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Nach vielen Jahren Streit: Es tut sich etwas im Park von Alt Rehse

20. August 2019

Es tut sich was in Alt Rehse am Tollensesee. Im idyllischen Park des früheren NS-Musterdorfes scheint das von den Einwohnern lange herbeigesehnte Ende des jahrelangen Streits absehbar. Handwerker aus der Region decken Reetdächer neu, verlegen Ver- und Entsorgungsleitungen, mauern Backsteinfachwerke neu aus und erledigen viele weitere Ausbauarbeiten. Selbst der jahrzehntelange Schandfleck des „Neubaus“ hat sich zu einem Mehrfamilienhaus mit Parkblick und Grün drumherum gemausert.
Wie „Wir sind Müritzer“ von Eigentümerin Gabriele Wahl-Multerer erfuhr, soll das Gelände wie geplant zu einem Hotel mit Gästehäusern und etwa 60 Zimmern umgestaltet werden. Behutsam und dem Denkmalschutz entsprechend.

Ein geplantes Meditationszentrum wurde erst einmal etwas nach hinten verschoben. Aber ein erster Anfang ist schon gemacht: Der Eingang wurde zurückversetzt, so dass die Wache einladender wirkt und das Cafe bereits erreichbar ist. Wer seine Neugier gar nicht zügeln kann, sollte sich an den Wochenenden in das historisch interessante Dorf bewegen, dann steht ab und an das Tor auf.

„Wir bitten Besucher aber um Vorsicht, denn es ist eine Baustelle, wo man nicht überall herumlaufen sollte, sondern am besten auf den Wegen bleiben“, heißt es von den Betreibern um die Investorin. Ab und zu lädt Wahl-Multerer, die unter anderem in Thüringen in Jena eine bekannte Firma aufgebaut hat, auch selbst zu Führungen ein.

„Als ich das erste Mal diesen Park gesehen habe, das war Liebe auf den ersten Blick“, hatte die Investorin schon 2017 erklärt, als sie ihr Projekt vorstellte. Inzwischen haben mehrere Gästehäuser bereits Schilfdächer, der Park und seine Sichtachsen wurden in großen Teilen behutsam wieder freigelegt, kaum noch etwas erinnert an das schlagzeilenträchtige „Tollense-Lebenspark-Projekt“, das schließlich vor Gericht endete und scheiterte.

Im alten „Neubau“, der jetzt modern und großzügiger gestaltet wurde, sind bereits die ersten Mieter eingezogen. Der Spruch der SS-Trupps – „Unsere Ehre heißt Treue“ – der in einem Balken an der alten Wache hineingeprägt war, wurde mit einem dunklen Brett verdeckt. Und auch neue Häuser sollen in dem riesigen 65 Hektar großen Park entstehen: Am westlichen Parkende – vom Eingang aus nicht zu sehen – in Richtung der hügeligen Landschaft bei Wustrow und Siehdichum sollen etwa 20 Häuser entstehen, wenn die Gemeinde Penzlin zustimmt. Und auch an das historische Erbe der ehemaligen „Reichsärzteführerschule“ soll bald eine fundierte Ausstellung erinnern. Ein Verein, der an das Kapitel von 1934 bis 1943 erinnert, will ein ehemaliges Limnologisches Institut an der Ostseite zur Gedenkstätte umbauen – bis 2022.

Tel. Anfragen u.a, zu Führungen und Plänen: +49 3962 2250042


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