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Kita-Elternrat mit offenem Brief zur Schulproblematik in Waren

14. März 2019

Der Kita-Elternrat Mecklenburgische Seenplatte hat auf die gestrige Entscheidung der Warener Stadtvertreter zur Schulproblematik mit einem offenen Brief reagiert. Die Stadtvertreter haben (WsM berichtete) nach einem Antrag von FDP und MUG gegen den Vorschlag von Norbert Möller (SPD) und seiner Verwaltung gestimmt. Möller möchte die Regionale Schule Waren-West sanieren und die Käthe-Kollwitz-Schule neu bauen. Kostenpunkt: 27,5 Millionen, 20 Millionen davon müsste die Stadt über 40 Jahre lang finanzieren.
Monty Schädel, Vorsitzender des Kita-Elternrates zu der gestrigen Entscheidung:

„Mit Entsetzen nimmt der Kita-Elternrat Mecklenburgische Seenplatte (KitaErMSE) die gestrige Entscheidung der Stadtvertretung Waren (Müritz) zu Kenntnis, nach der die Stadtvertreter mehrheitlich die Aufnahme von Krediten für eine Schulneubauvariante des Bürgermeisters quasi alternativlos abgelehnt haben.

„Während unsere Kinder seit Jahren in Schulgebäude mit einem Brandschutz unter Ausnahmeregelungen und entgegen gesetzlicher Standards in viel zu kleinen Klassenräumen beschult werden, verweisen die ablehnenden Fraktionen aus CDU und FDP/MUG auf ominöse Möglichkeiten, die sich vielleicht in 10 oder 15 Jahren ergeben könnten.“ wundert sich Monty Schädel, Vorsitzender des KitaErMSE. Mit so einer Politik wird eine ganze Generation von Kindern benachteiligt, ausgegrenzt und gefährdet. Die Kinder, die heute die Schule besuchen, werden darauf vertröstet, dass für ihre Kinder vielleicht in 10 bis 15 Jahren eventuell eine bessere Schule möglich sein könnte.

Der KitaErMSE erwartet von den Parteien in der Stadt, im Kreis und im Land, dass sie sich jetzt um die Fragen der Kinder von heute kümmern und den Zustand der Provisorien in den Schulen in Waren-West endlich beenden. Es ist nicht hinnehmbar, dass Kinder in Waren-West weiter unter widrigen Bedingungen ihre Schulzeit verbringen müssen, weil der Politik erst heute auffällt, dass die Ausnahmeregelungen für den Brandschutz ausgelaufen sind, die Schule nach 50 Jahren Bestand den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen und die Ausgrenzung von Menschen mit Besonderheiten nicht mehr zeitgemäß ist. Die jetzt alternativ in Erwägung gezogenen Maßnahmen zur Ausbesserung der Brandschutzmängel und der tröpfchenweisen Investition in Heizung sowie Datennetze sind völlig unzureichend und werden den Anforderungen an eine ordentliche zukunftsorientierte Schule nicht gerecht.

Die Betrachtung der Schulentwicklung in Waren-West allein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, wie es die Vertreter von CDU, MUG und FDP betonen, ist völlig absurd. Abgesehen davon, dass es um die Entwicklung oder den Abstieg eines Wohngebietes geht, geht es vor allem um die Gestaltung des Lebens und die Bewusstseinsbildung einer ganzen Generation. Währen die Stadtvertreter bereits die letzten 15-20 Jahre lediglich ausgebessert und auf Ausnahmeregelungen gesetzt haben, soll jetzt eine weitere Generation unter diesen Bedingungen aufwachsen. So wird einer ganzen heranwachsenden Genration jungen Menschen deutlich gemacht, was sie der Politik wert sind. Wer wundert sich dann noch über Abwanderung, Fachkräftemangel und Resignation im ländlichen Bereich?

In einem Offenen Brief an die Eltern der betroffenen Kitas fordert Schädel dazu auf, sich jetzt gemeinsam mit den Elternräten der Grundschule Käthe-Kollwitz, der Regionalschule Waren-West und des Hortzentrums Waren-West gegen diese Politik der Ausgrenzung und Benachteiligung ihrer Kinder zu positionieren und zu wehren.


6 Antworten zu “Kita-Elternrat mit offenem Brief zur Schulproblematik in Waren”

  1. Rene sagt:

    Man sollte die heranwachsende Generation nicht für die nächsten 40 Jahre verschulden. Damit ist auch keinem geholfen. Andererseits hätte man in den vergangenen Jahren lieber in Bildung investieren sollen, statt alles Geld in den Hafen zu kippen. Das hat auch Herr Möller zu verantworten, der in seiner wahrscheinlich einzigen Amtszeit diese Stadt mal so richtig finanziell ruiniert.

  2. Marko sagt:

    Sehr gut geschrieben!
    Wie kann es eigentlich sein, dass es überhaupt zu einer Diskussion darüber kommt? Sind die Kinder nicht unser wichtigstes Gut? Hat die Stadt wirklich kein Geld für den Ausbau der Schulbildung? Aber es konnte ja genug Geld für die Mole ausgegeben werden, oder?! Ach und ganz zu Schweigen vom Aqua-Park. Reagiert die Politik erst, wenn etwas passiert?

  3. Christine Bülow sagt:

    Aqua Park und Hafenkonzept gibt es mit Zustimmung der Stadtvertretung, einfach mal zu einer Stadtvertretersitzung gehen, da kann man eine Menge erfahren und auch in der Pause mit den Stadtvertretern reden.

  4. Horst sagt:

    „widrigen Bedingungen“

    Die Klassenräume sind nur auf dem Papier zu klein.
    Die Heizung funktioniert, ist nur nicht mehr Stand der heutigen Technik, aber die Räume sind warm.
    Brandschutz ist natürlich ein Thema und sollte nicht vernachlässigt werden, aber auch dort kann man gegensteuern.
    Selbstverständlich reichen eigene Maßnahmen nicht aus, um den gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen.
    Aber gesetzliche Vorgaben sind manchmal auch ein wenig übertrieben (auch im Brandschutz) und können durch andere Maßnahmen ersetzt oder zumindest gemindert werden.
    Beispiel Brandmeldeanlage. Ist wirklich eine tolle Idee und auch sinnvoll, aber das kann man auch anders umsetzen und das reicht dann für eine Schule auch aus.
    Beispiel Fluchtwege. Schon ein Zentimeter unter dem gesetzlichen Maß ist dann nicht mehr erlaubt. Bei dem festgelegten Maß ist aber schon ein Risikoaufschlag drauf und der fehlende Zentimeter ist in der Praxis nicht mehr so ein großes Problem wie alle denken.

    Niemand will in die Bildung gar nichts investieren.
    Aber was passiert denn im Jahr 2040 wenn die Ausgaben der Stadt die Einnahmen übersteigen.
    Einnahmen erhöhen kann man nicht bis ins unendliche. Das belastet dann die Bürger, Unternehmen und Touristen so sehr, dass weniger kommen und insgesamt auch wieder weniger eingenommen wird.

    Die Augaben werden dann aber genau an den Stellen eingespart, bei denen Kinder und Jugendliche am meisten betroffen sind.
    Ganz großes Beispiel wäre das Joo Jugendzentrum.
    Dort nur noch eine Fachkraft angestellt, spart Ausgaben. Folge sind aber auch kürzere Öffnungszeiten. Komplett geschlossen in den Ferien und am Wochenende.
    Weiteres Beispiel sind die Sportvereine.
    Ohne Hilfsgelder von der Stadt müssten Beiträge erhöht werden. Entweder so hoch, dass viele Eltern ihre Kinder nicht mehr in den Verein halten können oder der Verein macht gleich dicht oder benutzt weniger Hallenzeiten (die kosten nämlich).

    Nur durch den Termin 11. April (Fördergeldantragsende) wird jetzt alles sehr schnell versucht durchzudrücken.
    So große finanzielle Investitionen bedürfen aber gute Planungen und auch mal Erfahrungen sammeln von anderen Städte. Dass sich Schwerin einen Schulcampus viel günstiger als 50 Millionen Euro bauen lassen kann, ist auch erst seit 2 Wochen in Waren bekannt.

    Fördergelder wird es immer wieder geben. Das versteht Herr Möller vielleicht auch nicht. Man muss nicht unbedingt zu jedem Preis jetzt die 7 Millionen Euro mitnehmen.
    Ohne allgemeine Fördergelder für Schulen würden 50% aller Städte in Deutschland überhaupt keine Schulen bauen können. Deshalb gibt es auch in der Zukunft Fördergelder für einen Schulcampus oder Sanierung.
    Man muss sich halt auch kümmern und seine politischen Beziehungen spielen lassen.
    Im Landtag und Bundestag haben SPD und CDU das Sagen. Wie im Stadtparlament von Waren. Müssen sich Frau Julitz (SPD) und Herr Rehberg (CDU) mal stark machen für weitere Förderprogramme von Land und Bund.
    Genau dafür sind es Direktkandidaten!

    • Aus Waren sagt:

      Lieber Horst,
      indirekt sprichst Du ein Problem, dass nicht nur bei unseren Stadtverordneten stark vertreten ist – Unwissenheit, schlechte Informationsbeschaffung auf der einen Seite und Partei- und persönliche Interessen auf der anderen Seite. So wurde zum angesprochenen Schulneubau und dessen Kosten schon vor Monaten im NDR berichtet. Hat kein Abgeordneter einen TV ?

  5. Schulz sagt:

    Die ersten Schreiber die es vergleichen mit den Hafen Ausbau das dort alles reingeschmissen wurde an Geld, da kann ich nur beipflichten! Vor allem auch ein Herr Möller der dies mit zu verantworten hat, stellt sich plötzlich so da hin das jetzt auf einmal so mal locker Millionen aus dem Ärmel schütteln!!
    Wenn der Herr Möller so weiter macht, na dann gute Nacht & die Stadtkasse Waren hat dann ein Problem den wir normal Bürger ( Abgabensteuer) aufs Auge abgedrückt bekommen..

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