Peinlicher geht immer. Der SPD-Innenminister Mecklenburg-Vorpommerns, Christian Pegel, gehört zu jenen Mitgliedern des Kabinetts, die immer ganz spontan und ohne groß nachzudenken, ein Statement abgeben können. Er scheint die Kameras und Mikrofone regelrecht zu lieben. So kursieren unter Journalisten inzwischen schon Tipps, wie man es am besten schafft, den Herrn Minister zu bremsen. So weit, so gut. Pegel „kämpft“ in seiner Funktion als Innen- und Digitalisierungsminister auch gegen Hass und Hetze im Internet und beklagt bei vielen Gelegenheiten die Fake News. Das ist auch gut so, schließlich gibt’s davon viel zu viele.

Schon kurz nach Beginn der Veranstaltung in Neustrelitz trudelte bei den Medien nämlich eine Pressemitteilung seines Hauses ein, in der es unter der Überschrift: „Innenminister Christian Pegel ehrt Arbeit der Feuerwehrleute“ heißt: „Auf Einladung des Kreisfeuerwehrverbands Mecklenburgische Seenplatte nahm Landesinnenminister Christian Pegel heute an einem ökumenischen Festgottesdienst zum St. Florianstag in der Stadtkirche Neustrelitz teil und würdigte das ehrenamtliche Engagement im Bereich Brand- und Katastrophenschutz.“ Es folgen die üblichen Lobeshymnen, die man in seiner Presseabteilung wahrscheinlich fix zusammenkopiert hat.
Daran ist nichts besonders schlimm, richtig übel ist allerdings, dass Minister Christian Pegel überhaupt nicht bei dieser Veranstaltung war. Dafür mag es gute Gründe gegeben haben, doch dass dann eine Pressemitteilung in diesem Wortlaut verschickt und entsprechend in vielen Medien auch veröffentlicht wird, ist mehr als peinlich. Eine klassische Fake-Nachricht und ein Schlag ins Gesicht der anwesenden Feuerwehrleute, die sich richtig veräppelt vorkommen müssen.
Diese Pressemitteilung ist übrigens immer noch auf der Homepage des Pegel-Hauses zu lesen. Scheint niemandem aufzufallen, geht ja NUR um die Feuerwehr – Auch ein Ausdruck von Nichtachtung und Gleichgültigkeit gegenüber den Ehrenamtlern.
Sehr geehrter Herr Pegel: Um diesen von Ihnen entfachten „Brand“ bei den enttäuschten Feuerwehrleuten wieder zu löschen, bedarf es mehr als einer blumigen Erklärung, die Sie zweifelsohne in ihrer gewohnt gesprächigen Art aus dem Hut zaubern könnten.
Antje Rußbüldt-Gest







Neueste Kommentare