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Landwirtschaftszählung 2020 – M-V setzt auf Getreide, Ölfrüchte und Öko-Landbau

20. Juni 2021

Im Jahr 2020 wurden in Mecklenburg-Vorpommern rund 1,34 Millionen Hektar Land für landwirtschaftliche Zwecke genutzt. Wie das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern mitteilt, standen damit knapp 60 Prozent der gesamten Landesfläche für Anbau, Haltung, Nutzung und Ernte von Erzeugnissen aus der Landwirtschaft zur Verfügung. Das geht aus den endgültigen Ergebnissen der Landwirtschaftszählung 2020 hervor.

Die Art der Bodennutzung hängt mit der Größe der Betriebe eng zusammen. In Mecklenburg-Vorpommern weisen landwirtschaftliche Betriebe im Vergleich zu den anderen Bundesländern die größte Flächenausstattung auf. So lag im Jahr 2020 die durchschnittliche Größe der Betriebe im Land bei 281 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche je Betrieb (Deutschland: 63 Hektar). Im Rahmen der letzten Strukturerhebung aus dem Jahr 2016 wurde in Mecklenburg-Vorpommern noch eine durchschnittliche Betriebsgröße von 275 Hektar je Betrieb ermittelt.

Nach Hauptnutzungs- und Kulturarten war der Anteil des Ackerlandes an der landwirtschaftlich genutzten Fläche mit 79,6 Prozent überdurchschnittlich hoch (Deutschland: 70,3 Prozent). Dagegen war der Grünlandanteil mit 20,1 Prozent vergleichsweise niedrig (Deutschland: 28,5 Prozent). Der Anteil von Dauerkulturen, wie Obstanlagen, Rebland und Baumschulen, gehörte mit 0,2 Prozent zu den bundesweit niedrigsten Werten.

Getreideanteil leicht unterdurchschnittlich

In Mecklenburg-Vorpommern waren es im Jahr 2020 vor allem Getreide und Ölfrüchte, die angebaut wurden. Sie nahmen zusammen gut zwei Drittel (68,5 Prozent) der Ackerfläche ein. Während der Getreideanteil mit 51,6 Prozent leicht unterdurchschnittlich war (Deutschland: 52,1 Prozent), nahm das Land bei Raps mit 16,7 Prozent die Spitzenstellung in Deutschland (8,2 Prozent) ein. Hackfrüchte wurden auf 4,1 Prozent des Ackerlands angebaut (Deutschland: 5,7 Prozent). Gemüse und Erdbeeren spielten mit einem Flächenanteil von zusammen lediglich 0,3 Prozent eine untergeordnete Rolle (Deutschland: 1,1 Prozent). Pflanzen zur Grünernte, das sind Futterpflanzen einschließlich Pflanzen zur Energiegewinnung, standen auf 20,1 Prozent des Ackerlandes (Deutschland: 26,5 Prozent).

12,2 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen – das sind 164 258 Hektar Land – wurden im Jahr 2020 für Gemüse, Obst, Fleisch, Milch oder Getreide aus ökologischem Landbau genutzt. In ganz Deutschland waren es knapp zehn Prozent. Vor zehn Jahren standen im Land 117 826 Hektar Land für Bio-Erzeugnisse und damit nur 8,7 Prozent zur Verfügung.

Die Landwirtschaftszählung ist die größte landwirtschaftliche Erhebung und erfasst im Abstand von zehn Jahren wichtige Daten der landwirtschaftlichen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern und den anderen Ländern. Auf Basis der Ergebnisse lassen sich bestehende Strukturen sowie Trends und Entwicklungen in der Landwirtschaft abbilden. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nutzen diese Daten als Informationsquelle und Entscheidungsgrundlage.

Da die Landwirtschaftszählung 2020 eine Stichtagserhebung zum 1. März 2020 ist, kann aus den vorliegenden Daten kein Bezug zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf einzelne Bereiche hergestellt werden.


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