Viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern starten mit dem sogenannten „Dry January“ ins neue Jahr. Der Trend, einen Monat lang auf Alkohol zu verzichten, wurde 2014 in Großbritannien ins Leben gerufen und erfreut sich mittlerweile auch in Deutschland großer Beliebtheit. „Schon 30 Tage ohne Alkohol können spürbare positive Effekte auf Körper und Wohlbefinden haben. Besserer Schlaf, weniger Kopfschmerzen, stabileres Gewicht und ein gestärktes Immunsystem sind nur einige der möglichen Veränderungen“, sagt Henning Kutzbach, Landesgeschäftsführer der Barmer in Mecklenburg-Vorpommern.
Auch Herz, Kreislauf und Leber profitierten vom Verzicht. Zudem berichteten Teilnehmende häufig von mehr Ausgeglichenheit und höherer Lebensqualität.
Gerade in Mecklenburg-Vorpommern ist das Thema Alkoholsucht besonders relevant. Laut aktuellem Barmer Morbiditäts- und Sozialatlas wurden im Jahr 2023 im Nordosten von 1.000 Erwachsenen 23,1 wegen Alkoholmissbrauch ärztlich behandelt – rund 56 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt (14,8 Betroffene je 1.000 Versicherte). Die Abweichung fällt in keinem anderen Bundesland höher aus. Auffällig ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Männer in Mecklenburg-Vorpommern sind dreimal häufiger alkoholkrank (37 Betroffene je 1.000) als Frauen (10,2 Betroffene je 1.000). Die höchsten Raten im Land treten bei Männern im Alter von 60 bis 69 Jahren auf. In dieser Altersgruppe leiden 68,6 je 1.000 an Alkoholismus.
Vier Wochen Verzicht als Selbsttest
„Der ‚Dry January‘ bietet vor allem eine Chance, das eigene Trinkverhalten kritisch zu hinterfragen“, so Kutzbach. Wer den Verzicht als besonders schwierig empfindet, sollte aufmerksam werden, denn das könne ein Anzeichen für ein erhöhtes Suchtrisiko sein. Wer vermute, dass möglicherweise ein problematischer Alkoholkonsum vorliege, sollte sich bestenfalls von Hausärztin oder Hausarzt beraten lassen. Auch die Suchberatungsstellen im Land bieten Unterstützung. Eine Übersicht dazu gibt es u.a. auf der Webseite der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen MV unter: www.lakost-mv.de/unterstuetzung.











