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Angebliche Dachdecker ziehen Seniorin über den Tisch

20. Juni 2018

Eine 72 Jahre alte Malchowerin ist gestern von so genannten „Dach-Haien“ um ihr Erspartes gebracht worden. Die Seniorin wohn in einem Einfamilienhaus in der Innenstadt. Gegen 11 Uhr klingelte ein Mann in Arbeitskleidung und bat die Rentnerin, vor das Haus zu kommen. Der Mann gab vor, Dachdecker zu sein und an ihrem Dach gravierende Mängel festgestellt zu haben, die umgehend repariert werden müssten.

Zur genauen Bestandsaufnahme müsse er jedoch auf den Dachboden, was ihm die Malchowerin auch ermöglichte.

Zunächst stieg der Mann alleine auf den Dachboden und holte wenig später die Rentnerin dazu. Hierbei wies er sie auf große feuchte Stellen auf dem Boden hin, die beweisen sollten, dass das Dach undicht ist. Es ist anzunehmen, dass der Täter die feuchten Stellen zuvor selbst verursacht hat.

Dann erzählte er der Frau von einer Rabattaktion seiner Firma. Diese Aktion sei zwar letzte Woche abgelaufen, da er aber Mitleid mit der Dame habe, würde er versuchen, diesen Rabatt für die dringend notwendige Renovierung zu bekommen, indem die spätere Rechnung rückdatiert werde. Hierüber müsse aber der Vorgesetzte entscheiden, der wenig später ebenfalls am Haus der Geschädigten eintraf.

Beide Männer spielten der Hausbesitzerin dann Telefonate mit einer angeblichen Sekretärin vor, um die sie davon zu überzeugen, dass sie ein einmaliges „Schnäppchen“ für die
Dacharbeiten bekommen würde. Allerdings müsse sie sofort 9.500 Euro in bar von der Bank abholen und dem Chef aushändigen, da dieser nur so die Arbeitsmaterialien zum Rabattpreis kaufen könnte.

Um die 72-Jährige weiter unter Druck zu setzen, gaukelte ihr der vermeintliche Chef vor, dass er ja Probleme mit dem Finanzamt bekommen könnte. Die Geschädigte dürfe deshalb in der Bank auf keinen Fall sagen, wofür sie das Geld braucht, da die Firma auch Kunde der Bank sei und alles aufgedeckt bzw. dem Finanzamt mitgeteilt werden
könnte. Die Geschädigte begab sich daraufhin zu Fuß in Begleitung der Männer zur Sparkasse.

Zur Beschreibung der Täter können folgende Angaben gemacht werden:
Täter 1 (Dachdecker/Handwerker):

– männlich
– ca. 45 Jahre alt
– schlanke und eher kleine Statur
– dunkle, kurze Haare
– ungepflegt
– ausländische Erscheinung, leicht dunkle Hautfarbe,
– sprach sehr gut Deutsch mit Akzent
– trug Arbeitskleidung (dunkelblaue Jacke und Hose)
– Logo einer Baugesellschaft auf dem Rücken der Jacke aufgedruckt
– trug außerdem eine Art Bauchtasche, allerdings mit einem festen Behältnis als „Tasche“ vor dem Bauch

Täter 2 (Vorgesetzter/Chef):

– männlich
– ca. 35 Jahre alt
– dicke Figur
– kurze blonde Haare
– gepflegte Erscheinung
– sprach Deutsch
– hellgraue Hose, buntes Hemd (gut  gekleidet)

Während die beiden Täter vor der Bank warteten, begab sich die Malchowerin an den Schalter. Unter dem Vorwand, das Geld für ihre Enkelin zu benötigen, verlangte die sie ihr Erspartes.  Der aufmerksamen Bankangestellten kam die hohe Bargeldabhebung komisch vor, weshalb sie die Geschädigte mehrfach auf einen möglichen Betrug hinwies
und die Abhebung hinterfragte. Unbeirrt ließ sich die Seniorin aber das Geld auszahlen und händigte es nach dem Verlassen der Bank den beiden Männern aus.

Anschließend ging sie sich nach Hause, um zu warten. Als nach mehreren Stunden keine Dachdecker kamen, bemerkte sie den Betrug und verständigte die Polizei.

Die Polizei warnt ausdrücklich vor dieser Betrugsmasche und gibt nochmal Hinweise:

– Seien sie immer skeptisch, wenn Handwerker unangekündigt vor Ihrer Haustür stehen
– Seriöse Handwerker kommen nicht unangekündigt zu Ihnen
– Lassen Sie sich nicht von angeblichen Sonderangeboten überrumpeln oder unter Druck setzen
– Unterschreiben Sie keine Verträge an der Haustür
– Informieren Sie sich bei der Handwerkskammer oder Innung über seriöse Betriebe
– Zahlen Sie nicht im Voraus
– Lassen Sie die Handwerker auf keinen Fall sofort mit den Arbeiten beginnen
– Holen Sie sich bei größeren notwendigen Arbeiten immer mehrere Angebote ein


4 Antworten zu “Angebliche Dachdecker ziehen Seniorin über den Tisch”

  1. K.Frind sagt:

    Vielleicht sollte man als Hinweis noch dazu sagen das es seid Wochen nicht mehr geregnet hat.Situationsbedingt u durch den Druck der Täter beachtet man garnicht was die Typen eigendlich für ein Müll erzählen.

  2. Selzle Michael sagt:

    Ich bin selbst Dachdeckermeister und ich bekomm richtig Wut im Bauch wenn ich sowas höre.
    Bitte ruft beim Dachdecker von der Innung bei euch an oder bei alt bekannte Firmen zur Not nehmt wenn möglich einen Nachbarn mit damit solchen das Handwerk erschwert wird.

  3. Was eine Schande und Frechheit. Vor allem für diese arme Frau, in diesem Alter ist man ja wirklich sehr verletzlich. Als Dachdecker verkleidet, damit rechnet ja wirklich keiner.

  4. Vielen Dank für diese Geschichte! Man kann gar nicht oft genug vor Betrug warnen. Leider haben die Täter keinerlei Skrupel, alte Leute um ihr kleines Vermögen zu bringen. Für echte Dachdecker sind solche Vorfälle auch ärgerlich, da sie dem Ruf ihres Standes schaden können.

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