Anzeige
Anzeige

Bootsführerschein: Wissenswertes rund um die Fahrerlaubnis

10. Mai 2020

In Deutschland gibt es zahlreiche Binnengewässer, die zum Erholen und Entspannen, aber auch zum Wassersport einladen. Allein die Mecklenburger Seenplatte mit dem größten deutschen Binnensee, der Müritz, bietet in diesem Zusammenhang zahlreiche Möglichkeiten. Viele Touristen, aber auch Einheimische möchten die eindrucksvollen Gewässer auf eigene Faust mit dem Boot erkunden. Ganz gleich, ob Segelboot oder Motorboot: Nicht selten wird dafür aber ein Bootsführerschein benötigt – aber wann ist dies eigentlich der Fall, und welche Regeln gelten dafür im Einzelnen?

Wer mit einem Boot auf dem Meer oder Binnengewässern unterwegs sein möchte, sollte sich vorab informieren, ob für die geplanten Fahrten ein Bootsführerschein erforderlich ist. In vielen Fällen ist dieser zwingend gesetzlich vorgeschrieben – seit einer Neuregelung aus dem Jahr 2013 gibt es aber auch Ausnahmen. Motorisierte Wasserfahrzeuge mit maximal 15 PS dürfen auch ohne eine ausdrückliche Fahrerlaubnis betrieben werden, sofern der Kapitän mindestens 16 Jahre alt ist. Betroffen von dieser Regelung sind alle Binnen- und küstennahen Gewässer. Davon ausgenommen sind der Bodensee und der Rhein sowie einige Gewässer in Brandenburg und Berlin.

Für alle Wasserfahrzeuge mit einem Motor, der eine Leistung von mehr als 15 PS bringt, muss ein Bootsführerschein erworben werden. Dies ist ab einem Alter von 16 Jahren möglich. Dabei unterscheidet der Gesetzgeber zwei Varianten des Bootsführerscheins:

• Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen)
• Sportbootführerschein See (SBF See)

Um die Fahrerlaubnis zu erhalten, muss sowohl ein theoretischer als auch ein praktischer Teil absolviert werden. Am Ende steht jeweils eine Prüfung, deren Bestehen für das Führen eines entsprechenden Bootes erforderlich ist.

Fakten zum Sportführerschein Binnen und See

Den Sportführerschein Binnen benötigen alle diejenigen, die mit ihrem Motor- oder Segelboot auf Flüssen oder Seen wie etwa der Müritz unterwegs sein möchten. Sobald das jeweilige Wasserfahrzeug mehr als 15 PS bringt und über 20 Meter lang ist, darf es auf den beschriebenen Gewässern nicht betrieben werden. Auf dem Rhein gilt dies bereits ab einer Länge von 15 m und einer Leistung von 5 PS. Für den Sportführerschein See gilt innerhalb der 3-Meilen-Zone für alle Wasserfahrzeuge mit mehr als 15 PS sowie für gewerblich genutzte Sportboote, die in mehr als 300 m Abstand zur Küste zum Einsatz kommen.

Was kostet der Bootsführerschein und wo kann man ihn erwerben?

Für beide Varianten des Bootsführerscheins werden jeweils theoretische und praktische Unterrichtseinheiten vorgeschrieben. Um die Theorie zu absolvieren, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. So können diese etwa in einer hiesigen Motor- oder Segelbootschule im klassischen Unterricht stattfinden. Alternativ haben Interessenten an einer Bootsfahrerlaubnis auch die Option, die erforderlichen Einheiten online im Selbststudium zu absolvieren. Der praktische Teil muss aber in jedem Fall mit einem zugelassenen Lehrer auf einem Boot stattfinden.

Ähnlich wie bei der Fahrschule für Kraftfahrzeuge, die im Straßenverkehr betrieben werden, entscheidet auch hier die Anzahl der erforderlichen Praxisstunden maßgeblich über die Höhe der Kosten. Meist liegen die Gesamtkosten für einen Bootsführerschein zwischen 250 und 600 Euro. Übrigens: Auch wenn keine Fahrerlaubnis ausdrücklich vorgeschrieben wird, legen viele Bootsverleiher Wert auf vorhandene Fahrpraxis. Es kann also nicht schaden, vor der großen Fahrt einige Praxisstunden zu absolvieren, auch im Sinne der eigenen Sicherheit.

 


Kommentare sind geschlossen.