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Im Mai erneut mehr Arbeitslose an der Seenplatte

4. Juni 2020

Auch im Mai zeigt sich: Die Corona-Krise schlägt auf dem Arbeitsmarkt im Seenplatte-Landkreis durch. Die Zahl der Arbeitslosen steigt, gleichzeitig melden mehr Unternehmen Kurzarbeit an. Nach dem deutlichen Anstieg im April mit 1.967 Anzeigen, fällt der Anstieg mit 139 neuen Anzeigen im Mai deutlich moderater aus. Im Mai waren in der Seenplatte 12.319 Menschen ohne Job. 297 mehr als im April. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,4 Prozent. Im Mai 2019 lag die Quote bei 8,4 Prozent. Im Vorjahresvergleich ist ein Anstieg von 1.225 oder 11 Prozent zu verzeichnen. Dieser deutliche Anstieg ist maßgeblich eine Folge des Coronavirus und betrifft nahezu alle Branchen. Im Besonderen die Gastronomie, das Hotel- und Gastgewerbe, Reiseveranstalter sowie die Dienstleistungsbranche.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist auch darauf zurückzuführen, dass derzeit weniger arbeitsmarktpolitische Maßnahmen durchgeführt werden können. Eines wird jedoch deutlich: Kurzarbeit sichert Arbeitsplätze.

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Überblick

  • Insgesamt 12.319 Arbeitslose: ein Plus zum Vormonat (+297), ein Plus zum Mai 2019 (+1.225)
  • Arbeitslosenquote in der Seenplatte 9,4 Prozent
  • mehr Zugänge in Arbeitslosigkeit und wesentlich weniger Abgänge aus Arbeitslosigkeit in Arbeit zum Vormonat
  • alle Personengruppen sind betroffen
  • 463 Stellen wurden gemeldet: ein Minus zum Vorjahresmonatsvergleich (-279)
  • Knapp 36 % der Unternehmen (2.803) haben seit März KuG angezeigt
  • Kurzarbeitergeld- Anzeige für 24.915 Beschäftigte

Insgesamt haben seit Mitte März 2.803 Betriebe im Landkreis für 24.915 Menschen Kurzarbeit angezeigt. Eine nie dagewesene Zahl. Der bisherige Rekordwert für dieses arbeitsmarktpolitische Instrument stammt aus dem März 2009. Damals waren 1.180 Menschen in Kurzarbeit. Im gesamten Krisenjahr 2009 waren im Seenplattelandkreis 528 Kurzarbeit-Anzeigen für 5.576 eingegangen.

„Wie viele Betriebe am Ende tatsächlich Kurzarbeit realisieren und in welchem Umfang sie das tun, können wir erst genau sagen, wenn die Kurzarbeit abgerechnet wird. Die Listen dafür reichen die Arbeitgeber zum großen Teil erst in einigen Wochen ein. Wir richten zurzeit so gut wie alle unsere Aktivitäten darauf aus, die betroffenen Betriebe zu beraten, die Anzeigen schnell aufzunehmen und Kurzarbeit zügig abzurechnen. Unsere Kurzarbeiter-Teams stocken wir personell weiter auf“, sagt der Neubrandenburger Arbeitsagenturchef Thomas Besse.

Und weiter: „Gut 170 Mitarbeitende, die sonst in der Arbeitsvermittlung oder anderen Bereichen arbeiten, kümmern sich jetzt in MV allein um Kurzarbeitergeld. Vor Corona waren es weniger als 20 im gesamten Bundesland.“

Deutlich weniger Nachfrage nach Arbeitskräften

„Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist parallel zum Anstieg der Arbeitslosigkeit und zum noch nie da gewesenen Niveau bei der Kurzarbeit zurückgegangen“, erklärt der Arbeitsagenturchef. Im Mai 2020 konnte der Arbeitgeberservice – von Arbeitsagentur und Jobcenter im Landkreis – 463 freie Stellen akquirieren, 279 oder 38 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Unternehmen in der Seenplatte, die noch keinen festen Ansprechpartner haben, erreichen den Arbeitgeberservice telefonisch unter der kostenfreien Arbeitgeber- Service-Rufnummer: 0800 4 5555 20.

Für Auszubildende wurden 1.488 offene Stellen gemeldet. Demgegenüber stehen momentan 1.201 Bewerber.

Seit Mitte März 2020 hat das Corona-Virus (SARS-CoV-2) ganz Deutschland fest im Griff. Wie hart die Pandemie den Ausbildungsmarkt treffen wird, ist noch nicht absehbar, weil viele Verträge üblicherweise erst im Sommer abgeschlossen werden. Die Ausbildung ist auch in diesen Zeiten eine Investition in die Zukunft. Gerade in diesen schwierigen Monaten sollten Betriebe daran denken und jungen Leuten eine gute Berufsperspektive bieten.

Wer ausbildet, bindet frühzeitig Personal an sein Unternehmen und sichert sich die nötigen Fachkräfte der Zukunft. Auch die Jugendlichen sollten sich in diesen Zeiten für eine Ausbildung interessieren. Denn in vielen Ausbildungsberufen spiegeln sich die Themen der Zukunft wider, wie zum Beispiel die Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Und je früher man in ein Unternehmen hineinwächst, desto eher sichert man sich auch den Arbeitsplatz.

Auf keinen Fall dürfen Betriebe jetzt den Fachkräftenachwuchs aus dem Blick verlieren. Wer das tut, wird es schwerer haben, nach der Pandemie wieder durchzustarten.

Die Berufsberater sind unter Neubrandenburg.152-Berufsberatung-vor- dem-Erwerbsleben@arbeitsagentur.de oder auch telefonisch unter 0395 766 1500 erreichbar. Wer also noch auf der Suche ist oder noch eine Idee braucht soll bitte Kontakt aufnehmen.


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