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Wildwechsel mit Igel: Eine Verletzte – Experten: Nicht Vollbremsen

20. Juli 2021

Sollte man für einen Igel beim Autofahren stark auf die Bremse treten? Mit dieser Frage müssen sich jetzt wieder häufiger Autofahrer befassen – wie ein aktueller Fall in Westmecklenburg zeigt. Dort hatte eine 54 Jahre alte Autofahrerin bei Crivitz auf der morgendlichen Fahrt sehr abrupt und plötzlich eine Vollbremsung hingelegt, damit ein Igel nicht bei ihr unter die Räder kommt. Das gelang auch.
Nur war das nicht alles: Ein 71 Jahre alter Autofahrer, der hinter der Tierfreundin fuhr, bekam das nicht so schnell mit, dass auch er noch gefahrlos stoppen konnte.

Der Rentner fuhr mit seinem Wagen von hinten auf das Auto der Igel-Freundin auf. Dabei erlitt die Frau leichte Verletzungen, an beiden Autos entstand Schaden in Höhe von mehreren tausend Euro.

Nun ermittelt die Polizei gegen den Pensionär. So wird untersucht, wie groß der Sicherheitsabstand war und ob der Mann hätte sehen können, dass vor dem Wagen vor ihm ein „Wildwechsel“ stattfindet. Generell raten Versicherungsexperten: Wer verhindern will, dass Igel oder andere, auch kleine, Tiere überfahren werden, sollte vor allem in Wald- oder Siedlungsnähe langsamer fahren. Manchmal können Fahrzeugführer die kleinen Stacheltiere, die sich bei Gefahr immer aus Instinkt einrollen und nicht fliehen, noch zwischen die Räder nehmen.

Generell sollten Autofahrer aber keine für Andere gefährlichen Fahrmanöver probieren. Denn bei Vollbremsungen oder „unverhältnismäßigen Ausweichmanövern“ können die Verursacher solcher Gefährdungen für Folgeschäden in Regress genommen werden. Denn ein Zusammenstoß mit einem Igel gilt für Autoinsassen als  ungefährlich, somit wäre eine Vollbremsung  auch „unverhältnismäßig.“

Mit diesen Paragrafen müssen sich nun die 54-jährige Autofahrerin und der 71-Jährige, der aufgefahren war, herumschlagen. Der stachlige Straßenigel wartete nicht auf die Unfallaufnahme: „Er überstand den Vorfall unverletzt und lief davon“, teilten die Polizisten mit. Derzeit machten sich zudem wieder viele junge Igel auf, ihre Gegend zu erkunden. Die Gegend zwischen der Müritz und Schwerin sowie Hagenow gilt überhaupt als „sehr wildunfallträchtig“ – manchmal werden dort auch Wölfe angefahren.


Eine Antwort zu “Wildwechsel mit Igel: Eine Verletzte – Experten: Nicht Vollbremsen”

  1. Stefan sagt:

    Ob ich nun 100km/h oder 50km/h fahre macht keinerlei Unterschied wenn ein Tier direkt vor mir auf die Straße rennt. Die Wahrscheinlichkeit, dass der nachfolgende Verkehr genervt zu dicht auffährt wird durch sehr langsames Fahren sogar noch erhöht. Es ist klar, dass man für „Kleinvieh“ keine gefährlichen Manöver fahren soll, aber meist ist das eher eine instinktive und nicht wohl durchdachte, Handlung, bei der es keinen Unterschied zwischen Fuchs und Wildsau gibt. Letztere bei voller Fahrt frontal zu erwischen ist auch alles andere als erstrebenswert.

    Also Leute: Fahrt mit Licht und haltet Abstand.
    Der Herbst kommt erst noch ins der Mais steht mancherorts schon hoch.

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