Handys in Hosentaschen wählen den Notruf

8. Juli 2023

Früher waren es Kamm und Portemonnaie in der Gesäßtasche, heute ist es das große Smartphone, das die vorderen Hosentaschen ausbeult: Mal ganz abgesehen davon, dass es alles andere als vorteilhaft aussieht, wenn insbesondere Männer ihre Handys in den vorderen Hosentaschen transportieren – das kann auch unangenehme Folgen haben. Und nein, wir meinen jetzt keine gesundheitlichen. Denn immer mehr Handys lösen unbeabsichtigt Fehlalarme bei der Feuerwehr und dem Rettungsdienst aus. Ein neues Update, soll das Problem zwar beheben, doch bis alle – insbesondere Android-Nutzer – dieses Update installiert haben, stehen den Disponenten in den Leitstellen die Haare zu Berge.

Schnelles Handeln ist bei Notrufen von entscheidender Bedeutung, da Menschenleben auf dem Spiel stehen können. Daher ist es äußerst wichtig, dass die Notrufnummer 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst nur bei tatsächlichen Notfällen gewählt wird. Der Missbrauch von Notrufen ist in Deutschland strafbar. Allerdings beklagen Leitstellen in Deutschland seit mehreren Wochen eine steigende Zahl von Notrufen, die offenbar von Smartphones stammen.

Die Ursache dafür ist ein Update für Android (Version 13), das dazu führt, dass Notrufe versehentlich und eigenständig ausgelöst werden. Die Anrufer sind meistens nicht absichtlich dafür verantwortlich.

Oft bemerken die Besitzer der Smartphones nicht einmal, dass ihr Handy irrtümlich den Notruf gewählt und einen Anruf gestartet hat. Das Update führt dazu, dass schon Erschütterungen oder leichte Stöße einen ungewollten Hosentaschen-Notruf auslösen können. Insbesondere Handy-Modelle von Samsung und Google sind davon betroffen.

Das Problem besteht darin, dass es in den Leitstellen für Disponenten und Call-Taker nicht einfach erkennbar ist, ob es sich um einen Fehlanruf handelt. Sie können das Telefonat nicht einfach beenden. Wenn ein solcher Anruf die Leitstelle erreicht, ist höchste Aufmerksamkeit der Disponenten erforderlich. Sie müssen aus dem, was sie hören, herausfinden, ob es sich um einen unbeabsichtigten Anruf handelt oder ob ein tatsächlich ein Notfall oder Unfall passiert ist. Jeder eingehende Anruf wird mit derselben Sorgfalt behandelt. Erst wenn eindeutig klar ist, dass es sich um einen Fehlanruf handelt, wird das Gespräch beendet

Das Problem betrifft Benutzer von Smartphones mit dem Android-Betriebssystem, insbesondere Handys der Marken Samsung und Google. Deshalb sollten alle Nutzer, die das Android-Update 13 heruntergeladen haben, das neue Update über die Einstellungen ihres Smartphones zu installieren, um die Fehlfunktion zu beheben. Die Hersteller haben bereits vor einigen Wochen ein neues Update veröffentlicht, das das Problem der Fehlanrufe löst.


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