Baubeginn für Heilwald und Kurwald in Waren

9. Juli 2023

Er ist Apotheke, Fitnessstudio, Behandlungsraum und Seelenmassage zugleich – der Wald. In Klink ist vor einiger Zeit ein ganz besonderer eingeweiht worden – ein Heilwald, initiiert von der Müritz Klinik in Klink. In Waren sollten ein Heilwald und ein Kurwald eigentlich schon längst fertig sein. Die Einweihung war für das vergangene Jahr zum zehnjährigen Jubiläum des Heilbades Waren geplant. Hat aber nicht geklappt. Doch jetzt ist man in der Warener Stadtverwaltung optimistisch und peilt die Eröffnung für die beiden Projekte noch in diesem Spätsommer an.

Mit der geplanten Maßnahme sollen Teile der städtischen Waldgebiete Nesselberg und Ecktannen in einen Kur- bzw. Heilwald entwickelt werden.

Während im Heilwald Nesselberg eine Therapieform aus Bewegung und Achtsamkeit/Gedächtnistraining angedacht ist, wird für den Heilwald in den Ecktannen das Konzept auf Achtsamkeit und Wahrnehmung bzw. Naturerleben in Kombination mit einer kreativen Gestaltung konzentriert.

Auf dem Nesselberg sollen sechs Gedächtnistrainings-Stationen und fünf Bewegungsstationen hergestellt werden. In den Ecktannen sind fünf Sinneserfahrungs-Stationen vorgesehen. Darüber hinaus wird ein Informations- und Leitsystem eingebaut.

Für das Projekt „– beide Maßnahmen kosten zusammen etwa 300 000 Euro – gibt’s Fördermittel.  „Auf Grund der zwischenzeitlichen nicht vorhersehbaren langen Bearbeitungszeiträume des Fördermittelgebers und der Genehmigungsbehörde konnte die Maßnahme nicht wie ursprünglich geplant im Jahr 2022 umgesetzt werden. Anfang des Jahres 2023 wurde das Ausschreibungsverfahren durchgeführt. In der Sitzung im Mai hat der Hauptausschuss für die Vergabe des Auftrages gestimmt. Somit können der Zuschlag und nachfolgend der Auftrag erteilt werden. Laut aktuellem Zeitplan soll die Maßnahme im Juli 2023 umgesetzt werden, sodass eine Eröffnung für den Spätsommer avisiert werden kann“, heißt es auf Nachfrage von „Wir sind Müritzer“ aus der Stadtverwaltung.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit drei drei prädikatisierte Wälder – den Kur- und Heilwald Heringsdorf, den Kurwald Graal-Müritz, Heilwald Klink und Plau am See, Krakow am See. Weitere wie in Waren und Malchow befinden sind in Sicht.

Viele wissenschaftliche Studien haben inzwischen bewiesen, dass der Wald heilende Wirkung hat, unter anderem bei Atemwegsproblemen, Herz-Kreislauferkrankungen, aber auch bei psychischen Leiden. Der Wald sei sowohl in der Prävention wichtig als auch bei der Behandlung. Und noch ein Argument für den Wald als „Arzt“ gibt es: So ist erwiesen, dass ein 30-minütiger Waldspaziergang pro Tag die Aggressionen um 70 Prozent reduzieren können.

Im Klinker Heilwald gibt es verschiedenen Bereiche. Zu finden sind dort unter anderem ein bewegter Steg und ein Bewegungsparcours, Dehnblöcke, Zielwerfen mit Trampolin und Rampe, motorische Sitzelemente und jede Menge Möglichkeiten, zu sehen, zu riechen und zu tasten.


2 Antworten zu “Baubeginn für Heilwald und Kurwald in Waren”

  1. Adernalinismus sagt:

    Für die, die Wald nicht reicht, sondern umgebaut und mit einem Plus an Spaßgerätschaften versehen werden muss. Aber was tut die Stadt nicht alles zur Saisonverlängerung. Und wieder ist die Unterkonstruktion laut Bild aus ungeschütztem Nadelholz. Das alles löst sich in kürzester Zeit auf, natürlich zu CO2. Aber wen interessiert das hier? Da es Fördermittel nicht für den Erhalt der ungeschützten Holzkonstruktionen gibt, diese aber keine 5 Jahre halten können, schlägt die Hälfte der 300.000 Euro in immer wieder gleichen Zeiträumen auf die Stadtkasse. Hinzu kommt, dass die dünnen Holzgestelle eine Einladung mehr für unsere Vandalen darstellen. Egal ob das Geld über den Umweg der Förderung oder direkt von der Stadt kommt, das ist angesichts der Herausforderungen, vor denen wir stehen, schlichtweg Quatsch. Beim Denken in Wahlperioden hat sowas natürlich keinen Platz.

  2. ABC sagt:

    Zu den Qualitäten eines Waldes gehört, dass er nicht mit Gerümpel vollgebaut ist. Dass Auge und Seele sich von den z.T. unsäglichen Bauten, Gerätschaften, Hinterlassenschaften und Geräuschen der Menschen erholen können und auch von deren permanenter Anwesenheit.
    Hier werden jetzt schon Busladungen von Menschen ausgekippt, die alle erwarten, dass es ihnen hinterher besser geht.
    Durch die angekündigten Maßnahmen wird m.E. nicht nur die Heilqualität des Waldes herabgesetzt, sondern die Lebensqualität der hier lebenden Menschen stückweise immer weiter beschnitten.
    Wäre ich selbst so weit, dass ich die Heilkraft des Waldes dringend bräuchte, dann wären mir diese Bauten und die sehr sichtbare „Eroberung“ des Waldes sehr zum Ekel.
    Der Bergsteiger Reinhold Messner hat mal bei der versteckten Kamera seelisch das Kotzen gekriegt, weil er auf einem Gipfel
    (einen vermeintlich echten) Kiosk für Andenken usw. vorfand. So ähnlich geht es mir mit dem, was hier „Heilwald“ genannt wird. Der Wald sollte für alle da sein und bleiben wie er ist – möglichst unveränderter Wald.