als Touristen Waren oft besucht, der autofreie Stadtteil bis zum Hafen ist wunderschön, kleine Geschäfte, volle Gaststätten und Biergärten. Dagegen war das Brauhaus (mein Lieblingsbier!) menschenleer, schon der Anblick von Parkplatz und ruhendem Verkehr/PKW muss doch jedem Besucher den Aufenthalt vergraulen.
    Die Hölle ist die Raserei auf der Bundesstraße, der Lärm unerträglich und die Straßenquerung zur Bushaltestelle ein Risiko. Niemals würde ich dort wohnen wollen, die Grundstücke an solchen Straßen sind m.E. wertlos.

    Die Einwohner müssen sich entscheiden, ob sie im Ort vom Tourismus gut leben oder ihn mit ihren Autos zerstören wollen, um dann weite Wege zur Arbeit zu pendeln. Verlust an Zeit und Lebensqualität sowie die Kosten der individuellen Mobilität sprechen für Variante 1. Es sollte nicht darum gehen, 30 oder 50 km/h zu fahren. Der einzig richtige Weg ist, Wohngebiete so gut und günstig an den ÖPNV anzuschließen, dass es absurd wäre das eigene Auto zu benutzen. Wenn nicht wie in London-City Autos ganz verboten werden, dann hilft auch eine Maut von ca. 2-3 €/km wie in nordischen Städten? Warum nicht die erste autofreie Stadt Deutschlands werden? Das geht in anderen europäischen Städten doch auch!

    • Immer das gleiche sagt:

      Völlig sinnbefreit der Kommentar.
      Londons Innenstadt mit Waren zu vergleichen und davon auszugehen, dass man den gesamten Individualverkehr auch noch kostengünstig durch öffentlichen Nahverkehr ersetzen kann. Bei uns in einem Flächenland. Mit vielen Ein- und Auspendlern.

      Die Einwohner wollen vom Tourismus und von allen anderen Wirtschaftszweigen leben. Wenn möglich gleichverteilt.

      Und meinen sie das Brauhaus mit der Kegelbahn am Gymnasium an den Bahngleisen?
      Da wurde für viele Millionen ein Tunnel gebaut. Da müssen sie nicht über die Straße hechten, um zur Bushaltestelle zu kommen!

      Die Grundstücke sind so wertlos, dass gerade vor ein paar Tagen ein altes Mehrfamilienwohnhaus direkt an der Hauptstraße abgerissen wurde um ein neues zu bauen. So groß ist die Nachfrage nach Wohnungen selbst an diesen Straßen und für den Vermieter wird es sich finanziell auch lohnen, sonst würde er nicht bauen.
      Und direkt gegenüber wird ein weiteres Mehrfamilienwohnhaus entkernt/renoviert.
      Total wertlos diese Innenstadtlagen….

  5. Shit 30 sagt:

    Also die sogenannten Fahrrad Terroristen sollen doch bitte auf den rad wegen fahren dafür wurden die schließlich gebaut.
    Tempo 30 durch waren größter Blödsinn dann sind die Straßen nich nur zur stoßzeiten voll sondern den ganzen Tag,
    In jeder Stadt fahren Autos das ist nunmal so und wird auch immer so bleiben und wer das nich möchte der kann sich ja ne Hütte im Wald bauen, warum werden nich mal die Anwohner gefragt sonder irgendwelche Leute die hier Urlaub machen oder 1mal in der Woche durch waren fahren, also unsere polit Leute haben echt keine anderen Probleme

  6. Schulz sagt:

    Also meine Person war schon einmal bei dieser Versammlung zwei mal dabei! Einmal bei Stadtvertreter – Versammlung bzw. bei der Bürger – Versammlung ! Nun man kann auf einer Art die beiden Parteien irgendwie verstehen. Aber mal ehrlich wir brauchen doch wirklich eine Ortsumgehungsstraße alleine schon wegen unsere Gesundheit an erster Stelle
    Man schaut nur nach den Großstädten wie Hamburg oder Köln wo da die stickige Luft schon ist, durch die ganzen Autos in der Innenstadt!!
    Vorallem an erster Stelle die Parteien die Grünen, die sind doch nur aus auf die armen Bäume & Pflanzen, aber nicht bedacht auf die Gesundheit von Mensch & besonders der Tierwelt!
    Und zum den anderen Parteien wie die SPD ( Herrn Möller & co) natürlich enthält man sich in Deckung / Abwarten & Tee trinken..
    Es wird doch höchste Zeit endlich zu handeln, was hätte schon in Waren längst passieren können, leider wieder nur ein hinhalte Taktik.. Persönlich & deren andere die für die Ortsumgehungsstraße sind kein nachvollziehbar Argument!!

  7. Balou sagt:

    Shit 30 spricht mir aus der Seele. Was die Ortsumgehung betrifft, wenn der Verkehr aus der Stadt muß, dann muß
    das Mecklenburger Metalgußwerk auch an die Stadtgrenze.

    • Andreas sagt:

      Das Metallgußwerk hätte in unserer globalen Welt auch nach Rumänien oder China ziehen können, wir können froh sein, das es hier geblieben ist…

  8. Balou sagt:

    Mein lieber Andreas lese dir die Ausage von mir bitte richtig durch, bevor Du darauf antwortest.

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