

Wie wichtig diese Einrichtung ist, hat Sven Jung von der Deutschen Rentenversicherung Nord deutlich gemacht: „Nachdem die einzige Einrichtung dieser Art geschlossen wurde, gab es in diese Richtung nichts mehr in Deutschland für die betroffenen Familie. Eine schlimme Situation. Also habe ich im Jahr 2020 – mitten in der Corona-Pandemie – bei Manfred Geilfuß nachgefragt, ob er eine Möglichkeit sieht, auch Kinder und Jugendliche in Klink zu behandeln. Nur einen Tag später hatte ich von ihm die Zusage. Und schon sechs Wochen später lag das erste Konzept vor.“ Dennoch gab es zwischendurch auch Rückschläge, beispielsweise einen Baustopp durch den Landkreis, weil der irgendwelche Probleme mit den benachbarten Bäumen sah.

Gestern nun sind die sanierten Häuser – hier wohnten einst Lehrlinge – offiziell eingeweiht worden. Helle freundliche Zimmer, Therapie- und Gemeinschaftsräume stehen den Familien hier nur wenige Schritte vom Ufer der Müritz entfernt zur Verfügung. Etwa eine Million Euro investierte die Müritz Klinik in die Häuser, stellte Erzieherin, Kinderärztin, Kinderkrankenschwestern ein und sorgte dafür, dass die schulpflichtigen Kinder auch Unterricht bekommen.
Bindeglied zwischen Akutversorgung und Familienalltag
Denise Hengstenberg aus Rheinland-Pfalz ist mit ihren beiden Töchtern Charlotte, 4 Jahre, und Lina, 6 Jahre alt, seit einer Woche in Klink. Die jüngere Tochter ist chronisch nierenkrank, eine Reha konnte die Mama mit ihren beiden „Mäusen“ bislang noch nicht genießen. „Es ist es wirklich sehr schön hier und alles perfekt organisiert. Von den ganzen Dingen im Vorfeld, die man beachten musste, bis zu kleinen Erledigungen hier vor Ort – die Klinik-Mitarbeiter kümmern sich um alles. Auch meine Mädchen fühlen sich sehr wohl und hatten noch kein Heimweh. Selbst die Therapien mögen sie sehr“, erzählt Mama Denise. Für sie selbst ist die Auszeit vom Alltag ebenfalls eine Wohltat, denn das Leben mit einem chronisch kranken Kind schlaucht die gesamte Familie, wie auch der Ärztliche Leiter der Müritz Klinik, PD Dr. Armin Thelen, erzählt.

Wie gut dieser Aufenthalt den Kindern und Jugendlichen tut, haben die Gäste der gestrigen Eröffnung live erlebt. Mädchen und Jungen im Alter von 4 bis 17 Jahren, die sich nicht kannten, haben innerhalb von nur zwei, drei Tagen ein kleines Programm einstudiert und begeisterten das Publikum, das sich mit stürmischem Applaus bedankte.
Auch Charlotte und Lina waren mit großem Eifer bei der Sache und machten Mama Denise Hengstenberg richtig stolz. Sie freut sich, dass es ihren Töchtern in Klink so gut geht und sie gemeinsam noch mindestens drei Wochen an der Müritz abschalten können. In wenigen Tagen ist dann auch der Papa mit dabei.

























Ich muss sagen, ich war geschockt. Das ist einzige Möglichkeit für Kinder mit transplantierten Organen eine Reha zu bekommen. Vorher gab es das nur in Österreich. Dies habe ich heute beim NDR gehört. Da mußte ich erstmal schlucken. Hoffentlich folgen weitere Standorte. Den Kindern wünsche ich viel Kraft und eine erfolgreiche Genesung.