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Emissionsfreie Paketzustellung auf dem Vormarsch

20. Juni 2018

Mit der Zunahme des Online-Handels haben in den vergangenen Jahren die Verkehrs- und Umweltbelastungen durch Kurier-, Express- und Paketdienste teils dramatisch zugenommen. Besonders betroffen sind innerstädtische Wohnquartiere mit ihren engen und häufig zugeparkten Straßen. Häufig sind die Kurierfahrer gezwungen, ihre Fahrzeuge mitten auf der Fahrbahn oder in zweiter Reihe abzustellen – sehr zum Ärger der anderen Verkehrsteilnehmer. Für die Anwohner besonders belastend sind die Abgase der Transporter. Diese fahren meist nur wenige Meter und werden nach jedem Zwischenstopp wieder neu gestartet.

Um herauszufinden, wie die Belieferung umweltverträglicher gestaltet werden kann, haben mehrere deutsche Großstädte wie Berlin, Hamburg, München und Dortmund Projekte mit Lastenrädern gestartet. Diese sollen auf den letzten Kilometern zwischen Mikro-Depots und den Endkunden eingesetzt werden und einen Rückgang des motorisierten Lieferverkehrs bewirken. Der ADAC sieht in den Projekten einen sinnvollen Baustein auf dem Weg zu einer stadtverträglichen, emissionsfreien Mobilität. Allerdings ist damit keine Lösung aller durch den Zulieferverkehr entstehenden Verkehrsprobleme zu erwarten.

Laut ADAC kommen die Stärken des Lastenrads besonders dort zur Geltung, wo kleinere Pakete zu Privatkunden in eng begrenzten Gebieten mit hohem Parkdruck ausgeliefert werden müssen. Dies sind meist gründerzeitliche Wohngebiete in Großstädten oder Stadtzentren mit hoher Einwohnerdichte.

Die Belieferung gewerblicher Kunden kommt mit Lastenrädern weniger in Frage, da viele Pakete zu schwer und zu groß sind. Städte können die Lastenrad-Projekte fördern, indem sie an geeigneten Standorten Flächen für Mikro-Depots einrichten oder Fußgängerzonen für die Lieferfahrräder öffnen bzw. die Lieferzeitfenster ausweiten.


3 Antworten zu “Emissionsfreie Paketzustellung auf dem Vormarsch”

  1. Peter Sohr sagt:

    Ich sehe schon die vollbepackten Lieferräder wie sie es zu Zeiten der Post mit dem Horn auf gelben Grund schon einmal gegeben hat. Damals lieferte die Post alles, was in Paketform verschickt wurde und zwar einmal am Tag zu einer festen planbaren Zeit. Jetzt gibt es zig Unternehmen die alle einzeln und jeder für sich liefern und bei dem man mitunter rund um die Uhr als Empfänger vor Ort sein muss. Da geht es den Paketlieferungen wie den Post und Briefverkehr. Ohne liebe Nachbarn fast unmöglich, pünktlich eine Sendung zugestellt zu bekommen ohne gleich Gefahr zu laufen, einen Zettel im Briefkasten zu finden auf dem steht, das die Lieferung wegen Abwesenheit nicht zugestellt werden konnte und ein bis zwei Tage später in irgend einem anderen Postzentrum mit Ausweis abgeholt werden muss.
    Etliche Anbieter befahren so tagtäglich nicht nur Einkaufsstraßen und Wohnsiedlungen, sondern liefern nebenher durch ihren massiven Mehrverkehr auch einen nicht unerheblichen Beitrag an Umweltverschmutzung durch Abgase und Lärm. Beim Umzug zudem müsste man jedem der Anbieter einen Nachsendeauftrag zuschicken, damit der dann auch liefert.
    Neben Behörden und Ämtern kleckern außerdem somit tagtäglich etliche Post & Briefträger betreffende Adressen ab und erzeugen mit deren Fahrzeugen unnötigen Traffic.

    Das alte Postrad braucht nicht neu erfunden werden, sondern man sollte sich endlich mal wieder auf das zurück besinnen, was vor Jahrzehnten noch Gang und Gäbe war. Hier hatte das Motto: „Alles aus einer Hand“ noch System. Umweltfreundlich und pannensicher.

  2. Petzibaer sagt:

    Zu diesem Zeitpunkt gab es auch noch die Bundespost, wo verbeamtete Briefträger pünktlich und zuverlässig vor Ort waren, meist war man persönlich bekannt, ja fast freundschaftlich verbunden. Die Postler hatten als Vertrauenspersonen Schlüssel für die Hauseingänge der großen Wohnungsgesellschaften und konnten fast alles persönlich zustellen. In der Tat touren heute unzählige Privatpostler durch die Gegend, meist prekär beschäftigt und mies bezahlt. Hauptsache, alles wurde “ privatisiert, zum Wohle der Kunden „.
    Zum Wohle hauptsächlich von Aktionären wie dem ehemaligen Postchef Zumwinkel, der sich wie viele schamlos bereichert hat.
    Die Post hatte übrigens auch Unmengen an Dienstlwohnungen für Ihre Beschäftigen. In den Großstädten wäre das heutzutage Gold wert. Alles verscherbelt im Privatisierungswahn.
    Nein, früher war nicht alles besser. Aber vieles schon…..
    Bei der Bahn ist es genau dasselbe.

  3. w sagt:

    Ich finde es gut, dass man wieder über Lastenräder nachdenkt, zumal das Fahren elektrisch unterstützt werden kann. Das wäre eine sinnvolle Ergänzung für elektrische Zustellfahrzeuge, wo es um kleine Päckchen geht und der Raum eng ist. Man kann, dass viele im Wettbewerb arbeitende Zustelldienste auf dem Markt sind, kritisieren. Wenn aber mit ausgefeilten Logistikkonzepten gearbeitet wird, ist die Umweltbilanz auch nicht schlechter, als wenn jeder mit seinem Pkw zum Super- und Baumarkt und etlichen Spezialisten töffelt. Dank Internethandel bekommt man genau das, was man haben will, zum Beispiel für viele technische Dinge wieder Ersatzteile und Dank Konkurrenz zu annehmbaren Preisen. Es wird nicht alles immer nur schlechter, mal abgesehen von den Leistungen der gelben Post.

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