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Bündnisgrüne gegen Ausbau des Feisneckbades: Keine Betonschneise durch die Natur

13. März 2018

Die Stadt plant Veränderungen am beliebten Naturbadestrand Feisneck und hat deshalb ein Landschaftsarchitekturbüro beauftragt, Pläne zu erarbeiten. Die Vorschläge des Büros stoßen aber nicht überall auf Gegenliebe. Sie werden sogar heftig kritisiert. Unter anderem von den Bündnisgrünen.

Jutta Gerkan und Mareile Bossemeyer von Bündnis 90/Die Grünen stehen dem Projekt kritisch gegenüber. Jutta Gerkan gibt zu bedenken, dass große Bereiche im Osten des Gebietes in schützenswertes Nationalpark- und Flora-Fauna-Habitat-Gebiet fallen, so dass hier eine strenge Berücksichtigung von naturschutzfachlichen Belangen zu erfolgen hat.

Bereits im letzten Umweltausschuss hat die Stadtvertreterin Gerkan darauf hingewiesen, dass hier keine – wie vorgesehen – neue Treppe mit Aussichtpunkt gebaut werden möge. Es wachsen dort viele Rote-Liste-Arten, die Kennern das Herz höher schlagen lassen, so Gerkan weiter. Ein saisonal aufgestelltes mobiles Toilettenhäuschen hält sie hingegen für sinnvoll, damit sich die Badenden nicht in die Büsche schlagen. „Allerdings sollte es nicht im Gebiet stehen, sondern am Eingangsbereich auf einem Teil der Parkplatzfläche beim Wendehammer“, so Gerkan.

Mareile Bossemeyer steht dem Vorhaben – im westlichen Teil soll ein 2,50 Meter breiter, gepflasterter und serpentinartig geschwungener Weg den jetzigen Trampelpfad aus Richtung Federower Weg ersetzen – skeptisch gegenüber. Auch wenn die Fläche nicht mehr ins Nationalparkgebiet fällt, so wachsen dort doch schützenswerte Arten.

Nur weil der Nutzungsdruck eventuell zunehmen könnte, sollte man nicht ohne weiteres in die einzigartige Natur eine Betonschneise bauen. Bei den Argumenten zur Barrierefreiheit sind insbesondere der Seniorenbeirat und der Behindertenverband mit anzuhören, ob hier für die Baumaßnahme in der Form überhaupt eine Notwendigkeit besteht. Ansonsten besteht die Gefahr einer teuren Investruine, die wertvolle Natur vernichtet.

Die Badestelle wird seit Jahrzehnten vorrangig von Einheimischen frequentiert. Sie kennen das Gelände sehr genau und haben sich „ihre Trampelpfade“ erlaufen. Der geplante Weg ist als Lenkungsmaßnahme gedacht. Da er aber einen Umweg darstellt, werden neben dem neuen Weg neue Trampelpfade entstehen.

Der Ausbau – gut gemeint als „Aufwertung“– werde daher nicht den gewünschten Effekt bringen. Die für die Fahrradständer vorgesehene Fläche beherberge Rote Liste Arten, wie z.B. den Großen Klappertopf und die Kartäusernelke. Diese Fläche sei daher ungeeignet für eine zu starke Frequentierung, gibt Bossemeyer zu bedenken.

Die Bündnisgrünen halten das Vorhaben insgesamt in dem Ausmaß – abgesehen von der mobilen Toilette am Wendehammer – für nicht notwendig. Eine weitere moderate Nutzung durch Badende ist dem Gebiet sehr wohl zuträglich. Fahrradständer, Bänke, Papierkörbe und dergleichen sind nur außerhalb der Naturfläche beim Wendehammer vorstellbar. Nur so könne der schöne Charakter des Naturbades in seiner Ursprünglichkeit erhalten bleiben.


20 Antworten zu “Bündnisgrüne gegen Ausbau des Feisneckbades: Keine Betonschneise durch die Natur”

  1. Kritischerbürger sagt:

    Seit langem verschönern wir nicht nur, wir zerstören auch unsere Einzigartigkeit. Was „sanfter Tourismus“ genannt wurde und von Anfang an bewußt und vorsätzlich gelogen war, muss immer mehr und mehr werden. Seit vielen Jahren mache ich unsere Politiker der Region auf meine Erfahrungen mit unseren Gästen aufmerksam, Leute, die mir sagten, sie kämen hier her wegen einer gewissen Ursprünglichkeit und Natürlichkeit, die in Altbundesländern längst vernichtet ist. Viele sagten aber auch, daß sie bald nicht mehr kämen, weil man hier ja auch alles zu baut. Da können sie dann auch zu Hause bleiben. Und so machen wir den selben Blödsinn weiter ohne Ende und zerstören uns selbst. Irgendwer verdient schließlich auch daran kräftig.
    Frohes Schaffen!

  2. Ich sagt:

    Was wollen sie denn noch alles mit Beton zuschmieren? Reicht es nicht, dass kaum grünes am Hafen zu finden ist! Waren wird immer mehr zur Betonstadt. Der Spruch „Baden, wandern, wasserfahren- nirgends schöner als in Waren “ Stimmt schon lange nicht mehr. Schade. Waren war mal so eine schöne grüne Stadt

  3. Thomas sagt:

    Keine Sorge liebe Mitbürger.
    Der Weg wird kommen.
    Ist schließlich eine Baumaßnahme, die von örtlichen Unternehmen durchgeführt werden kann.
    Und Arbeitsplätze gehen in Waren (und auch Deutschland) über alles. Auch über Naturschutz und Tierschutz!

  4. HPF sagt:

    Den Argumenten der „Bündnisgrünen“, des „Kritischerbürger“ und des „Ich“ kann ich nur voll und ganz zustimmen. Die Stadt ist wie wild darauf erpicht, Natur zu zerstören. Dieses mehr als fragwürdige Vorhaben der Stadt stellt eine weitere Steuer-Geldverschwendung dar. Eine solche Maßname und das ungezügelte Bäumefällen machen die Stadt immer unatraktiver.

  5. Gitt54 sagt:

    Ja und da geht noch was. Es gibt noch mehr grüne Wiesen, die zerstört werden können.

  6. raini sagt:

    Wo sind eigentlich bei diesem Thema die anderen Parteien. CDU und SPD meine ich nicht, weil die für diese Region ohnehin überflüssig sind. Arbeitsplätze schafft man nur mit Industrieansiedlung. Der Tourismus alleine ist der falsche Weg. Die totale Fehleinschätzung nach der Wende wird Früchte tragen in Form von heruntergekommenen Hotels,Arbeitslosigkeit und einer zerstörten Basis Warens mit seiner natürlichen Umgebung.

  7. Derwarener001 sagt:

    Es ist schon komisch, jetzt soll was für die Warener Bürger geschaffen werden (Touristen werden dort kaum baden gehen, da deren Boote sich auf der Müritz befinden ), da melden sich auf einmal die „Umweltschützer“ . Wo ist deren Aufschrei bei den Planungen an der Müritz gewesen, als es um die „Nicht-Warener“ ging ? Es soll kein neues Hotel gebaut werden , es geht nur um die Verbesserung der Infrastruktur und den Umweltschutz (Toiletten) …

  8. Felix sagt:

    Kümmert euch erstmal um die kaputten Strassen in waren das wäre wichtiger als im Wald ein Bürgersteig zu bauen.
    Und wenn dann noch Geld über bleibt saniert die Schulen und Kindergärten dann macht ihr stadtverdreher endlich mal was sinnvolles. Danke

  9. anonym sagt:

    Waren definiert(e) sich doch vor allem auch über seine wunderschöne, unberührte Natur. Doch seit Jahren wird bereits an jeder Ecke ohne jeglichen Sinn und Weitblick zubetoniert und zugepflastert. Das fängt beim Bau von immer mehr unnötigen stadtbildfernen Hotelklötzen an, deren zukünftige Auslastung fraglich sein dürfte. Weiter geht es mit Schildbürgerstreichen wie dem Hafenausbau, mit dem man das Gegenteil einer Verbesserung erreicht und stattdessen „endlich“ die Sicht auf das Wasser von einer wachsenden chaotischen Masse aus Booten versperrt wird. Darüber hinaus die neuen Häfen/Anlegestellen, damit die Müritz, auf der es schon jetzt fast unmöglich ist, eine ruhige Stelle mit dem Boot zu finden, noch voller, lauter und verschmutzter werden kann. Auch werden immer mehr Rad- und Wanderwege ausgebaut und befestigt – zugunsten des Komforts, aber zu Lasten der Natürlichkeit in den Schutzgebieten. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.
    Die wenigen Geheimtipps, die man als Einheimischer seinen Gästen noch geben konnte, um die „wilde“ Natur und Ruhe zu genießen, wegen der sie eigentlich(!) an die Müritz gekommen sind – ganz oben der Feisneckstrand – sollen nun auch noch Opfer unserer profitgierigen, engstirnigen Stadtplaner werden.
    Schlimm, es mit ansehen zu müssen, wie unser Juwel an der Müritz sowohl für die Einheimischen, aber auch für die Zielgruppe der (Natur-)Touristen somit immer mehr an Charme und Attraktivität verliert. Dieses Feedback bekommen wir immer wieder und immer öfter von unseren z.T. langjährigen Gästen…

    Die gleichen Fehler wurden schon an so vielen anderen Orten Deutschlands und der Welt gemacht, aber anstatt daraus zu lernen siegt auch bei uns die Profitgier und die Kurzsicht. Das bittere Ende ist langfristig absehbar: Waren sägt eifrig an dem Ast, auf dem es sitzt. Einfach traurig…

  10. Gerhard Heclau sagt:

    An die Mitglieder des Umweltausschusses der Stadtvertretung Waren (Müritz)

    Sehr verehrte Damen und Herren,
    da Prof. Dr. H.-D. Knapp zusammen mit mir 1979 den Schutz des gesamten Ostufer der Feisneck beantragt hatten und daraufhin 1980 die Unterschutzstellung ab 1980 erfolgte, ist es sicher verständlich, dass mich alle Dinge, die dieses Gebiet betreffen, besonders berühren.
    Was waren damals die Gründe:
    Das gesamte Ostufergebiet entlang der Feisneck ist eine besondere eiszeitliche Bildung mit exponierter Südlage, die die Ansiedlung vieler schützenswerter Pflanzen und Tiere ermöglichte. Durch Nutzung der Flächen als Weide und Streuwiesen konnten sich diese einzigartigen Lebensgemeinschaften erhalten und entwickeln.
    Schon in den 1970’er Jahren erhöhte sich der touristische Druck auf dieses Gebiet durch die Bebauung des Papenberges mit Wohnblöcken. Zusätzlich durch die Einstellung von Weide mit Mahd, wurden die Gefahren für die Naturausstattung immer größer. Somit war eine naturschutzrechtliche Sicherung und Pflege zwingend erforderlich geworden.
    Damit ging es uns von Anfang an um eine Verknüpfung von Naturschutz und Erholungsnutzung, da eine Ausgrenzung der Menschen sicher zu kontraproduktiven Gegenreaktionen bei den Warenern geführt hätte. Zur Pflege und Ausstattung mit Informationstafeln des NSG „Ostufer der Feisneck“ führten Naturschutzhelfer, Bürger der Stadt und eine Schülerarbeitsgemeinschaft der damaligen Goetheschule in Waren jedes Jahr mehrfach von 1980 bis 1991 mit Unterstützung der Kreisver-waltung Arbeitseinsätze durch. Zeitweilig konnte das gesamte Gebiet auch mit Schafen der LPG Kargow und privaten Tierhaltern beweidet werden. So konnten einerseits die Naturausstattung erfolgreich entwickelt und die Erholungsnutzung entsprechend gesteuert werden, ohne sie auszuschließen.
    Leider gab es auch damals schon Bestrebungen der Stadt das Naturfreibad durch den Bau einer Toilettenanlage unterhalb des Osthanges vom Pfennigsberg „aufzuwerten“. Das war ein sehr schädigender Eingriff in die dortigen Trockenrasen und zerstörte optisch das naturliche Gesamtbild der Pfennigsberge von Osten her. 1990 wurde das NSG Teil des Nationalparks, die eigentlich fast nie genutzte Toilettenanlage abgerissen, aber die Schäden an den Trockenrasen sind bis heute nach über 20 Jahren noch sichtbar.
    Nun beabsichtigt die Stadt wieder eine „touristische Aufwertung“ und begründet das damit, dass die dafür genutzten Flächen keinem Schutzstatus unterliegen, der Besucherdruck durch Badegäste und Radfahrer zu hoch geworden sind und noch steigen werden.
    So sollen behindertengerechte Containertoiletten, zusätzlich Fahrradständer auf gepflastertem Untergrund mit Zuwegung, ein gepflasterter gegen Abrutschung gesicherter Hangweg für Fußgänger und Radfahrer am Westzugang gebaut werden. Des Weiteren soll ein Zaun mit Tor dahinter den Zugang für Radfahrer sperren und von der Ostseite soll ebenfalls ein Zaun aber ohne Durchgang errichtet werden. Damit wäre eine fußläufige Durchquerung des Naturbades nicht mehr möglich und jeder müsste oben durch den ebenfalls geschützten Wald gehen. Am Osthang ist eine Erneuerung der eigentlich früher widerrechtlich gebauten Treppe in massiver Bauweise mit Errichtung eines befestigten Ausgangspunktes geplant.
    Aus meiner Sicht ist dazu folgendes zu bemerken:
    Laut amtlicher Bezeichnung handelt es sich hier um ein NATURBAD, dass außer den ersten 35 Metern auf der Westseite in Gänze einen doppelten Schutzstatus hat, Nationalpark und Flora -Fauna -Habitat. Mit der Unterschutzstellung als NSG 1980 lag die westlichste Grenze untermittelbar hinter dem letzten Hausgrundstück, weil ab dort auch die schützenswerten Naturausstattungen begannen. Durch die neue Grenzziehung mit der Nationalparkgründung ist die Grenze nun um 35 Meter nach Osten verlagert, aber dennoch identisch mit allen dahinter liegenden geschützten Flächen und damit gleichermaßen erhaltenswert.
    Barrierefreie Toilettenanlage, Fahrradständer, Untergrundbefestigung, gepflasterter Hangweg, Zaun ergeben gemeinsam eine fast völlige Zerstörung der jetzt noch natürlichen Flächen. Der Zaun würde nicht nur Radfahrer und die ungehinderte Durchquerung ufernah behindern, sondern auch die alljährlich notwendigen Pflegearbeiten und wahrscheinlich auch Protest bei den Warenern auslösen, weil sie den belastenden Hangweg nutzen müssten.
    Stellt man sich die Lage der Containertoilette am geplanten Standort vor, erkennt man sehr schnell, dass zusätzlich zur Zerstörung der Natur die schöne Ansicht auf die Pfennigsberge von Westen her sehr negativ beeinträchtigt wird. Obendrein bietet so ein Container ohnehin keinen schönen Anblick und es sind zusätzliche Belastungen für die Natur zu erwarten, weil die Toiletten über Winter dort entfernt werden sollen. Vielmehr wäre es sinnvoll die Toiletten gleich oberhalb der Wendeschleife zu errichten, wo der Natureingriff eigentlich schon erfolgt ist und der westliche Sichtbezug zum Bad erhalten bleibt. Obendrein sollte man überlegen, wie man die Anlage naturangepasst äußerlich freundlich gestaltet. Ob eine Barrierefreiheit hier zwingend sinnvoll ist, wäre auch zu hinterfragen, weil es für den geschützten Teil des Bades keinesfalls möglich wäre.
    Der gepflasterte Hangweg als Radweg ergibt eigentlich keinen Sinn, weil es unmittelbar dahinter gar keine offizielle Fortsetzung eines Radweges gibt. Für die Radwegführung zum Federower Weg wäre die Kennzeichnung des Radweges ab der Wegabelung auf der Straße An der Feisneck 200 m vor dem Bad für Fremde sinnvoll, die nach Federow wollen. – Alle Radfahrer bewegten sich im Bad und dahinter bisher auf eigene Verantwortung. Deshalb sollte das auch so entsprechend mit „RADWEG ENDET HIER“, RADFAHRER ABSTEIGEN“ gekennzeichnet werden. Für Fußgänger gibt es vom Papenberg/Nordseite , von Westen und Osten ausreichende bestehende Zuwegungen. Der geplante Hangweg wäre also zusätzlich und ist z. Z. nur ein nicht legal bestehender sehr kleinerTrampelpfad, den man in der Planungsbegründung nun als Bedarfskennzeichen betrachtet.
    Die Fahrradständer könnten auch rechtseitig von der Wendeschleife zum Ufer hin vor dem Bad errichtet werden.
    Alle anderen Baumaßnahmen (Treppe, Aussichtspunkt , Zaun am Osthang) unterliegen ohnehin der Zustimmung des Nationalparkamtes, sind aus meiner Sicht aber nicht zulässig, weil der Schutzstatus verletzt wird.
    Abschließend möchte ich noch bemerken, dass es die Nutzung des diese Ortes als Badestelle unter diesen naturnahen Bedingungen schon gut 100 Jahre gibt und viele Menschen es gerade deswegen mögen und darin einen Wert sehen.
    Wenn es weiterhin „Naturbad“ heißen soll, dann muss auch Natur darin sein.

    Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit
    Gerhard Heclau
    (ehemaliger Schutzgebietsbeauftragter und ehemaliges Mitglied der Nationalparkinit

    • S. sagt:

      Vielen Dank, sehr geehrter Herr Heclau, für diesen wunderbaren und fundierten Beitrag! Wir können nicht tatenlos zusehen wie die schönsten Stellen unserer Heimat einfach zerstört werden.
      Meine Familienangehörigen sind auf „Hundertachtzig“ wegen dieser geplanten Verschandelungsmaßnahmen!!! Wir baden dort seit Generationen und es ist einfach unvorstellbar, dass eine solche Perle wie das NATURBAD Feißnecksee so verdorben werden soll! Im Ostbereich auf dem Wiesenstück gibt es im Sommer herrliche Blumen und Insekten, die von uns oft fotografiert wurden. Zeigt man dann die Fotos woanders, kommt regelmäßig die Frage, wo es denn einen so naturbelassenen Lebensraum überhaupt noch gibt. Das sollten wir erkennen und uns hier so erhalten!!!

  11. MG sagt:

    Lange überfällig, tolles Vorhaben. Und anscheinend bin ich mit meiner Meinung alleine, aber wer das bunte Treiben an der Badestelle kennt wird mir vielleicht beipflichten. Selbstverständlich werden bei den Planungen alle erdenklichen Belange von Natur und Umwelt berücksichtigt. Das ist einfach aufgrund der Rechtslage so. Planungen laufen nicht irgendwie und überall anders, sondern nach festen Vorgaben ab. Ich befürworte einen befestigten Weg im Bereich des Strandbades und ein WC sehr. Eltern mit Kinderwagen oder Gehbehinderte können den Strand nur sehr beschwerlich oder gar nicht erreichen. Und wenn ausgeschlossen werden soll, das nicht wild in die Natur gepickelt und dabei womöglich noch geschütze Flora in Mitleidenschaft gezogen wird, dann bringt ein WC am Wendehammer überhaupt nichts. Man muss die Kirche auch mal im Dorf lassen und die Verhältnismäßigkeit sehen. Mit geringen Eingriffen lässt sich dort großes erreichen. Ich bin mir sicher, das der Badebetrieb im Sommer wesentlich schädlicher für Flora und Fauna ist, als das geplante Vorhaben bzw. das das Vorhaben dazu beiträgt die Schäden zu begrenzen.

    • gm sagt:

      Bitte was?

      Von der Seebrücke/Steg am Strand bis zum Wendehammer sind es 115 Meter.
      Wer diesen Fußmarsch nich zurücklegen will um sein Geschäft zu verrichten, der soll zuhause bleiben!

      Als Vergleich:
      Am Volksbad sind es vom Toilettenhäuschen bis zu den Volleyballfeldern 230 Meter.

      „Eltern mit Kinderwagen oder Gehbehinderte können den Strand nur sehr beschwerlich oder gar nicht erreichen.“

      Es ist ja auch ein Strand.
      Liegt in der Natur der Sache, dass an einem Strand auch Sand vorherrscht. Vorzugsweise feiner Zuckersand.
      Wer keinen feinen Sand haben will, der kann ja an der Kuhtränke baden gehen. Oder auch mal jemanden um Hilfe bitten beim Kinderwagen rollen.
      Ich verstehe nicht so recht das Problem.
      Kleine Toilette auf dem Wendehammer stellen, für Fahrradfahrer gut sichtbare Umleitungsschilder aufstellen und fertig.

  12. Peter Sohr sagt:

    Ich kann den Worten von Herrn Heclau nur beistimmen. Dem ist nichts hinzuzufügen. Er verwies hier noch einmal eindeutig auf die Abänderung des Grenzverlaufes um 35 Meter nach Osten bei der Nationalparkgründung im Jahr 1990. Stets von mir bemängelt, angemahnt und selbst in unserer Landesregierung in Schwerin vorgetragen. Selbst hier wird beschwichtigt und dargestellt, es hätte nie einen anderen grenzverlauf gegeben. Meine mir zur Verfügung stehenden Unterlagen widerlegen das eindeutig, finden aber keine Lobby. So bewirken diese „aufgeweichten“ Grenzverläufe ua. auch erst die Bebauung zwischen Feisneck und Müritz.
    Letztlich sind beabsichtigte massive Änderungen an der Natur, insbesondere durch bauliche Änderungen am Naturbad unumkehrbar.
    Eine Toilette in Form eines im Winter abtransportierbaren kleinen Containers oberhalb der Wendeschleife sollte den hygenischen Mindestanforterungen genügen. Das ganze bad aber barrierefrei gestalten zu wollen, käme einem Witz gleich. Die Natur an sich ist nun einmal auch nicht barrierefrei. Es heißt NATURBAD Feißnecksee und als solches sollte es auch bleiben. Wem das nicht passt, der möge andere Badestellen aufsuchen.
    Ich sage es mal mit Worten von „MG“: Man muss die Kirche auch mal im Dorf lassen und die Verhältnismäßigkeit sehen.
    Richtig! Es ist einfach unverhältnismäßig an einem bestehendem Natur-Status herum basteln zu wollen.
    Reicht es nicht, wenn ständig beschlossene Gesetze hintergangen und aufgeweicht werden?

  13. Liane sagt:

    „Selbstverständlich werden alle Belange von Natur und Umwelt berücksichtigt“ Wer mag das noch hören? Bislang wurden doch immer die Belange von Natur uns Umwelt berücksichtigt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es schon mal anders war. Komisch, dass wir dennoch nur Wüste und Müllhaufen hinterlassen. Wenn irgendwo ein uralter Baum gefällt wird, heißt es, dass es „Ersatzpflanzungen“ gibt. Wie soll man denn einen alten Baum ersetzen? Wenn ein Nistplatz für Vögel zerstört wird, heißt es, dass Ersatz geschaffen wird. Wo, aber sollen die Vögel solange hin? Man könnte noch vieles aufzählen, vor allem frage ich mich, wozu bitte schön, soll das denn wichtig sein? Wer braucht denn das? Was wir brauchen ist die Vielfalt der Arten. Das große Problem in der Politik ist die absolute Visionslosigkeit. Nichts kann gedacht werden, außerhalb von „Weiter so“, auch wenn allen klar ist, dass vor uns der Abgrund liegt.

  14. MG sagt:

    Wenn ich die ganzen Kommentare lese bin ich froh, das die Umsetzung diverser Maßnahmen einer neutralen Abwägung unterliegen, auch wenn die meisten das nicht war haben wollen. Einigen Kommentaren zu urteilen, würden wir sonst noch in Höhlen hausen. Ein Hoch auf das UVPG, auch wenn ich finde, dass das Schutzgut Mensch in Teilen zu wenig Berücksichtigung findet. Das hierzulande z.B. ein Großteil der Bäume aus Verkehrssicherheitsgründen, außerhalb der Fällverbotszeit bzw. sonst mit Sondergenehmigung und ökologischer Betreuung, gefällt werden, will man nicht hören. Ich bin mir sicher, die Natur ist schlau genug, einen wahrlich großen Verlust, denn das ist die Fällung eines alten Baumes auch für mich, zu verkraften und sich anzupassen. Wenn ein 2.50 m breiter, befestigter Weg über zum Großteil Sandwüste gebaut werden soll und damit jedem Menschen die Möglichkeit gegeben wird den Strand zu erreichen, ohne vorher an Erschöpfung zu sterben, wenn ein Zaun die wilden Trampelpfade verhindern soll und wenn eine Toilette verhindern soll, das die Masse der Menschen sich in die Büsche verschlägt, dann halte ich das absolut nicht für eine Umweltsünde, sondern für eine tolle Sache.

  15. Derwarener001 sagt:

    Es ist schon eine sehr interessante Diskussion hier. Es geht um wenige kleine Eingriffe in einen Zustand der seit Jahrzehten existiert. Und es sind erst mal nur Vorschläge. Ich bin auch gegen zusätzliche Wege, aber für Toiletten , Papierkörbe und Bänke. Oder ist es auch Naturschutz , seinen Müll im Gelände zu hinterlassen und seine Notdurft im Wasser oder Gelände zu verrichten . Wer schützt jetzt die Pflanzen ? Wer macht jetzt dort sauber ?
    Es melden sich jetzt stimmen, die nichts gegen die Zubetonierung des Müritzufers, die gegen die Fällung von Dutzenden Bäumen etwas sagten . Wer spricht darüber heute noch – niemand ….Alles schon vergessen. Und wenn Herr Sohr davon spricht , man möge doch andere Badestellen aufsuchen , wenn es einem nicht passt , der legt eine Arroganz an den Tag, dass es jeder Beschreibung spottet…. und dann wundern wir uns , dass immer mehr das Vertrauen in die Politiker verlieren ….

  16. Peter Sohr sagt:

    Allein schon der Pseudoname „Derwarener001“ ist schon aussagekräftig genug. Frecher, ja gar beleidigend sind dessen Bemerkungen die in meine Richtung abzielen.
    Um eines klar zustellen. Es ist mir völlig egal wie man meine Meinung und meinen Einsatz für Belange rund um die Stadt Waren (Müritz) persönlich wertet. Ohne persönlichen Eigennutz stehe ich auch für die Mitmenschen ein, die keinen Mut haben oder keine Worte finden sich für oder gegen eine Sache einzusetzen. Meine Art mag etwas direkt, aber keines Weges unüberlegt sein und beruht ausnahmslos auf Tatsachen und ganz speziellen Beweggründen. Diese Beweggründe sind es dann auch die grundsätzlich zum Hinterfragen und Nachdenken anregen sollen.
    Meine Äußerungen zu Tatsachen und Begebenheiten mögen auch mitunter durchaus unbequem sein, treffen aber genau den Kern der Sache. Ob es nun dem Einen passt oder dem Anderen nicht.
    Mir jetzt unterstellen zu wollen, es läge an mir, das „immer mehr das Vertrauen in die Politiker verlieren “ hat schon was.
    Ich ergreife ganz bestimmt Partei für viele wichtige Dinge im Leben, selber jedoch gehöre ich keiner Partei an und habe es auch nicht vor, jemals sein zu wollen.
    „Wer schützt jetzt die Pflanzen ? Wer macht jetzt dort sauber ?“ Um die in den Raum geworfenen Fragen jedoch beantworten zu können bin ich ganz bestimmt der falsche Ansprechpartner.
    Ich wiederhole gern noch einmal meine Kernaussage und verweise auf meine bisherigen Ausführungen:
    Es heißt NATURBAD Feißnecksee und ein solches sollte es auch bleiben.

  17. WRN sagt:

    Den Kommentaren von ,,gm“ und Peter Sohr ist nichts hinzuzufügen. Es ist und bleibt (hoffentlich) ein NATURBAD.

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