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Landkreis warnt: Fledermaus nicht mit bloßen Händen anfassen

18. Juli 2018

In der Nähe von Neubrandenburg ist eine Fledermaus gefunden worden, die durch Störungen des Nervensystems und Flugunfähigkeit aufgefallen war. Wie sich im Labor herausstellte, war sie an Fledermaustollwut erkrankt. Das teilt das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte jetzt mit. Und diese erkrankten Fledermäuse können unter Umständen auch für Menschen gefährlich werden.

Im Unterschied zur Fuchstollwut – Deutschland gilt als tollwutfrei – kommt die Fledermaustollwut in Deutschland flächendeckend vor. Im ungünstigen Fall kann Fledermaustollwut durch Biss- oder Kratzverletzungen auch auf Menschen übertragen werden. Das Risiko für den Menschen, an Tollwut zu erkranken, ist aber vernachlässigbar. Alle bei uns vorkommenden Fledermäuse sind reine Insektenfresser und greifen weder Menschen noch Tiere an. Personen, die beruflich oder in der Freizeit mit Fledermäusen umgehen, sollten jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Ihnen wird empfohlen, sich vorbeugend impfen zu lassen und Fledermäuse nur mit Lederhandschuhen anzufassen.

Wenn Fledermäuse sich untypisch verhalten, am Boden liegen oder am helllichten Tag aufkreuzen, so ist Vorsicht geboten. Sollte es erforderlich sein, eine Fledermaus zu bergen, sollte man sie nicht mit bloßen Händen, sondern nur mit festen Handschuhen anfassen. Besser ist es, das Tier mit einem Kehrblech oder einer Schaufel in einen festen Behälter zu legen, um jegliche Bissgefahr auszuschließen. Nicht jede geschwächte oder krank erscheinende Fledermaus ist jedoch an Tollwut erkrankt. Ob eine Fledermaus mit den Tollwutviren infiziert ist, kann nur im Labor nachgewiesen werden.

Alle bei uns vorkommenden Fledermausarten stehen unter strengem Artenschutz und dürfen grundsätzlich weder vertrieben noch getötet werden.


3 Antworten zu “Landkreis warnt: Fledermaus nicht mit bloßen Händen anfassen”

  1. Ich sagt:

    Kann diese Erkrankung auch von einer Katze auf den Menschen übertragen werden? Meine Katze fängt öfters Fledermäuse und legt sie mir vor die Tür.

  2. W sagt:

    „Grundsätzlich sind auch andere Wildtiere und der Mensch für Fledermaustollwutviren empfänglich, dies ist jedoch ein seltenes Einzelgeschehen. Bisher wurde in Europa nur in fünf Tollwutfällen bei Säugetieren ein Fledermaus-assoziierter Virustyp nachgewiesen, davon einmal im Jahr 2001 in Deutschland bei einem Marder.“ Quelle Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

    Die Wahrscheinlichkeit geht also gegen Null, dass Sie sich an Ihrer Katze anstecken, zumindest mit Fledermaustollwut. Katzen haben regen Kontakt zu anderen Beutetieren und anderen Katzen. So sind sind sie in ihrer Entwicklung gegen fast alles immun und wenn nicht, sind wir wieder soviel anders konstruiert, dass wir nicht infiziert werden. Weil es dennoch einige andere, gefährliche Katzenkrankheiten gibt, gegen die wir nicht völlig immun sind, sollten wir uns nicht andauernd kratzen lassen oder mit dem Schmusetiger vom selben Teller oder aus derselben Hand essen. Eine wirkliche Gefahr geht eher von achtlosen Menschen im Zusammenhang mit ihren oft unterschätzten Lieblingen aus.

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