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Landeskriminalamt MV: Bootskriminalität hat Hochsaison

19. August 2018

Seit Wochen ist die Bootssaison auf ihrem Höhepunkt – das sommerliche Wetter und die Urlaubszeit sorgen für ein reges Treiben auf den Gewässern unseres Landes.

Dies macht es aber auch den Dieben leichter, denn günstige Tatgelegenheiten werden von Bootskriminellen rigoros ausgenutzt. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern insgesamt 191 Fälle der Bootskriminalität bekannt geworden, vor allem auch an der Mecklenburgischen Seenplatte.

Diese umfassen den Diebstahl von Bootsmotoren und Bootszubehör bis hin zur Komplettentwendung von Booten. Damit bewegt sich die Anzahl der Delikte in etwa auf dem Vorjahresniveau (01.01.-31.07.2017: 194 Fälle).

Auffällig ist jedoch, dass es die Täter zunehmend auf die Antriebe der Wasserfahrzeuge, insbesondere auf die Außenbordmotoren, abgesehen haben. Während von Januar bis Juli 2017 insgesamt 96 Bootsmotoren gestohlen wurden, sind es im laufenden Jahr bereits 113.

Die damit einhergehenden Schäden reichen dabei schnell in Größenordnungen zwischen 6.000 und 8.000 Euro und liegen zum Teil, je nach Motor, auch deutlich darüber. Zusätzlich sind diese Diebstähle dadurch gekennzeichnet, dass an den betroffenen Booten durch die Begehungsweise der Täter regelmäßig weitere Schäden verursacht werden, die teils erhebliche Reparaturaufwendungen erfordern, da beispielsweise Zuleitungen einfach durchgeschnitten oder -gekniffen werden bzw. anderes Bootszubehör in Mitleidenschaft gezogen wird.

In Einzelfällen werden nach wie vor Boote von den Liegeplätzen zu abgelegeneren Plätzen verbracht und die Motoren dort demontiert.

Wie auch in den Vorjahren ist der Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, zu dem auch die Müritz-Region gehört, mehr als doppelt so häufig betroffen wie der des Polizeipräsidiums Rostock.

Zur Vorbeugung von Straftaten im Zusammenhang mit Booten raten Wasserschutzpolizei und Landeskriminalamt zu erhöhter Wachsamkeit und geben folgende Hinweise:

1. Sichern Sie Ihr Boot und Ihren Außenborder zusätzlich, z.B. mit Ketten, Schlössern oder Alarmanlagen.

2. Prüfen Sie, ob der Außenborder besser gegen Diebstahl geschützt werden kann, z.B. durch Mitnahme von Bord während des Stilllegens, durch Aufbewahrung in einer Halle oder in der heimischen Garage.

3. Lassen Sie den Außen- oder Innenbordmotor sowie maritimes Equipment von der Wasserschutzpolizei codieren. Mit einer solchen eindeutigen Identifizierungs- und Eigentumskennzeichnung schaffen Sie u.a. die Möglichkeit, dass Täter bereits vor dem Bemerken des Diebstahls gestellt werden können. Außerdem werden beispielsweise als codiert gekennzeichnete Bootsmotoren deutlich uninteressanter für einen kriminellen Zugriff.

4. Achten Sie auf widerstandsfähige Tür-, Fenster- und Lukenbeschläge, Sicherheitszylinder an Kajütentüren und Lenkradsperren.

5. Verschließen Sie Kajüte und Backskisten.

6. Entfernen Sie leicht demontierbare und wertintensive Ausrüstungsgegenstände und lassen Sie keine Wertgegenstände an Bord.

7. Fotografieren Sie Ihr Boot. Registrieren Sie signifikante Merkmale, die ein Wiedererkennen erleichtern. Führen sie einen Bootspass außerhalb Ihres Bootes mit allen Angaben zum Boot und zur Motortechnik.

8. Sollten Sie ein gebrauchtes Boot erwerben, achten Sie auf die Rumpfnummer (CIN – Craft Identification Number). Wird Ihnen ein Boot ohne oder mit „überarbeiteter“ CIN angeboten, erkundigen Sie sich genau nach der Herkunft und den Besitzverhältnissen des Bootes. Es könnte gestohlen sein.

9. In diesem Zusammenhang rät die Polizei weiter, jeden Diebstahl sowie Versuchshandlungen, auch ohne materiellen Schaden, zur Anzeige zu bringen.

Zusätzliche kostenlose, individuelle und neutrale Beratungen gibt’s bei Bedarf durch die Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen der Polizeiinspektionen und die Wasserschutzpolizeiinspektionen des Landes.

Hier die Erreichbarkeiten: https://www.polizei.mvnet.de/Pr%C3%A4vention/Ansprechpartner/

Über die genannten Informationen hinaus können sich interessierte Bootsführer hier auch über den Stand und die Möglichkeiten weiterer bzw. zu konkreten Sicherungstechnologien,
beispielswiese der GPS-Ortung, informieren.


3 Antworten zu “Landeskriminalamt MV: Bootskriminalität hat Hochsaison”

  1. WRN sagt:

    Danke für die “ wertvollen“ Hinweise, aber es wäre glaub ich auch nicht schlecht, wenn nachts mehr Wasserschutzpolizisten im Einsatz sind, als nur einer, wie im Artikel vom 16.08.2018 beschrieben, der das Revier/die Wache wegen Server und Waffen bewacht .

    • MSE sagt:

      Es steht Ihnen frei, sich bei der Polizei zu bewerben. Denn auch dort herrscht Personalnot. Stand übrigens auch im Artikel.

      • WRN sagt:

        Danke, hab schon ein Job. Darauf (Personalnot) wollte ich ja hinaus , weil wenn jahrelang eingespart wird , denn brauch man sich nicht wundern, wenn irgendwann zuwenig Personal zur Verfügung steht.

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