
„Mähroboter wirken harmlos, doch sie können bei Wildtieren schwerwiegende Verletzungen verursachen“, erklärt Eva Lindenschmidt. Besonders gefährdet sind Igel, die bei Bedrohung nicht fliehen, sondern sich einrollen und von den Geräten häufig nicht erkannt werden. Auch Amphibien, Reptilien sowie Haustiere wie Katzen oder kleine Hunde können verletzt werden.
Artenvielfalt braucht Raum im Garten
Neben der unmittelbaren Verletzungsgefahr durch Mähroboter leidet auch die Artenvielfalt unter ständig kurz gehaltenen Rasenflächen. Insekten finden dort weder Nahrung noch Schutz – mit Folgen für Igel, Vögel und viele andere Tiere. Schon ungemähte Bereiche, Wildblumen oder Laubhaufen können wertvolle Lebensräume schaffen.
„Ein dauerhaft kurz gemähter Rasen ist für viele Tiere eine ökologische Wüste“, erklärt Eva Lindenschmidt, Wildtierexpertin bei VIER PFOTEN. „Wer bewusst kleine wilde Bereiche zulässt, unterstützt Insekten und schafft zugleich die Nahrungsgrundlage für zahlreiche andere Tierarten.“
Um Gefahren für Wild- und Haustiere zu vermeiden, empfiehlt VIER PFOTEN folgende Maßnahmen:
- Den Mähroboter ausschließlich tagsüber und unter Aufsicht betreiben
- Die Rasenfläche vor dem Einsatz gründlich absuchen, besonders in der Dämmerung oder bei feuchtem Wetter
- Haustiere während des Mähens im Haus behalten
- Unbehandelte, naturnahe Bereiche im Garten schaffen, beispielsweise mit Laub, Wildblumen, Totholz oder einem nicht gemähten Streifen Wiese
- Mähroboter – steigender Handlungsbedarf
Der Westeuropäische Igel steht in Deutschland auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Sein Bestand ist durch den Verlust naturnaher Gärten und den Rückgang von Insekten als Nahrungsquelle stark unter Druck geraten – Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr rund eine halbe Million Igel in Deutschland.
Zusätzliche Gefahren im heimischen Garten, etwa durch den nächtlichen Einsatz von Mährobotern, verschärfen die Situation weiter. Auch der Deutsche Städtetag fordert ein Nachtfahrverbot für Mähroboter, um Wildtiere besser zu schützen. VIER PFOTEN macht gemeinsam mit weiteren Tier‑, Natur‑ und Artenschutzorganisationen auf diesen Zusammenhang aufmerksam und bringt die Problematik aktiv in die politische Debatte ein. Ziel ist es, den Einsatz von Mährobotern so zu regulieren, dass Technik und Tier‑ sowie Artenschutz künftig besser miteinander vereinbar sind.
@VIER PFOTEN






