Das Für und Wider von Holzöfen und Kaminen

13. Oktober 2023

Hohe Energiepreise sowie die hohen Preise für neue Heizungen verunsichern Verbraucher´ bei der Wahl der passenden Heizung. Holzheizungen scheinen eine Möglichkeit zu bieten, nachhaltig und kostengünstig zu heizen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale beantwortet wichtige Fragen dazu.

Holzfeuer gelten als gemütlich. Daher wundert es auch nicht, dass es laut Umwelt Bundesamt in Deutschland circa 11,3 Millionen Öfen und Kamine gibt. Schätzungen zufolge wird ein Viertel dieser Feuerstätten gar nicht genutzt, viele andere kommen nur sporadisch zum Einsatz. Öfen und Kamine bieten grundsätzlich die Möglichkeit, die Brennstoffkosten für die Zentralheizung zu verringern.

Holz galt im Unterschied zu fossilen Brennstoffen bislang als nachwachsender Rohstoff und als Brennstoff mit geringer Kohlenstoffdioxid (CO2)-Emission. Die Kritik daran, Holzheizungen als nachhaltig einzustufen, wird jedoch lauter. Sie stützt sich auf drei Erkenntnisse: Abgeholzte Bäume binden kein zusätzliches CO2. Blieben die Bäume stehen, würden sie viele weitere Jahrzehnte CO2 binden und damit die Atmosphäre entlasten. Hinzu kommt, dass ein alter Baum im Vergleich zu einem frisch gepflanzten Jung-Baum ein Vielfaches an CO2 bindet. Aktuell entlastet der Zuwachs von Wald in Deutschland jährlich die Atmosphäre um rund 50 Millionen Tonnen CO2. Je weniger Bäume gefällt werden, desto mehr kann der Wald zum Klimaziel, bis zum Jahr 2045 in Deutschland CO2-neutral zu werden, beitragen.

Die Verwendung von Holz in Möbeln oder Bau-Konstruktionen dient der angestrebten CO2-Neutralität deutlich mehr als das Verfeuern. Dauerhaft verwendetes Holz bindet CO2 langfristig, das Verfeuern hingegen setzt das gebundene CO2 sofort frei.
Die Holzentnahme schadet außerdem der Artenvielfalt im Wald, da sie den Anteil des sogenannten Totholzes deutlich reduziert. Viele Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen sind auf Totholz angewiesen. Durch die Holzentnahme fehlt dessen Biomasse in den natürlichen Kreisläufen im Wald und bei der Waldbodenentwicklung.

Mit der hohen Anzahl an Einzelfeuerstätten geht ein erheblicher Brennholzbedarf einher. Nach Angaben des Industrieverbands Haus-, Heiz- und Küchentechnik nutzen deutsche Haushalte im Jahr rund 17 Millionen Festmeter Holz zur Wärmeerzeugung. Durch die richtige Handhabung der Öfen und Kamine können die CO2-Emissionen sowie die Feinstaubbelastung zumindest minimiert werden. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale gibt Hinweise zum sparsamen und effizienten Heizen mit Holz: Jede Feuerstätte muss vom Schornsteinfeger abgenommen werden. Anderenfalls steigt das Risiko für Brände und Rauchgasvergiftungen deutlich. Ausstehende Prüfungen müssen dringend nachgeholt werden.

In den Ofen gehört nach den Immissionsschutzvorgaben ausschließlich gut getrocknetes Stückholz. Zeitungen hingegen gehören ins Altpapier und Joghurtbecher in den Verpackungsmüll („gelber Sack“), alte Fensterrahmen und Spanplatten sollten auf Deponien entsorgt werden.
Frisch produzierte Holzscheite müssen an gut belüfteten Orten mindestens ein, besser zwei Jahre trocknen, bevor sie reif für den Ofen sind. Vorher brennen sie schlechter, erzeugen weniger nutzbare Wärme und setzen Schadstoffe bei der Verbrennung frei.

Wer einen Ofen nutzen möchte, sollte sich vorab informieren, wie ein Ofen richtig angefeuert wird. Dazu gehören sorgfältig geschichtetes Holz, kleine Scheit-Querschnitte für schnelles Anbrennen, Anzünden von oben mit wachsgetränkter Holzwolle, möglichst ungestörter Abbrand, kein Nachlegen von Scheiten. Die Zufuhr an Verbrennungsluft ist ebenfalls wichtig und das rechtzeitige Reduzieren des Abgasquerschnitts hält mehr Wärme im Haus.

Umweltlabel „Blauer Engel“

Wer einen neuen Ofen kaufen will, sollte den Werkstattofen und Allesbrenner im Baumarkt lassen und stattdessen ein Modell wählen, das die Kriterien des Umweltlabels „Blauer Engel“ erfüllt. Das ist zwar deutlich teurer, aber dafür gibt es unter anderem einen Feinstaubfilter. Außerdem haben diese Öfen eine automatische Zuluft-Steuerung und sorgen somit für den optimalen Betrieb.

Eine gute und wesentlich effizientere Alternative zu den Scheitholzöfen bieten Pellet-Öfen. Die zur Verbrennung eingesetzten Holz-Pellets werden aus Holzabfällen aus der Bauholzproduktion und der Möbelfertigung produziert. Bei zertifizierten Holz-Pellets werden keine Bäume verbrannt, sondern nur die Reste der stofflichen Verwertung.

Die Verbraucherzentrale bewertet Pellet-Heizungen beim Einsatz von zertifizierten, regional produzierten Pellets grundsätzlich positiv.

Im Einzelfall hilft die Energieberatung der Verbraucherzentrale die richtigen Entscheidungen beim Einsatz von Holz zu treffen. Die Beratung findet online, telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Energie-Fachleute beraten anbieterunabhängig und individuell. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder bundesweit kostenfrei unter 0800 – 809 802 400. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.


3 Antworten zu “Das Für und Wider von Holzöfen und Kaminen”

  1. egma sagt:

    Wieviel Km² Wald werden Jährlich nur für die Herstellung der PAMPERS vernichtet???
    Das ist etwa NACHHALTIG?????? Nur weil man damit PROFIT machen kann!!!!!!!
    Ich kann mich zum Glück noch an die DDR-Friedenszeiten erinnern, bei uns gab es wiederverwendbare „Pampers“, also im Schönsten und Allerbesten Bundesneudeutsch: „nachhaltige Pampers“ . Die konnten x-mal gewaschen werden, haben aber die Mütter, oder auch Väter( wie auch ich), tagtäglich hinbekommen, obwohl eigentlich alle auch ihren Job (also einer geregelten ARBEIT) nachgingen!! Gut, wir hatten das Glück, das es noch kein Smartphone und Spiele-PC’s u. ä. gab!
    Also, ich denke mal nicht, das mit dem benötigten Brennholz genausoviel Wald vernichtet wird, wie mit den Pampers! Und ich glaube auch nicht, das das x-malige Waschen einer Windel genausoviel Umweltressourcen vernichtet, wie die Produktion einer Packung Windel!
    Pro Kind sind es im Schnitt 4-6 ausgewachsene Bäume +1000 Kg Müllabfall an gepriesener Nachhaltigkeit!!
    Vielleicht sollten die sogenannten Spezialisten sich mal eher darüber Gedanken machen,als dem Normalbürger jetzt auch noch Heizen mit Brennholz zu vermiesen!
    Es reicht wohl noch nicht, das uns gewisse inländische (!) politische „Kräfte“ das Billige Ferngas und den Billigen Atomstrom abdrehen???? Jetzt geht es weiter mit dem ganz und garnicht so NACHHALTIGEN Denken (?) der politischen Möchtegerne!!!
    Ja so ist es halt, das „beste Deutschland, das es jemals gegeben hat“…….

  2. Nachdenklicher sagt:

    Manchmal grenzt es schon an Idiotie, wenn man sieht, dass radikal und rücksichtslos qualitativ hochwertiges Holz zu Brennholz gemacht wird und auch welche Mengen verheizt werden.

  3. Ehrlicher sagt:

    Diese ganz Diskussion und die gestiegene Brennholznachfrage und die „ach so umweltschädliche Ofenheizung “ wäre komplett unnötig wenn nicht die Leute die wir dafür bezahlen um Schaden vom deutschen Volk fernzuhalten dafür gesorgt hätten das wir in diese Nöte kommen.
    Man denke nur an die explodierenden Gaspreise und wer davon profitiert das plötzlich Fracking-Gas salonfähig ist.

    Vor Jahren wurde man noch belächelt wenn man mit Holz geheizt hat .
    Heute kaufen die die es sich leisten können denen die sich nichts anderes leisten können das Holz vor der Nase weg um sich damit als cleverer Sparfuchs zu fühlen.
    Gleiches gilt für Kohlen.
    Wer sich vorher nichts anderes leisten konnte der war schon immer sparsam mit seinem Brennstoff. Und damit wurde auch nur so viel die Umwelt belastet wie es nicht anders ging.
    Wer sein Holz als Livestyleprodukt kauft um andern zu zeigen wie clever und schlau er doch ist dem ist die Umwelt sowieso egal. Dementsprechend wird auch sein Heizverhalten und damit der Schadstoffausstoß sein.
    Egal ob mit altem oder neuen Ofen mit oder ohne Umweltengel.
    Die Zeche zahlen so oder so die Ärmsten unter uns.
    Das hat alles mit Umweltschutz nichts zu tun.
    Wer Umweltschutz wollte der würde als erstes dafür sorgen den Leuten eine bezahlbare Alternative zu bieten.
    Der würde dafür sorgen das wir bezahlbare Strompreise haben und nicht noch die Stromnot durch dumme Ideologie noch größer machen.
    Der würde auch dafür sorgen das weiter geforscht wird um neue Technologien zu erschließen und nicht an halbgaren Ideologien festgehalten wird.
    Zum Wohle von Menschen die es gebrauchen können.
    Und nicht zum Nutzen der reichsten Menschen dieser Welt die sich damit noch reicher machen.