
Warum gerade Salz?
„Uns ist aufgefallen, dass viele Eltern den Salzgehalt von Kinderprodukten oft nicht so aufmerksam beachten wie den Zucker.“ berichtet Simone Goetz von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.
Laut Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sollten Wurstwaren für Kinder nur 1,25 Gramm Salz in 100 Gramm enthalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, dass Kinder am Tag maximal drei bis sechs Gramm, jüngere Kinder sogar nur unter drei Gramm verzehren sollten – mit allen Lebensmitteln des Tages. Der Marktcheck hat aber gezeigt, dass Kinderwürstchen oft genauso viel Salz enthalten wie andere Wurstwaren. Die Hälfte der Produkte im Marktcheck enthielt deutlich über 1,25 Gramm in 100 Gramm Wurst. In drei Produkten steckten sogar vier bis 4,5 Gramm Salz. Kindgerecht sieht anders aus.
Worin stecken die kleinen Würstchen?
In den Produkten des Marktchecks war die Wursthülle meist nicht essbar, vor allen Dingen bei Fleischwürstchen. Der Hinweis zur Wursthülle befindet sich in Verbindung mit der Zutatenliste, meist auf der Rückseite. Eltern sollten gerade kleinen Kindern die Würstchen ohne diese Hülle in die Hand geben. Kinder können die Unterschiede zwischen essbar und nicht essbar oft nicht erkennen.
Aber auch Wursthüllen aus Alginat wurden gefunden, bei Salamiwürstchen. Es handelt sich dabei um essbare Wursthüllen. Alginat ist ein Kohlenhydrat, das aus Braunalgen gewonnen wird. Auch für vegane Ersatzprodukte ist diese Hülle beliebt, da sie rein pflanzlich ist und mitgegessen werden kann.
Was bedeutet „Würstchen in Eigenhaut“?
Einige Würstchen werden in sogenannter „Eigenhaut“ angeboten. Gerade bei Geflügelwürstchen denkt man da schnell an die typische Hühnerhaut. Aber damit hat diese „Haut“ nichts zu tun. Zu ihrer Herstellung wird die Wurstmasse in einen Cellulosedarm gefüllt. Mit dem Brühen und Räuchern bildet sich an der Oberfläche unter der Hülle eine festere Eiweißschicht. Diese Schicht nennt man in der Branche „Eigenhaut“. Der Kunstdarm wird vor dem Verpacken wieder entfernt. Der Vorteil: Die Würstchen sind so zarter im Biss als beispielsweise Wienerwürstchen.
Tipp der Verbraucherzentrale: Achten Sie immer auf den Salzgehalt von Kinderprodukten. Die Nährwerttabelle gibt Ihnen diese wichtige Information.
Nicht jede Wursthülle ist essbar. Für Kinder sind die Unterschiede oft nicht erkennbar. Deshalb lesen Sie aufmerksam die Zutatenliste.
Der ausführliche Marktcheck „Kinderwürstchen: Klein, bunt, aber auch gesund?“ ist auf der Homepage der Verbraucherzentrale M-V zu finden.
@Vebraucherzentrale MV






