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Influenza-Bericht: Pommes für die Grippeschutzimpfung?

1. Oktober 2019

In der Grippewelle 2017/18 sind geschätzt 25.100 Menschen in Deutschland durch Influenza gestorben. „Das ist die höchste Zahl an Todesfällen in den vergangenen 30 Jahren“, betont Prof. Dr. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. So viele Todesfälle bei einer Grippewelle sind sehr selten, es gibt auch Jahre mit wenigen hundert Todesfällen. Die wichtigste Schutzmaßnahme ist trotz der von Saison zu Saison unterschiedlichen Wirksamkeit die Impfung. „Es gibt keine andere Impfung in Deutschland, mit der sich mehr Leben retten lässt“, unterstreicht RKI-Präsident Wieler. Neben der Impfung werden gründliches Händewaschen mit Seife und Abstandhalten zu Erkrankten empfohlen.

Die Mortalitätsschätzung ist im neuen Influenza-Saisonbericht enthalten. Der Saisonbericht beleuchtet detailliert den Verlauf der vorangegangenen – moderaten – Grippesaison 2018/19. Die Schätzung der bundesweiten Zahl der Influenza-assoziierten Todesfälle ist generell um ein Jahr verzögert, da die Daten nicht früher zur Verfügung stehen. Eine zentrale Größe bei der Beurteilung der Krankheitslast ist auch die Zahl der Arztbesuche, die der Influenza zugeschrieben werden. Für die Saison 2018/19 sind das rund 3,8 Millionen Arztbesuche. Die geringste Zahl gab es mit rund 800.000 in der Saison 2013/14, den höchsten Wert in der ungewöhnlich starken Grippewelle 2017/18 mit neun Millionen.

Influenzaviren können bereits übertragen werden, bevor Symptome auftreten. Eine Influenza ist oft durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber, Muskel- oder Kopfschmerzen gekennzeichnet. Häufig kommt etwas später ein trockener Reizhusten dazu. Allerdings erkranken längst nicht alle Infizierten so typisch. Insbesondere ältere Erkrankte bekommen häufig kein Fieber.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Grippe-Impfung für alle Personen ab 60 Jahren, für chronisch Kranke aller Altersstufen, für Schwangere und für Medizin- und Pflegepersonal.

Mehr Anreize fürs Klinik-Personal

Die Impfung des medizinischen Personals dient dem individuellen Schutz vor einer Erkrankung, reduziert aber auch die Weiterverbreitung des Influenza-Virus im Krankenhaus. Bisherige Daten weisen auf den immer noch zu geringen Impfschutz des Gesundheitspersonals hin. Im Rahmen der OKaPII-Studie (Onlinebefragung von Krankenhaus-Personal zur Influenza-Impfung) erhebt das RKI jährlich die Influenza-Impfquoten von Klinikpersonal sowie Gründe für die Impfung oder für die nicht erfolgte Inanspruchnahme.
Ziel ist es, das Influenza-Impfverhalten besser zu verstehen und zeitliche Entwicklungen abzubilden. Interessierte Kliniken können sich unter www.rki.de/okapii-studie informieren und zur Teilnahme anmelden. Kliniken erhalten nach Abschluss jeder Erhebung einen individuellen Ergebnisbericht, der helfen kann, eigene Maßnahmen zur Impfquotensteigerung zu planen oder zu evaluieren. Eine Ideensammlung erfolgreicher klinikinterner Aktivitäten wird in den nächsten Wochen auf der OKaPII-Seite veröffentlicht.

Etwas Besonderes hatte sich auch das St. Franziskus-Hospital in Münster einfallen lassen. Wer sich gegen Influenza impfen ließ, erhielt einen Gutschein für eine Portion Pommes in der Cafeteria. Jedes Team mit einer Impfquote von 100 % bekam einen Gutschein für ein gemeinsames Frühstück. Der Erfolg: die Impfquote verdoppelte sich, in der Ärzteschaft lag sie nach der Aktion bei über 90 Prozent. Die hohe Steigerungsrate führt die Klinik aber auch zurück auf das intensive „aufsuchende Impfen“ in allen Arbeitsbereichen des Hospitals und die Erinnerung an den schweren Verlauf der vorangegangenen Grippesaison 2017/2018 mit vielen Influenza-Patientinnen und -Patienten und einem hohen Krankenstand unter den Mitarbeitenden.


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