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MV: Umfrage unter Freizeit- und Erlebnisanbietern

24. Februar 2021

Eine Umfrage des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern unter rund 170 Freizeit- und Erlebnisanbietern, darunter Zoos, Erlebnisbäder, Natur-Informationszentren und Museen, zeigt die Relevanz von Urlaubern für deren Geschäftsgrundlage. Demnach waren in der Zeit vor der Corona-Pandemie rund 80 Prozent der Besucher Urlauber, nur 20 Prozent Einheimische. Dazu Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Neben Hotels, Pensionen und Jugendherbergen sind alle anderen touristischen Bereiche in Mecklenburg-Vorpommern existentiell von der Krise betroffen. Auch für die Freizeit- und Erlebnisanbieter gilt, dass sie eine Öffnungsperspektive für Gäste aus anderen Regionen brauchen, um sich zu stabilisieren.“

Die Lage, in der sich die Freizeit- und Erlebnisanbieter infolge des zweiten Lockdowns befinden, ist vergleichbar mit jener der Beherbergungsbetriebe: 51 Prozent sind derzeit auf staatliche Hilfe angewiesen; bei den Beherbergungsbetrieben sind es mit rund 60 Prozent noch etwas mehr. Von den Unternehmen, die staatliche Hilfe benötigen, gaben acht Prozent an, ihr Geschäft nicht mehr länger am Markt halten zu können, sollten weitere staatliche Hilfen ausbleiben. 28 Prozent gaben an, ihr Unternehmen nur noch bis Ende März führen zu können; 34 Prozent schaffen es bis Ende September. Ende des Jahres wären laut Umfrage drei Viertel aller Freizeit- und Erlebniseinrichtungen nicht mehr am Markt. Mehr als jeder dritte Mitarbeiter in dem Segment (36 Prozent) befindet sich in Kurzarbeit. Rund 35 Prozent schätzen ihre wirtschaftliche Lage als gefährdet bzw. als akut gefährdet ein. Nur jedes fünfte Unternehmen schätzt seine Lage als sehr sicher bzw. sicher ein.

Neustart-Konzept findet Anklang

Das am 22. Januar vorgelegte Neustart-Szenario für die Wiederbelebung des Tourismus, das von vielen Verbänden und den Handwerkskammern getragen wird, trifft auf breite Zustimmung bei den Befragten. Demnach halten 81 Prozent eine stufenweise Öffnung für sinnvoll. 66 Prozent halten eine touristische Ampel in Bezug auf den Zielort – das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern – als geeignetes Mittel im Pandemie-Management, rund 71 Prozent erachten dieses in Bezug auf das Herkunftsland der Gäste als sinnvoll. Knapp 60 Prozent stimmen auch einer branchenspezifischen Teststrategie für den Tourismus zu, die als eine Brücke bis hin zur überwiegenden Immunisierung der Bevölkerung dienen kann.

Mit einer Reihe von Maßnahmen zur Besucherlenkung haben sich 60 Prozent der Freizeit- und Erlebnisanbieter seit Beginn der Pandemie an die aktuelle Lage angepasst. Zu den Top 5-Maßnahmen gehörten die Begrenzung der Kapazitäten (62 Prozent), die Erfassung von Besucherzahlen (57 Prozent), Wegegebote für bestimmte Zielgruppen (44 Prozent), zentrale Informationsstellen (42 Prozent) sowie Informationen über die aktuelle Auslastung (41 Prozent). Bei der Frage der Wirksamkeit haben sich Maßnahmen zur Preisgestaltung, die Wegegebote für bestimmte Zielgruppen, zentrale Informationsstellen, die Erweiterung der vorhandenen Infrastruktur und das Warteschlangen-Management als am effektivsten herausgestellt.

Eine gute Note (2) gaben die Freizeit- und Erlebnisanbieter dem Krisenmanagement des Tourismusverbandes, das dafür Ende des vergangenen Jahres mit dem Sonderpreis des Deutschen Tourismusverbandes ausgezeichnet wurde. Jeder zweite Anbieter bezieht relevante Informationen die Corona-Pandemie betreffend beim Landestourismusverband. Damit ist der Verband neben den Behörden und der Verwaltung die zweitwichtigste Informationsquelle in der Krise.


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