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Eine ganz besondere Klassenfahrt in den Naturpark

9. Juni 2018

Alles war gut vorbereitet. Bereits seit einem halben Jahr freuten sich die Kinder der dritten Klasse der Grundschule West in Parchim auf diese zwei Tage im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide.  Und ein wenig wussten sie ja auch schon, was kommen würde, weil Mitarbeiter des Naturparks in Gesprächen mit den Kindern und im Rahmen einer Elternversammlung in der Schule die Unternehmung vorgestellt hatten.
Möglich wurde diese Fahrt jedoch erst, durch eine Kooperation des Verbandes Deutscher Naturparke (VDN) mit dem Unternehmen Kaufland, die die Naturentdecker-Tour der Schulklasse finanziert.

Kaufland feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum und hat aus diesem Anlass das Projekt initiiert. Ziel ist es, Kindern Naturerlebnisse zu vermitteln und sie für eine gesunde Ernährung und Lebensweise sowie für die Wertschätzung von regionalen Lebensmitteln zu sensibilisieren. Während einer Aktionswoche im Februar spendete das Unternehmen für jedes verkaufte regionale Produkt zehn Cent. Der Spendenerlös von 250.000 Euro ermöglicht mindestens 50 Schulklassen zwischen März und Oktober eine zweitägige Klassenfahrt in einen der über 100 Naturparke in Deutschland. Einer der hierfür vom VDN ausgewählten Naturparke war der Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide. Als Partner und Station für dieses Projekt hatte sich der Naturpark, das Wolhyniermuseum in Linstow gewählt. Auch diese Auswahl wurde nicht zufällig getroffen denn beim Wolhynier Museum, handelt es sich um ein Umsiedlermuseum. Die Kinder der Parchimer Schulklasse kommen aus insgesamt 12 Ländern.

Anfang Juni war es dann endlich so weit. Die Stationen waren aufgebaut, Lebensmittel  beschafft, der Backofen angeheizt. Als dann die Kinderschar endlich aus dem Bus sprang, war die Aufregung auf allen Seiten groß. Schnell waren aber Gruppen eingeteilt und dann wurde Teig geknetet, Gemüse geschnippelt, Kräuter gesammelt oder im Cyanotypie-Verfahren Pflanzendrucke hergestellt, und natürlich gab es auch Museumsführungen.

Das Mittagessen haben die Kinder selbst hergestellt, und die typische,  wolhynische Kartoffelsuppe mit Nudeleinlage hat allen genauso gut geschmeckt, wie der selbst zubereitete Kartoffelsalat. Die Dinkelbrötchen kamen pünktlich aus dem Ofen und konnten mit Kräuteraufstrichen versehen werden. Natürlich wurden die Kräuter zuvor von den Kindern in der Umgebung selbst gesammlt.  Nach dem Mittag bekamen die Schüler Besuch von „Paula“, der Kranichfrau. Spielerisch erfuhren sie, wie und wo der Kranich lebt, welche Nahrung er zu sich nimmt und wie er seine Kinder aufzieht. Absoluter Höhepunkt war jedoch, dass der Kranich auf seinem Herbstzug in den Süden, Station in allen zwölf Herkunftsländern der Kinder machte und jede Nation etwas ländertypisches für den Kranich mitgebracht hatte. Da kamen Kuchen, Matroschkas, Geldstücke, goldene Armreifen, Fähnchen und viele andere Kostbarkeiten zum Vorschein.

Die  Übernachtung der Schulklasse war im Van der Valk Ressort Linstow bestellt, Unterstützung bekamen die Lehrer für diese Zeit von den Eltern.  Reichhaltige Buffetts im Ressort sorgten dafür, dass die Kinder den zweiten Tag gut gestärkt angehen konnten.

Die Bedeutung des Bodens als Grundlage allen Lebens und im Museum am Beispiel eines Glases mit Erde aus der ehemaligen Heimat fixiert und die Vielfalt von Lebensräumen sollten diesen Tag der Kinder bestimmen. Da waren der Linstower Werder mit seiner Tier- und Pflanzenwelt zu erkunden, die durch Linstow fließende Nebel wurde an unterschiedlichen Stellen intensiv  im und am Wasser untersucht.

Und einige Kinder hatten im Museum Horst und Marie zu ersetzen. Die imaginären Bewohner des Museums waren im Urlaub und die Schüler hatten in  Vertretung ihreTagesaufgaben zu übernehmen. Da musste das Vieh gefüttert, die Wäsche gewaschen  und der Garten vom Unkraut befreit werden. Während die eine Gruppe zur Absicherung der weiteren Ernährung noch Saatgut in den unkrautbefreiten Boden brachte, hatten die anderen die Möglichkeit, ihre Funde aus der Nebel und vom Werder unter dem Mikroskop zu betrachten.

Dank des neuen Umwltmobils des Naturparkes und mit Hilfe eines Beamers war es so möglich, die Facettenaugen der Libellen sichtbar zu machen, die Beine der Köcherfliegen zu zählen oder den Rückenschild der Wanzen zu betrachten. Und natürlich mussten die Erfahrungen der einzelnen Gruppen untereinander vorgestellt und ausgetauscht werden.

Zum Abschluß aber stellte jedes Kind seinen eigenen Schatz zusammen, den es in einem Glas mit nach Hause nehmen konnte, zusammen mit den Eindrücken und Erkenntnissen vom Aufenthalt im Naturpark Nossentiner Schwinzer/Heide  und dem Wolhyniermuseum in Linstow.


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